Asyl im Oberland

Weilheimer Lichterzug gegen Gleichgültigkeit

Menschen, Lichterkette
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Die Kirchengemeinden, Vertreter der Stadt und das Solidaritätsbündnis Asyl im Oberland riefen zur Solidarität mit Flüchtlingen und zur Seenotrettung auf.

Weilheim – Mit Glockengeläut, Gebeten, Aufrufen und einem Lichterzug setzten das Solidaritätsbündnis Asyl im Oberland, Stadträte, beide Weilheimer Kirchen und der Arbeitskreis „In Barmherzigkeit handeln“ am vergangenen Freitag, dem Tag des Flüchtlings, ein unüberseh- und -überhörbares Zeichen gegen die Gleichgültigkeit.

Vier Geistliche – Stadtpfarrer Engelbert Birkle, Pfarrerin Sabine Nagel, Dekan Jörg Hammerbacher und Jost Hermann aus Schongau – riefen in ihren Andachten zu mehr Menschlichkeit gegenüber Flüchtlingen auf und forderten ein Bekenntnis zur Seenotrettung. Mit ihren Worten erinnerten sie an Zitate aus der Bibel zur Nothilfe. „Wir brauchen Menschen, die eine Kultur des Helfens besitzen. Da gibt es keinen Spielraum. Man lässt keinen Menschen ertrinken. Punkt!“, sagten sie übereinstimmend.

Nach einer kurzen Andacht in der evangelischen Apostelkirche zogen die Anwesenden mit entzündeten Kerzen zur Marienkirche und gestalteten mit den Kerzen vor dem Eingang eine Friedenstaube. Danach folgte eine zweite Andacht in der Kirche Mariae Himmelfahrt. Ingeborg Bias-Putzier (Solidaritätsbündnis Asyl im Oberland) versuchte im Anschluss in ihrem Grußwort dem Motto der bundesweiten interkulturellen Woche „Zusammen leben – zusammen wachsen“ gerecht zu werden. „Wir wollen mit unserer Aktion ein Solidaritätszeichen setzen und die Aufmerksamkeit der Bürger auf die Seenotrettung wie auch auf die unmenschlichen Zustände in den Flüchtlingslagern richten. Die Fluchtbewegungen werden anhalten, solange es Kriege gibt. Allein heuer haben sich rund 55 160 Personen, darunter viele Kinder, auf den Weg gemacht. Über 500 wurden bereits für tot oder vermisst erklärt. Wir fordern eine europäische Flüchtlingspolitik“, erklärte Bias Putzier.

Dritter Bürgermeister Alfred Honisch verlas die Weilheimer Erklärung von 2005, die unter anderem zu Zivilcourage mahnt und sich gegen autoritäre Bewegungen ausspricht. „Sie ist heute aktueller denn je“, mahnte er. Stadträtin Petra Arneth-Mangano, Referentin für Flüchtlinge, Asyl und Integration, warf in ihrem Redebeitrag der europäischen Kommission Versagen vor und wies auf die Forderungen der Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan hin, dass Deutschland 50 Prozent der Moria-Flüchtlinge ohne Vorbedingungen aufnehmen solle. Sie beklagte in diesem Zusammenhang, dass ein Antrag von vier Stadträten, Weilheim solle sich der Städte-Bewegung „Sicherer Hafen“ anschließen, zurückgestellt worden sei.

Von Georg Müller

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