Vernissage der Lichtkunst von Philipp Geist in der Apostelkirche – Großes Fest Ende Oktober

Lichte Erfahrungen

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Durch den Innenraum der Apostelkirche in Weilheim schweben hunderte von Schwänen und er ist in immer wechselndes Licht getaucht.

Weilheim – Worte und Formen aus Licht, an Schnüren gespannte Origamischwäne mit Botschaften und ruhige Klänge – am vergangenen Donnerstag fand in der Apostelkirche die Vernissage zu „500 – Kirche im Licht“ statt.

Mit der Lichtkunst von Philipp Geist wird das Reformationsjubiläum auf kunstvolle Weise gefeiert. Bevor jedoch die Gäste der Vernissage die Lichtinstallation auf sich wirken ließen, fanden sich alle zu einem kleinen Empfang im evangelischen Gemeindehaus ein. In seinem Grußwort schlug zweiter Bürgermeister Horst Martin einen Bogen von seiner Teilnahme als Sänger am Pop-Oratorium Luther in München zur Lichtkunst in Weilheim. Verbindende Elemente sind die Auseinandersetzung mit Luther, Hoffnung und Glaube auf künstlerische Weise. „Kunst kann inspirieren, ungeahnte Gefühle hervorrufen und zum Nachdenken anregen.“

Lichtkunst Apostelkirche

„Der Thesenanschlag war ein Ereignis, das in seiner Auswirkung von Weltbedeutung war“, hob Kulturreferentin Ragnhild Thieler die Tragweite der Reformation hervor. Sie wünschte der Lichtkunst viele Besucher und erklärte, es sei „ein Fest für die ganze Stadt und Region“.

„Warum Licht in und an der Apostelkirche? Weil es zusammengehört“, betonte Dekan Axel Piper und verwies auf die Bibel, in der sich das Thema Licht „von Anfang bis Ende“ wie ein roter Faden durchzieht. „Den Reformatoren ist ein Licht aufgegangen“, so Piper. Gott ist nicht rachsüchtig, sondern liebe die Menschen. Um lichte Erfahrungen geht es auch bei der Installation in der Kirche: die Vorbereitungsgruppe sammelte insgesamt 562 Botschaften und brachte diese auf die Origamischwäne. Außerdem werden die Botschaften mittels Licht im Kircheninneren projiziert. Es ist ein Weg, „um unseren lichten Erfahrungen auf die Spur zu kommen“, sagte Piper. An die Besucher ist es als Einladung zu verstehen, sich von der Lichtkunst und den Worten selbst inspirieren zu lassen.

Die interaktive Komponente ist für Künstler Philipp Geist von Bedeutung. „Menschen bei Projekten mit einzubeziehen, ist mir wichtig.“ Und das funktioniert auf mehreren Ebenen: Im Voraus bei der Sammlung von Botschaften und dem Falten der Schwäne – diese stehen symbolisch für Luther. Später, bei der fertigen Installation, können die Besucher ein Teil von ihr werden. Das ursprüngliche Konzept der Installation zur Reformation hatte Geist für die evangelische Kirche in Venedig entwickelt. Dieses wurde nun für Weilheim adaptiert. Die Installation scheint ohne Anfang und Ende zu laufen, daher „kann man sie lange und kurz erleben“, erklärte Geist. Die Besucher können in die Installation „eintauchen“. Bei der Lichtkunst selbst handelt es sich um „eine sehr junge Kunstform“, zu deren Pionieren Geist gehört.

Am Montag, 30., und am Dienstag, 31. Oktober, findet bei der Kirche und im Gemeindehaus ein Fest für alle statt. Zusätzlich zur Lichtkunst im Kircheninneren wird auch die Westfassade miteinbezogen. Des Weiteren kann bis zum Ende des Monats die „Kirche im Licht“ jeden Dienstag, Donnerstag, Freitag und Sonntag von 19 bis 21 Uhr besucht werden. Am 15. und 27. Oktober wird die Lichtkunst von live Musik begleitet.

Von Melanie Wießmeyer

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