Lebensmittelüberwachung: "Jeder Beschwerde wird nachgegangen"

Drei Prüfer für 2313 Betriebe

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Nicht immer ist für die Kontrolleure ein Mangel bei der Kennzeichnung von Lebensmitteln so leicht erkennbar wie auf diesem Bild.

Landkreis – Die Lebensmittelüberwachung gerät immer dann ins Blickfeld der Öffentlichkeit, wenn ein Skandal aufgedeckt wird. Um solche Vorfälle zu verhindern, sind die Kontrolleure das ganze Jahr über unterwegs. So auch in den 2 313 kontrollpflichtigen Betrieben im Landkreis, deren Bandbreite sich vom Kiosk über das Restaurant, den landwirtschaftlichen Direktvermarkter und die Schokoladenmanufaktur bis hin zum Supermarkt erstreckt.

Die Überwachung der Einrichtungen im Landkreis, die Lebensmittel verarbeiten, ist eine Aufgabe des Amtes für Verbraucherschutz. Dieses ist zusammen mit dem Veterinäramt am Landrats- amt angesiedelt. Wie aus der Statistik 2016 des Amtes hervorgeht, haben die drei Lebensmittelkontrolleure im vergangenen Jahr 833 Betriebe aufgesucht und insgesamt 1386 Kontrollbesuche durchgeführt. Die Betriebe werden dabei jeweils nach dem Risiko bewertet, das von ihnen ausgeht und Lebensmittelproben sowohl routinemäßig als auch anlassbezogen, das heißt bei Beanstandungen, entnommen. Von 205 abgeschlossenen Untersuchungen sind 16 Probenentnahmen beanstandet worden. Als Gründe wurden unter anderem die mangelhafte Kennzeichnung und Fremdkörper angeführt.

„Kontrolliert wird grundsätzlich unangekündigt“, berichtete Jens Lewitzki im Gespräch mit dem Kreisboten. In 127 Fällen, so der Leiter des Sachgebietes 71 Lebensmittelüberwachung, wurden Mängel festgestellt. So wurden, wie der Veterinäroberrat ausführte, hygienische Vorschriften – zum Beispiel beim Umgang mit der Rohware – vernachlässigt, bauliche Vorgaben nicht eingehalten oder vorgeschriebene Schulungen des Personals versäumt. Zwei Betriebe mussten Bußgeld zahlen und zwei Betriebe wurden aufgrund „gravierender hygienischer oder baulicher Mängel“ zeitweise geschlossen.

Drei Lebensmittelkontrolleure für 2313 Betriebe: Die Personaldecke ist zu dünn, was auch zur Folge hatte, dass im vergangenen Jahr weniger Betriebe aufgesucht wurden. Das betraf vor allem die Routinekontrollen. Für die Verbraucher bestehe aber kein Grund zur Sorge; Lewitzki sieht im Landkreis „ein hohes Maß an Sicherheit“ gewährleistet. Jeder Beschwerde werde nachgegangen, betonte er.

Saisonal bedingt, wie auf Märkten, seien die Kontrolleure weiterhin auch an den Wochenenden im Einsatz. In den Lebensmittel verarbeitenden Betrieben werde sorgfältig gearbeitet, „auffällige Unternehmen“ sind im Landkreis laut Lewitzki eine Ausnahme.

Auch 30 Jahre nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl werden bestimmte Lebensmittel auf ihre Strahlenbelastung hin untersucht. Bei Kartoffeln, Almkäse, Zucchini, Tomaten und Rindfleisch lagen die im Vorjahr ermittelten Werte bei Cäsium 134/137 jeweils unter einem Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg). Lediglich in Wildschweinfleisch wurden 367 Bq/kg gemessen, die gesetzliche Höchstgrenze beträgt 600 Bq/kg.

Geflügelpest: Keine Entwarnung

Die Stallpflicht für das Haus- und Nutzgeflügel zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem hochpathogenen Influenza-A-Virus H5N8 (Geflügelpest) bleibt weiterhin gültig. Laut Dr. Konrad Renner, Leiter des Amtes für Tiermedizin und Verbraucherschutz, zeichnet sich aktuell keine Änderung der Situation ab. Noch nie, so Renner zum Kreisboten, sei die Geflügelpest so massiv aufgetreten wie es diesmal der Fall ist. Da die Legehennen seit über zwölf Wochen ausschließlich in Ställen gehalten werden müssen, gibt es derzeit keine Freilandeier aus Bayern, sondern nur solche aus Bodenhaltung zu kaufen. Im Landkreis werden circa 35 000 Stück Geflügel gehalten. Tests des Friedrich-Loeffler-Institutes haben ergeben, dass das Virus inzwischen bei Wildvögeln „an jedem nennenswerten Gewässer im Landkreis“ nachweisbar ist. Im Nutzgeflügelbereich ist im Landkreis kein Fall bekannt. Bis auf Weiteres gesperrt bleiben auch die Kleintiermärkte.

von Maria Hofstetter

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