Auf Werte des Forschungsprojektes warten

Luftfilteranlagen in Schulen Thema im Marktgemeinderat Murnau

Sitzungssaal
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In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats wurde über die Anschaffung von Luftfilteranlagen in Schulen gesprochen.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – Derzeit wird im Landkreis Garmisch-Partenkirchen im Rahmen eines Forschungsprojektes in einigen Klassenzimmern getestet, was Luftfilteranlagen wirklich leisten und ob diese die Corona-Ansteckungsgefahr im Unterricht tatsächlich maßgeblich minimieren können. Bis November soll das Projekt noch laufen. Auf Ergebnisse muss man also noch warten. Doch in der jüngsten Murnauer Marktgemeinderatssitzung war man sich uneinig darüber, ob man nicht jetzt schon nach Möglichkeiten suchen sollte, im Fall der Fälle aktiv werden zu können.

In den Sommerferien, als gähnende Leere in den Klassenzimmern herrschte, erkundigte sich Gemeinderätin Anna Schlegel-Herz (Grüne) schon einmal bei der Gemeinde, wie es um die Beschaffung von Luftfilteranlagen steht. Wenn sie nun aber an das Forschungsprojekt denkt, weiß sie, dass sich Geduld lohnt. „Natürlich muss man den Schulbetrieb für Ist-Werte abwarten“, sagt sie in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Dennoch hofft sie, dass die Marktgemeinde schnell reagieren kann, wenn die Inzidenzen wieder dorthin steigen, „wo wir sie nicht haben wollen“, sagt sie und betont, dass viele Schüler nicht geimpft sind. Schulschließungen wie im vergangenen Jahr Mitte Dezember möchte sie verhindern.

„Mit dieser Lösung bin ich nicht ganz zufrieden, es ist ein Kompromiss“, meint Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum) beim Blick auf die Warteschleife. Er weiß, dass „es seine Zeit braucht, bis man profunde, nachweisbare Werte hat“. Dennoch möchte er eine Möglichkeit haben, schnell zu reagieren, wenn die Inzidenzen hoch seien. „Ventilatoren kosten nicht viel“, sagt er.

Dr. Michael Rapp (CSU) erinnert daran, dass man sich damals dafür entschieden habe, sich dem „Pilotprojekt“ des Landkreises anzuschließen. Zwar könne er Manliks „Intention“ verstehen, aber „wir müssen auch überlegen, welche Kosten auf uns zukommen“. Für Dr. Rapp sei das Vorgehen daher völlig richtig gewesen, er appelliert, nun den Weg nicht abzukürzen. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hofft derweil, dass in der Hauptverwaltungsausschusssitzung im November bezüglich der Forschungsergebnisse vielleicht schon eine „Vor-Wasserstandsmeldung“ möglich sei.

Für Manlik nicht genug. Wenn die Inzidenzen „speziell an den Schulen“ steigen, müsse man sich „zeitnah damit beschäftigen“, betont er, wohlwissend, dass Luftfilteranlagen Kosten von 3 500 bis 4 000 Euro betragen können, „aber viele Schulen schaffen das ohne lange Diskussion“.

Das will Beuting auch nicht bestreiten, „es kann schon sein, dass es Kommunen gibt, die nicht wissen, wohin mit ihrem Geld“. Er habe jedoch auch eine Zahl im Kopf, nämlich, dass rund 80 Prozent der Schulen anders handeln.

Auch will der Rathauschef nicht unerwähnt lassen, dass sich Kinder und Jugendliche nicht allein in der Schule mit dem Corona-Virus infizieren können, sondern ebenso in der Freizeit, etwa bei Sportaktivitäten.

Diese „beobachtente Herangehensweise ist sicher richtig“, sagt Schlegel-Herz schließlich, nachdem sie erneut ans Mikro herangetreten ist. Und man müsse auch nichts überhasten, „keine Purzelbäume schlagen“, jedoch möchte sie später nicht einräumen müssen, etwas versäumt zu haben. „Wir müssen Argumente haben“, betont Schlegel-Herz.

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