Michael Köhlmeier las in der ausverkauften Gymnasiums-Aula

Große Literatur für Weilheimer

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Michael Köhlmeier in der Pause der Lesung beim Signieren seiner Bücher.

Weilheim – Mit dieser Lesung knüpften die Macher der „Weilheimer Hefte zur Literatur“ an große Zeiten an: Vor einer bis auf den allerletzten Reservestuhl gefüllten Aula las der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier aus seinen Werken und nicht nur das.

Er nahm sich auch Zeit für die Fragen seines Auditoriums und erzählte in unvergleichlicher Weise von der Entstehung der Menschen aus Sicht der griechischen Mythologie. Den vielfach ausgezeichneten Literaten – allein heuer wird er mit dem Marie-Luise-Kaschnitz-Preis der Evangelischen Akademie Tutzing sowie dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung geehrt – begrüßte Hausherrin Beate Sitek am Gymnasium.

Den ersten Teil der Dichterlesung eröffnete Michael Köhlmeier mit einem Auszug aus „Madalyn“: Sebastian Lukasser, Schriftsteller, kennt Madalyn seit ihrem fünften Lebensjahr. Sie leben im selben Haus. Ihm kann sie Dinge anvertrauen, die ihre Eltern nicht verstehen würden.

Jetzt ist sie vierzehn und erlebt ihre erste, ausweglos komplizierte Liebesgeschichte. In dieser Situation sucht sie auch wieder den Rat Lukassers – das Alter Ego von Michael Köhlmeier –, der einerseits nicht in diese Geschichte hineingezogen werden will, sich ihr aber auch nicht entziehen kann.

Auch im zweiten Werkauszug, den Köhlmeier vortrug, ging es um eine Beziehung Lukassers, die er nicht will, sich ihrer aber ebenso wenig erwehren kann: In dem Roman "Abendland" ist der Schriftsteller Lukasser in North Dakota in einer kleinen Hütte. Er schreibt die Lebensbeichte von Carl Jacob Candoris – Mathematiker, Weltbürger, Dandy und Jazz-Fan – mit dem ihn bereits eine lebenslange Vater-Sohn-ähnliche Beziehung verbindet. Der Revieraufseher, der für seine Hütte zuständig ist, drängt Lukasser einen Hund auf und wieder entspinnt sich eine Beziehung, wo eigentlich keine gewollt ist.

Nach der ausgiebigen und humorvollen Beantwortung aller Schüler und Gästefragen schilderte Köhlmeier dann in unnachahmlicher Weise die Entstehung der Menschheit.

Dabei begann er mit den Titanen, den Göttern und kam schließlich zu uns, die wir „lernfähige Versager sind, gemacht von Titanen“. Die phantastischen Fortpflanzungsgeschichten der Götter und Titanen quittierte er dabei mit einem lakonischen: „Biologisch schwer nachvollziehbar, aber mythologisch einwandfrei!“.

Von Bianca R. Heigl 

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