Lipp folgt auf Vidal

Seit der Gründung der Standortförderung im Jahre 2004 hatte Dr. Norbert Vidal den Vereinsvorsitz inne. Zum 11. November übernahm der 35-jährige Weilheimer Geschäftsmann Florian Lipp das Ruder. Ein für die Wirtschaft tätiger Verein dürfe nicht parteipolitisch geprägt sein, begründet der BfW-Fraktionsvorsitzende und ehemalige Wirtschaftsreferent Vidal seinen Rücktritt von diesem Posten. „Es gab keinerlei Querelen“, schiebt sein Nachfolger Lipp Spekulationen einen Riegel vor.

Bei einer Pressekonferenz am Montag im Kaufhaus Rid erklärte Vidal, dass es sich bei dem Wechsel im Vorsitz um den „technischen Vollzug eines Beschlusses“ handle, der im Frühjahr gefasst worden sei. Der 14-köpfige Gesamtvorstand des Vereins habe am 10. November einstimmig den Geschäftsführer des Kaufhauses Rid, Florian Lipp, zum ersten Vorsitzenden gewählt. Vidal bezeichnete seinen Nachfolger als einen „Unternehmer mit Fokus auf die Dienstleistungsstadt Weilheim“. Nach der Vereinssatzung soll der Vorsitz alle sechs Monate innerhalb der Vorstandschaft wechseln. Lipp, der auch Filialen in Penzberg und Bad Tölz betreibt, habe wegen Baumaßnahmen in seinen Betrieben nicht eher für den Vorsitz zur Verfügung gestanden. Eine frühere Rücktrittsmöglichkeit habe sich deshalb für Vidal, auch bedingt durch die Kündigung des ehemaligen Standortförderers Johannes Krick, nicht ergeben. Neben seinem Dank an die Vorstandskollegen und an Standortförderer Stefan Frenzl für die „erfolgreiche, intensive Zusammenarbeit wertet es Vidal als „Wermutstropfen“, dass es nicht gelungen sei, in vier Jahren mehr Mit- glieder zu gewinnen. Der scheidende Vorsitzende kritisierte, dass sich „ganze Quartiere dem Verein verweigern“ würden. Dies sei auch in der Oberen Stadt der Fall, obwohl sich der Verein bei den Oberstadtlerfesten kräftig engagiert habe. Als besondere Leistungen des Vereins stellte Vidal das „massive Vorantreiben der Altstadtsanierung“ und den Stadtmarketingpreis für das Kandinsky-Projekt heraus. Dass sich die Firma Diamantmetall Müller in Weilheim angesiedelt und und die Firma Zarges hier eine neue Halle bauen und 50 bis 60 Arbeitsplätze schaffen wird, sei ebenfalls auf die Initiative der Standortförderung zurückzuführen. Der 35-jährige Florian Lipp sieht seine Aufgabe darin, nicht nur die Innenstadt, sondern den gesamten Standort Weilheim zu fördern. Ansatzpunkte gebe es genug, sagte Lipp mit Verweis auf rührige Wirtschaftsaktivitäten im Umland. Da könnte es einem schon „angst und bang werden, wie Weilheim vor sich hinschläft.“ Die Kreisstadt brauche neue Gewerbeansiedlungen und Arbeitsplätze. „Wer in Weilheim zur Schule gegangen ist, soll auch hier arbeiten können“, fordert Lipp. Für eine Kursänderung des Vereins sieht der neue Vorsitzende keinen Grund. Doch müsse dessen Arbeit in der Öffentlichkeit viel besser kommuniziert werden, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Das Kreieren einer „eigenen Stadtmarke Weilheim“ wird 2009 ein zentrales Thema sein, kündigte Frenzl an. Der Standortförderer wird neben seiner Hauptaufgabe, neue Unternehmen für Weilheim zu gewinnen, auf der Baustelle Marienplatz koordinierend tätig sein. Bei Diskussionsrunden mit den Unternehmern im Paradeis und Am Weidenbach sollen vor Ort deren spezielle Probleme erfragt werden. Auch die Mitgliederwerbung soll im Verein, der „die Steigerung der Attraktivität und wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Weilheims“ zum Ziel hat und aktuell 97 Mitglieder zählt, forciert werden. „Man muss Klinken putzen, auf Zuruf funktioniert nichts“, weiß Vidal. Ab 30 Euro können neben Betrieben, Freiberuflern, Dienstleistern auch Privatpersonen und Vereine der nur räumlich im Rathaus angesiedelten Standortförderung beitreten, die sich über Umsatz abhängige Mitgliedsbeiträge und einen Zuschuss der Stadt Weilheim – rund 30000 Euro pro Jahr – finanziert.

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