Über 1 000 Stunden im Ehrenamt

Erfreuliche Bilanz zur Lichtinstallation an der Apostelkirche – Evangelisches Dekanat übergibt Spende

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Vor der Apostelkirche übergaben Kirchenpfleger Martin Herzog (li.), Dekan Axel Piper (re.) und Pfarrerin Ulrike Fries-Wagner (dritte v.re.) je 1 250 Euro an die Aktion „Startchancen“ des Evangelischen Jugendwerks – vertreten von Diakonin Ruth Grünwald (zweite v. re.) –, sowie an Angelika Flock und Sabine Hermann von „Weilheimer Menschen in Not“.

Weilheim – Die Kirche in einem neuen Licht erstrahlen lassen: Das nahm das Evangelische Dekanat Weilheim im Oktober vergangenen Jahres beim Wort. Als Abschluss des 500. Jubiläumsjahres der Reformation lockte die Lichtinstallation von Philipp Geist tausende BesucherInnen in und an die Apostelkirche Weilheim. Vor Kurzem zogen die Verantwortlichen Bilanz.

Passt Lichtkunst überhaupt zur Kirche? Es passt sehr gut, es ist vielleicht sogar notwendig, erklärte Dekan Axel Piper bei der Pressekonferenz. „Wir wollen die Kirche in einem neuen Licht erstrahlen lassen“, so Piper. Der Hintergrund: In der Landeskirche läuft das Projekt „profil und Konzentration“, bei dem „regionales Denken und Kooperationen“ gefördert werden sollen. „500-Kirche im Licht“ sei ein Baustein für die landeskirchlichen Bemühungen, die Perspektive zu wechseln und sich zu fragen: Wie erreiche ich Menschen, die mit der Kirche nicht so viel zu tun haben?, erklärte Piper. „Wir haben 6 000 Gemeindemitglieder und erreichen davon nur einen Bruchteil. Wir müssen uns als Kirche mit allem Ernst der Herausforderung stellen: Was ist unser Auftrag und wie erreichen wir Menschen?“, betonte der Dekan.

Pfarrerin Ulrike Fries-Wagner betonte, dass es beim Lichtkunstfestival gelungen sei, „die Welt in die Kirche und die Kirche in die Welt zu holen“. Auch lobte die Pfarrerin die Zusammenarbeit mit den katholischen Pfarreien, der Stadt und dem Lichtkunstverein. Die guten Kontakte, die daraus entstanden sind, sollen weiter ausgebaut werden.

„Die Lichtinstallation war ein sehr wichtiges und großes Ereignis“, so Kirchenpfleger Martin Herzog. 50 bis 60 Ehrenamtliche haben insgesamt über 1 000 Stunden bei den Aktionen rund um die Reformationsfeiern mitgeholfen. Die Resonanz war „sehr positiv“, was auch an den Einträgen im Gästebuch gesehen werden kann. Anlässlich des Projekts wurden zudem über 500 gefaltete Schwäne – mit Wünschen und Anliegen beschriftet – in der Apostelkirche aufgestellt. Diese standen unter dem Thema „Meine Botschaft“. „Den Jüngeren waren oft Familie und Freunde wichtig. Den Senioren waren oftmals die Völkerverständigung und der Frieden wichtig“, sagte Fries-Wagner. Ein Großteil der Schwäne konnte auf zwei Adventsmärkten zugunsten der Weilheimer Tafel und der Kirchenmusik verkauft werden. „Die Nachfrage war groß“, so Fries-Wagner. Laut Piper seien diese Botschaften für den Lernprozess der Kirche wichtig, um zu sehen, „was den Menschen wichtig ist“. Für die diesjährige Osterkerze der Apostelkirche werden die Botschaften an den Schwänen und andere Elemente aus der Lichtkunst mit aufgenommen.

Wie viel das Projekt letztendlich gekostet hat, wollte Herzog nicht genau sagen. Jeder Cent über den Unkosten sollte jedoch an Menschen gehen, die es wirklich benötigen. Bei der Aktion waren trotz der Kosten, die zu 40 Prozent durch Zuschüsse der Stadt Weilheim und der Evangelischen Kirche sowie zu 60 Prozent durch Einzelspenden gedeckt wurden, 1 640 Euro Überschuss erwirtschaftet worden. Der Lionsclub Weilheim-Ammersee erhöhte den Spendenbetrag noch auf 2 500 Euro.

1 250 Euro gingen an „Weilheimer Menschen in Not“, um BürgerInnen aus ihrer aktuellen Notlage herauszuhelfen. Die andere Hälfte des Geldes empfing die Aktion „Startchancen“ des Evangelischen Jugendwerks, um Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an Freizeiten, Jugendseminaren und mehr zu ermöglichen, wenn sie sich derartige Aktivitäten nicht leisten können.

Laut Fries-Wagner war das Lichtkunst-Projekt „eine einmalige Sache“. Die Kontakte, die daraus entstanden sind, sollen aber auf jeden Fall weitergeführt werden, gab die Pfarrerin zu verstehen. Auch der Kirchhof solle als offener Raum bewusster genutzt werden. Dieser habe sich als ein „stimmungsvoller Begegnungsort erwiesen“.

Eines ist sicher: Menschen hat dieses Projekt auf jeden Fall erreicht, es waren insgesamt an die 5 000. 

Von Maria Lindner 

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