In der Kriminal- und Verkehrsstatistik steht Weilheim gut da

Leiter der Polizeiinspektion Weilheim stellt Sicherheitsbericht vor

Polizeiauto Bayern Nahaufnahme
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Die Polizeiinspektion Weilheim stellt ihren Sicherheitsbericht vor. Weilheim schneidet in einigen Bereichen gut ab.
  • Stephanie Novy
    vonStephanie Novy
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Weilheim – In Sachen Kriminal- und Verkehrsstatistik steht die Stadt Weilheim relativ gut da. Das wurde bei der jüngsten Stadtratssitzung deutlich, als eben jene Statistik vorgestellt wurde. Doch gibt es auch Bereiche, die negativ auffallen.

2 116 Straftaten gab es im vergangenen Jahr in Weilheim. Das berichtete Thomas Stumpf, derzeitiger Leiter der hiesigen Polizeiinspektion, den Stadträten. Der Wert liegt damit im Bereich der Zahlen aus vergangenen Jahren. Positiv ist der Rückgang bei einfachem Diebstahl, von 370 auf 236, sowie bei Wohnungseinbrüchen von 16 auf zehn.

Die Zahl der Betäubungsmittelkriminalität ist hingegen im vergangenen Jahr von 176 auf 202 angestiegen. Stumpf erklärte das mit vermehrten Kontrollen in diesem Bereich. Ebenfalls negativ ins Gewicht fallen Internetkriminalität und Callcenterbetrug. Bei Letzterem sei vor allem die Aufklärung ein Problem. Denn wie Stumpf weiß, sitzen die meisten Täter im Ausland. Daher sei „Prävention das Gebot der Stunde“. Hierfür arbeitet die Polizei auch sehr eng mit der Sparkasse Oberland zusammen (wir berichteten).

Den Kriminellen im Internet spielt derzeit wohl die Pandemie in die Hände. Der Leiter der Polizeiinspektion macht die steigende Betrugszahl (von 192 auf 231) daran fest, dass immer mehr Menschen im Internet einkaufen würden.

Allgemein habe sich das Tätigkeitsfeld der Polizei im letzten Jahr verschoben – coronabedingt. Es habe zahlreiche Versammlungen gegeben. „Das bedeutete einen hohen Kräfteeinsatz und viel Organisation“, sagte der Inspektionsleiter. 59 seien es insgesamt gewesen, für deren Sicherheit die Polizeiinspektion Weilheim zuständig war. Bei den größten seien bis zu 350 Teilnehmende vor Ort gewesen. 2019 kam die Polizei nur auf 29 solcher Einsätze. Für das laufende Jahr prognostizierte Stumpf einen anhaltenden Trend. Bisher habe es schon rund 30 Versammlungen gegeben. „Im Sommer werden es sicherlich noch mehr.“ Als Grund sieht er vor allem das Wahljahr.

Zufrieden ist der Leiter der Polizeiinspektion mit der Aufklärungsquote. Diese liegt bei 72,5 Prozent. „Ein sehr guter Wert für eine Stadt.“ Zum Vergleich: Bayernweit liegt die Aufklärungsquote bei 66,4 Prozent, auf Bundesebene bei 57,2 Prozent. Insgesamt konnten die Beamten der Polizei so 1 089 Tatverdächtige ermitteln. Dreiviertel davon waren männlich. Drei Prozent der Straftaten wurden laut Stumpf zudem von Kindern begangen.

Ein Fall, den Stumpf als „außergewöhnlich“ bezeichnete, war eine Diebstahlserie, bei der reihenweise Fahrräder aus Kellern entwendet wurden. In erster Linie E-Bikes. 89 000 Euro betrug der Schaden, so Stumpf. Doch auch hier konnte die Polizei einen Erfolg verbuchen. Im April schnappte sie zwei der Täter. Später folgten weitere Festnahmen. „Bei den Wohnungsdurchsuchungen haben wir auch Betäubungsmittel gefunden“, erinnerte sich Stumpf. Die geklauten Räder wurden von den Dieben zerlegt und in Einzelteilen verkauft. Dabei machten sie sich auch die Mühe, die Rahmen neu zu lackieren. Auf die Schliche gekommen, sind ihnen die Weilheimer Polizisten dennoch.

Verkehrsstatistik

Auch zu der Situation auf den Straßen im Dienstbereich der Polizeiinspektion äußerte sich Stumpf. Er schickte voraus: „Die Zahlen der Verkehrsunfälle sind seit Jahren rückläufig.“ 2020 waren es insgesamt 1 436. Zum Vorjahr ist das ein Minus von 13,3 Prozent. Stumpf wies jedoch auch daraufhin, dass in der Gesamtzahl der Unfälle 755 Kleinunfälle enthalten sind. Bei diesen wurden lediglich geringe Verkehrsverstöße festgestellt.

Personenschäden gab es 255, Schwerverletzte verzeichnete die Polizei 84. Drei Personen mussten ihr Leben lassen. Im Vorjahr waren es sieben.

Eine häufige Ursache bei Unfällen ist Alkohol am Steuer. Wobei der Inspektionsleiter von einem Rückgang um 16,67 Prozent berichten konnte. Von 30 fiel die Zahl auf 25. Ebenso sank die Zahl der Unfälle, bei denen die Geschwindigkeit ursächlich war. Der Rückgang von 82 auf 68 Fälle macht ein Minus von 17,07 Prozent.

Und noch eine gute Nachricht hatte Stumpf parat: Beim Thema Unfallflucht sei der langjährige Trend ebenfalls rückläufig. 308 Fälle wurden im vergangenen Jahr gezählt. Im Durchschnitt könne dabei jeder dritte Flüchtige ermittelt werden.

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