Zwei Maibäume für Weilheim

Ein Scherz mit ernsten Absichten: BauKulturfreunde setzten sich für Erhalt von Grünfläche ein

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Für einen Tag zierte der Maibaum der Baukulturfreunde die grüne Fläche gegenüber vom Amtsgericht.

Weilheim – Ob Forst, Seeshaupt oder Peißenberg – in vielen Orten im Landkreis stehen seit dem 1. Mai neue Maibäume. In Weilheim sogar zwei.

Und das obwohl der Heimat- und Trachtenverein, der normalerweise für den Maibaum zuständig ist, in diesem Jahr gar keinen aufgestellt hat. Das nahmen die BauKulturfreunde Weilheim und ein anonymer Spender zum Anlass, um selbst aktiv zu werden. Zwei kleine Bäume zier(t)en die Grünfläche gegenüber des Amtsgerichts. „Als wir mitbekommen haben, dass kein Maibaum aufgestellt wird, haben wir uns einen kleinen Freinachtsscherz erlaubt“, erklärte Heiko Folkerts, Mitglied bei den BauKulturfreunden und Architekt in Weilheim. Als sie den Maibaum gegen 7 Uhr aufstellen wollten, entdeckten sie, dass noch jemand auf die gleiche Idee gekommen war. Der andere Baum ist eine Spende aus Unterhausen.

Hinter dem Scherz steckt jedoch ein dringendes Anliegen. Laut Folkerts gebe es von Seiten der Stadt Überlegungen, die Fläche zu verbauen – vielleicht durch einer Dreifachturnhalle. „Die hat da nichts verloren. Die Fläche ist dafür sicher nicht geeignet“, so Folkerts. Sie werde von Kindern, Jugendlichen und Spaziergängern gerne genutzt. Die Fläche sei ein „hervorragend angelegtes städtisches Grün und ein schöner Maibaum-

platz“. Es wäre ein „herber Verlust“ das zu verlieren, so Folkerts. Wie Andrea Roppelt, Stadtbaumeisterin von Weilheim, auf Nachfrage des Kreisbotens mitteilte, sei für diese Fläche von Seiten der Stadt „nichts geplant“. Das Areal werde nur in „Überlegungen miteinbezogen“. „Wir sind auf der Suche nach einem Standort für die Ersatzsporthalle und es gab eine Bodenuntersuchung auf dem Maibaumgelände“, so Hans Rehbehn, Pressesprecher des Landratsamtes. Allerdings sei auch von ihnen auf dieser Fläche „nichts geplant“. Das sieht Folkerts anders: „In den geschlossenen Sitzungen wird sehr wohl intensiv darüber verhandelt. Die Gefahr ist sehr groß, dass diese Fläche verplant wird.“

Am Dienstag versammelten sich gegen 17 Uhr circa 40 Menschen auf dem „Maibaumplatz“, um über den Erhalt der Fläche zu sprechen. Laut Folkerts werde es wahrscheinlich eine Bürgerinitiative und eine Unterschriftensammlung geben.

Die BauKulturfreunde montierten ihren Maibaum am gleichen Abend wieder ab. Wie Folkerts sagte, wäre dieser „wahrscheinlich eh abgerissen“ worden.

Von Maria Lindner

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