Lieber Party statt Politik

Die Wahlparty im Jugendhaus „Come In“ am vergangenen Freitag war das heiße Finale eines schleppend verlaufenen Wahlkampfs für das neue Weilheimer Jugendparlament (JuPa). Die dort gezeigte Begeisterung stand ganz im Gegensatz zur enttäuschenden Stimmenabgabe in den Schulen. Nur 162 von insgesamt möglichen 2133 Wählern zwischen 14 und 21 Jahren gaben den elf Bewerbern ihre Stimme. Eine Wahlbeteiligung von 7,63 Prozent.

Dass die Kandidatensuche für das inzwischen fünfte Weilheimer Jugendparlament nicht einfach werden würde, das war bekannt. Dass es aber so schwierig wird, überraschte dann doch. Nach der misslungenen Kandidatensuche im vergangenen Jahr, damals hatten sich nicht die erforderlichen elf Bewerber gefunden, klappte es nun im zweiten Anlauf. Dazu wurden allerdings die Voraussetzungen – Reduzierung der Parlamentarier von elf auf neun – geändert. Bei der vorgezogenen Wahlparty mit der Möglichkeit zur Stimmenabgabe – die Auszählung erfolgte am Samstag – waren bei den Verantwortlichen die Gefühle im Zwiespalt. „Ich bin eigentlich ganz zufrieden, aber auch etwas frustriert. Zufrieden bin ich mit der Stimmung auf der Party. Die fast 100 jugendlichen Besucher zeigen, dass sich die Mühe der Vorbereitung gelohnt hat und der neue Standort des Jugendhauses eine richtige Entscheidung war. Enttäuscht bin ich jedoch über die insgesamt geringe Resonanz bei der Wahl“, sagte der ehemalige JuPa-Vorstand Vincenzo Mangano. Abgesehen vom Gymnasium und der Hauptschule sei das Interesse für das Jugendparlament an den anderen Schulen der Kreisstadt relativ klein gewesen. Sprüche wie „Ist mir doch egal“ oder „Warum brauchen wir das überhaupt?“ zeugten von wenig Verständnis für das JuPa. Dabei sei die Chance, aus eigener Kraft etwas zu bewegen, groß. Offensichtlich mache das Meckern, dass sich nichts bewege, mehr Spaß, kritisierte Mangano. Mangano, ehemalige Jungparlamentarier und JuPa-Kandidaten waren während der vergangenen Woche an Weilheims weiterführenden Schulen unterwegs, um auf Stimmenfang zu gehen. Weilheims neues JuPa bilden nun Lora Todorova (Schülerin, 17 Jahre), Maxim Ostaptschuk (Elektriker, 21 Jahre), Riccardo Mangano (Schüler, 17 Jahre), Tobias Huber (Schüler, 17 Jahre), Michael Bertram (Student, 21 Jahre), Daniel Jerate (Azubi, 16 Jahre), Joshua Kiefer (Schüler, 15 Jahre), Sebastian Bombach (Student, 21 Jahre) und Sergej Dukart (Schüler, 15 Jahre). Das nun erste offizielle JuPa-Treffen ist am Montag, 30. März, um 19 Uhr im Rathaus. Denkbar sind bei der geringen Wahlbeteiligung auch Entscheidungen über die Zukunft des Jugendparlaments.

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