Weilheim als "Literaturstadt": Eröffnung der ersten Lesepause am Kirchplatz

Lesen regt zum Denken an

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Der Lesepavillon am Kirchplatz steht jedem ab 10 Uhr offen und bietet eine abwechslungsreiche Auswahl an Büchern zum Kennenlernen.

Weilheim – Bei sonniger Abendstimmung fand die Auftaktveranstaltung der ersten Weilheimer Lesepause auf dem Kirchplatz statt. Der Lesepavillon wurde bereits von ersten interessierten Besuchern genutzt und Friedrich Denk hielt in einem kurzen Vortrag ein Plädoyer für das Lesen als Freizeitbeschäftigung Nummer eins.

Vertreter aus Politik, Wirtschaft, teilnehmende Autoren und interessierte Gäste waren gekommen und plauderten in lockerer Atmosphäre. „Es ist ein schönes Projekt“, sagte Florian Lipp, Vorsitzender des Vereins für Standortförderung (der Verein ist einer der Sponsoren). „Weilheim ist eine Literaturstadt“, so Ragnhild Thieler unter Bezugnahme auf die Gründung der „Weilheimer Hefte zur Literatur“ von Denk. Auf die Frage, ob sie ein Lieblingsbuch habe, musste Organisatorin Uta Orawetz kurz überlegen. Es gäbe einige Bücher, die sie richtig gut fände, zum Beispiel „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry. Für die Stadträtin und an der Lesepause teilnehmende Autorin Susann Enders war die Antwort klar: ihr Lieblingsbuch ist „Seide“ von Alessandro Baricco. Ihr eigenes Werk, das sie zusammen mit Karin Knöthig veröffentlicht hat, heißt „Piepsi die Waldmaus – Abenteuer in der Au“. Nach der Entstehungsgeschichte gefragt, erzählte Enders: „Ich habe die Geschichte aufgeschrieben, die ich meinen Kindern erzählt habe.“ Diese Geschichte gab sie Bekannten zum Lesen, über die der Kontakt zu Knöthig entstand, die die Bilder zum Kinderbuch malte. „Die Bilder haben mich sofort begeistert“, erinnerte sich Enders. Auch bei den Kindern von Köthig hatte die Geschichte sofort Anklang gefunden. Die beiden hatten Glück und fanden einen Verlag, der das Buch vor sechs Jahren herausbrachte.

Von Jutta Liebmann, die die offizielle Eröffnung moderierte, gefragt, was ihr erster Eindruck von der Lesepause sei, erklärte dritte Bürgermeisterin Angelika Flock: „Es ist überwältigend, was hier auf die Beine gestellt wurde. Ich würde es als literarisches Festival bezeichnen“. Auch für Landrätin Andrea Jochner-Weiß hatte Liebmann, Leiterin des Amts für Standortförderung, Kultur und Tourismus, eine Frage: „Bleibt Ihnen noch Zeit zum Lesen?“ „Ich lese jeden Tag, das ist für mich zum Abschalten“, lautete die Antwort von Jochner-Weiß. Das sei dann aber keine Fachliteratur mehr, sondern ein Roman zum Entspannen.

Wegen Erkrankung musste die, für abends geplante, Lesung von Amelie Fried abgesagt werden. Als Denk davon erfuhr, habe er „ein Gefühl, einen Gedanken und einen Entschluss“ gehabt und gefasst. Er sei betrübt, weil er Fried nun nicht treffe und habe überlegt, warum die Lesepause auch so von Bedeutung sei. Das hätte ihn zum Entschluss gebracht anzufragen, ob er einen kurzen Vortrag zum Lesen und der Wichtigkeit des Projektes Lesepause halten könne. Die kleine Bühne auf dem Kirchplatz gehörte ganz ihm, als er den Zuhörern nahebrachte, warum die Lesepause und das Lesen so wichtig seien und weshalb das Lesen in Gefahr sei. Verführer seien die visuellen Medien, die mit allen Mitteln versuchen würden, unsere Aufmerksamkeit zu erlangen und das auch schaffen. Denn, unsere Sinne seien fasziniert von Bewegungen, so Denk und weiter: Visuelle Medien verführen uns und so kommt es, dass zum Beispiel Kinder keine Zeit mehr fürs Lesen haben. Denk betonte, für unsere Gesellschaft, für die Demokratie wäre es schlimm, wenn wir verlernen zu lesen und selbst zu denken. Daher sei die Lesepause so ungemein wichtig. Hinweis: Am Montag, 24. Juli, spricht Denk um 19 Uhr darüber „Warum Lesen die klügste Freizeitbeschäftigung ist“.

Bis 30. Juli haben alle Interessierten Zeit, im Lesepavillon am Kirchplatz neue Bücher zu entdecken oder eine der Veranstaltungen der Lesepause zu besuchen. Mehr Infos unter www.lesepause-am-kirchplatz.de.

Von Melanie Wießmeyer

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