Weilheim bereitet sich vor

Für das Lichtkunstfestival 2018 am 19. und 20. Oktober

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Weilheim – Ein dickes Programmheft wird gerade gedruckt, gebunden und in den nächsten Tagen ausgeliefert, Leuchtwürfel und Aufkleber in und an Schaufenstern signalisieren das finanzielle Engagement von Weilheimer Unternehmen, im Festivalstadel wird gehämmert und geschraubt und Anfang nächster Woche reisen die ersten Künstler an – alles macht sich bereit für das Lichtkunstfestival 2018 in der Weilheimer Altstadt.

Philipp Geist, als künstlerischer Leiter für die Zusammenstellung des Programms verantwortlich, freut sich auf die Festivalatmos- phäre, die nächste Woche durch die Plätze und Gassen seiner Heimatstadt wehen wird. „Besonders angetan waren die Künstler 2016 von der familiären und persönlichen Atmosphäre in Weilheim“, erinnert er sich. Auch die vielen Besucher schwärmten von der ganz besonderen Stimmung in der Stadt. Beim Blick in das Programm für 2018 dürfte kein Zweifel daran aufkommen, dass es auch dieses Jahr wieder viele staunende Augen geben wird.

Die Künstler Ein typisches Merkmal von Geists Arbeiten ist die Integration von Begriffen, die von den Bewohnern eines Ortes eingebracht werden – so auch in Weilheim. Mit ihnen erschafft er typografische Bildkompositionen, die sich oft auf fast malerische Weise auflösen. Damit setzt er seine Lichtinstallationen in direkte Verbindung zum Ort der Projektion. Er spielt aber auch mit den Fassaden der historischen Gebäude, verfremdet und interpretiert sie neu. Und schließlich öffnet er mit Bodenprojektionen eine weitere Dimension. Somit wird zum Beispiel der vertraute Marienplatz auf einmal zum unbekannten Terrain. „Flow“ heißt das Videomapping von László Bordos, einem Star der internationalen Lichtkunstszene, der aus Budapest anreist. Basierend auf einem 3-D-Scan des Gattingerhauses löst er dessen Fassade mit den typisch oberbayerischen Lüftl- malereien auf und spielt mit den daraus abgeleiteten Formen. Zweidimensionale Ornamente werden zu dreidimensio- nalen Gebilden, die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt zerfließen zur Musik von Lukas Taido. Theater Anu ist eine zehnköpfige Performancegruppe aus Berlin. An sechs verschiedenen Orten, darunter zum Teil selbst den Weilheimern unbekannte Ecken, erzählen sie mit Licht und Schatten auf unvergleichliche Art Geschichten voller Poesie. Ohne Bühne, ganz nahe an den Zuschauern. Die kürzeste Anreise hat die Videokünstlerin Vanessa Hafenbrädl. Sie wohnt im benachbarten Dießen, doch auch sie ist mir ihren Arbeiten weltweit unterwegs. Für Weilheim adaptiert sie ihr Videomapping „Erlinde“, mit dem sie 2016 den Wettbewerb Genius loci in Weimar gewann. Für die Weilheimer Version an der historischen Stadtmauer arbeitet sie mit der Optik des Tuffsteins, aus dem die Mauer besteht. Auch die Musik dazu weist einen starken Bezug zum Ort auf, sie stammt von Markus und Micha Acher. Wenn die beiden Festivalabende zu kurz werden, um diese und viele weitere Programmpunkte zu erleben, bleiben noch vier Wochen Zeit, um in aller Ruhe die Lichtkunstarbeiten zu erleben, die über alle Etagen des Weilheimer Stadtmuseums hinweg ausgestellt sind. Besonders stolz sind die Veranstalter auf die Leihgabe aus dem Kunstmuseum Celle mit der Sammlung Rober Simon: einen Leuchtkasten von Otto Piene, der als einer der großen Pioniere der Lichtkunst gilt.

Von Kreisbote

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