Lebenshilfe in Polling erweitert ihr Wohnangebot – Spatenstich im Juli

Drei neue barrierefreie Wohnhäuser

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Im Anschluss an die bestehenden Wohngebäude (hinten li.) plant die Lebenshilfe Polling den Bau von drei neuen Wohnhäusern. Über das Vorhaben informierten der Vorsitzende Helmut Guggenmos, Architekt und Vorstandsmitglied Otto Fussenegger sowie Thomas Gania, geschäftsführender Wohnstättenleiter (v. li.).

Polling – Mehr Bedarf an barrierefreiem Wohnraum, schärfere gesetzliche Vorgaben, Wohnungen, die den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen längst nicht mehr gerecht werden: Die Verantwortlichen der Lebenshilfe Weilheim-Schongau sehen in ihrer Pollinger Einrichtung Nachholbedarf. „Wir müssen was tun“, steht für den Vorsitzenden Helmut Guggenmos fest.

Um die Kriterien des Pflegewohnqualitätsgesetzes zu erfüllen, müssen die Wohnstätten für Menschen mit Behinderungen vollkommen barrierefrei sein. Acht Doppelzimmer werden deshalb in Polling aufgelöst, was den Bedarf an Wohnraum weiter erhöht. Nicht nur die Bedürfnisse, auch der Personenkreis der Suchenden hat sich über die Jahre verändert. Die Menschen werden älter, leben länger in der Einrichtung, manche sind mehrfach behindert. Thomas Gania, geschäftsführender Wohnstättenleiter, hat 17 Anfragen vorliegen, von denen zehn aufgrund ihrer familiären Situation dringlich sind.

Die Zusagen und Bescheide für die Erweiterung des Wohnangebotes an der Obermühlstraße liegen vor, die Ausschreibungen laufen, hieß es beim Pressegespräch. Auch der Termin für den Spatenstich am 28. Juli steht fest: „Die Bewohner freuen sich schon darauf“, ließen sie den Wohnstättenleiter wissen.

Von der Gemeinde Polling wird das Vorhaben „wohlwollend begleitet“, Grunderwerb und Baugenehmigung seien problemlos vonstatten gegangen, freut sich Guggenmos. Nach den Ausführungen des Architekten Otto Fussenegger werden im Anschluss an die bestehenden Wohnhäuser drei weitere, barrierefreie Gebäude mit insgesamt 1 039 Quadratmeter Wohnfläche und zentralem Zugang errichtet. Im stationären Bereich (derzeit 32 Einzel- und acht Doppelzimmer) stehen künftig zwei Plätze mehr zur Verfügung. Für das ambulante Wohnen können acht Wohnplätze mehr angeboten werden (insgesamt zehn). Läuft alles nach Plan sind die drei Häuser voraussichtlich Ende 2018 bezugsfertig.

Auch die seit 2014 zusätzlich in Polling betreuten Senioren sollen von den Baumaßnahmen profitieren. „Zur Zeit wird viel improvisiert“, berichtet Gania, die elf RentnerInnen werden im Gemeinschaftsraum betreut. In den Neubauten sind für diese Senioren eigene Räume vorgesehen. Für Menschen, die eine intensivere Betreuung und Pflege benötigen und für Bewohner mit einer Mehrfachbehinderung werden individuelle kleine Wohngruppen eingerichtet.

Laut Guggenmos möchte die Lebenshilfe weiteren Wohnraum im Raum Weilheim, Peißenberg und Huglfing anmieten. Die Angebote sollten nach Möglichkeit behindertengerecht sein.

Für die Baufinanzierung des mit 2,9 Mio. Euro veranschlagten Projektes ist die Regierung von Oberbayern zuständig und später der Bezirk für den Unterhalt der Häuser. Die Lebenshilfe bringt für die Neubauten 750 000 Euro ein, 350 000 Euro davon werden über Kredite finanziert. Bei der Regierung von Oberbayern wurde eine Mietwohnraumförderung beantragt und bei der „Aktion Mensch“ für die Tagesbetreuung der Senioren um finanzielle Unterstützung angesucht, informierte Guggenmos.

Neue Mitglieder und Spenden sind willkommen. Auskunft gibt es unter Tel. 0881/8069.

Von Maria Hofstetter

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