Extreme Schneefälle und Regen haben auch im Bergwald zu großen Belastungen geführt

Lawinenschutzwald hat sich bewährt

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Wo statt jungen Bäumen nur glattes Gras im Bergwald wächst, reißen Waldlawinen ab, wie in jüngster Zeit in lichten Schutzwäldern zu beobachten war.

Murnau/Region – Sehr starke Schneefälle in Verbindung mit Regen und steigenden Temperaturen haben in den vergangenen Tagen im Bergwald zu Schneebruch, Waldlawinen und Gleitschnee geführt und Lawinenschutzwälder einer großen Bewährungsprobe ausgesetzt.

Unterhalb 1 600 m NN geriet die vom Regen durchfeuchtete Schneedecke in lückigen Bergwäldern oder auf steilen Wiesenhängen ins Rutschen. Besonders im lichten Schutzwald und auf mit Gras bedecktem Boden lösten sich Waldlawinen.

Nach Einschätzung von Markus Hildebrandt, Bereichsleiter Forsten am AELF Weilheim, haben die Schutzwälder im Amtsbereich die Belastungsprobe in den letzten Tagen im Großen und Ganzen gut überstanden: „Die Maßnahmen der Schutzwaldsanierung haben sich bewährt, Pflanzungen und Verbauungen haben an den neuralgischen Punkten die Lawinengefährdung spürbar verringern können.“ Laut Hildebrandt wurden im Landkreis Garmisch-Partenkirchen (GAP) bisher von der Bayerischen Forstverwaltung über sieben Mio. Euro in die Sanierung der Schutzwälder investiert. Einer dieser besonders wichtigen Lawinenschutzwälder im Landkreis GAP befindet sich am Ettaler Berg über der Bundesstraße B 23.

Im Lawinenschutzwald sind neben einer hohen Anzahl älterer Bäume vor allem in Bestandslücken möglichst viele junge Bäumchen wichtig: Eine dichte Verjüngung erzeugt eine hohe Bodenrauigkeit und kann den Schnee wie ein Nagelbrett am Boden fixieren, informiert der Forstexperte.

Allerdings entspreche der Schutzwald noch nicht überall den idealen Anforderungen: „Verlichtung, Überalterung und vor allem fehlende Naturverjüngung haben erhebliche Lücken in das Schutzsystem Wald gerissen.“ Eine Hauptursache für den fehlenden Nachwuchs sind nach Auskunft von Hildebrandt nach wie vor die Verbissschäden durch das Schalenwild. So zeige das aktuelle Forstliche Gutachten, „dass vor allem im Bergwald der Verbiss nach wie vor zu hoch ist“. Sorge bereite der gestiegene Verbiss an den Tannen. „Stürme und Borkenkäfer setzen der Fichte zunehmend zu. Gerade im Lawinenschutzwald brauchen wir aber einen hohen Anteil an immergrünen Nadelbäumen. Hier ist die Tanne eine unverzichtbare Alternative, an der wir in Zukunft nicht vorbeikommen werden. Angepasste Wildbestände sind dazu eine Grundvoraussetzung“, bezieht der Forstchef am AELF Weilheim in einer Pressemitteilung Stellung.

Von Kreisbote

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