Lösung für Radweg zwischen Peißenberg und Oberhausen in Planung

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Peißenberg/Oberhausen – Eine alltagstaugliche Radwegeverbindung zwischen Oberhausen und Peißenberg, die steht schon seit langem auf dem Wunschzettel der beiden Gemeinden. Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab, die ebenfalls schon vor Jahren diskutiert, dann aber wieder verworfen wurde – nämlich ein Brückenschlag über die Ammer.

Bislang hieß es, dass nur eine Route entlang der Kreisstraße WM 15 über Eyach als alltagstaugliche Route in Frage käme. Aufgrund der Einsehbarkeit sei diese Variante vor allem hinsichtlich der „sozialen Sicherheit“ zu bevorzugen. Diese Haltung vertrat jedenfalls der Landkreis. Die beiden Gemeinden mussten sich mehr oder weniger gezwungenermaßen fügen, weil man auf eine Kostenbeteiligung des Landkreises angewiesen ist. Doch ein paar Wochen vor der Kommunalwahl gibt es nun eine Kehrtwende: Bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Peißenbergs Bürgermeisterin Manuela Vanni und ihrem Oberhausener Amtskollegen Thomas Feistl verkündete Landrätin Andrea Jochner-Weiß eine „Willenserklärung“ pro Brückenschlag über die Ammer.

Demnach würde der Radweg an der Oberhausener Kläranlage vorbei an der Ach-Einmündung über die Ammer führen. Von dort ginge es dann auf dem nördlichen Ammerdammweg Richtung Peißenberg. Jochner-Weiß sprach von einem „Modellprojekt“. Der Landkreis hat bekanntlich eine Studie für ein alltagstaugliches Radwegekonzept in Auftrag gegeben. Dabei jedoch gelte es, sich nicht nur auf die Hauptverkehrsstrecken zu fokussieren, sondern auch Nebenstrecken in die Überlegungen mit einzubeziehen. Im konkreten Fall, so die Landrätin, „wäre dann eine zeitnahe Umsetzung möglich“.

Das Problem an der Kreisstraße sind unter anderem die fehlenden Grundstücke. Außerdem wären die Kosten relativ hoch. Kalkuliert wurde bislang immer mit über einer Million Euro – ohne Grunderwerb wohlgemerkt. Der Brückenschlag würde vermutlich wesentlich günstiger kommen. Der Landkreis hat zudem bereits signalisiert, sich mit einem Drittel an den Kosten zu beteiligen. Vanni sprach beim Pressetermin bezüglich des Radwegs Peißenberg-Oberhausen von einem „wichtigen Verbindungsstück im Landkreis von Osten nach Westen“. „Bevor man gar keine Lösung bekommt“, müsse man die zweitbeste Variante ins Visier nehmen. Ähnlich pragmatisch beurteilte Feistl die Angelegenheit: „Man kann nicht jede Variante aus einem Konzept 1:1 umsetzen.“

Zudem würde die Route über die Ammer auch in puncto „Nachhaltigkeit“ Vorteile bieten, weil sie keine Fläche versiegeln und bestehende Wege nutzen würde. Wie Jochner-Weiß betonte, habe die Untere Naturschutzbehörde bereits ihre Zustimmung signalisiert. Zumindest wäre der Brückenbau ohne Naturverträglichkeitsprüfung möglich.

Das Projekt „Brückenschlag“ soll nun in den Kreistagsgremien beraten werden. Noch heuer will man eine detaillierte Planung vorlegen.

Von Bernhard Jepsen

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