Gelungener Festakt

Marinekameradschaft feiert 70-jähriges Bestehen in Weilheimer Stadthalle

+
Die Geehrten mit Vorstand, Bürgermeistern und Ehrengästen. Vorn mi.: Johann Stibich, Felix Uhlemann, Klaus Rawe, Markus Loth. Re. Fregattenkapitän a. D. Jürgen Weber.

Weilheim – Eine Marinekameradschaft im Voralpenland? Über 1000 Kilometer entfernt zur offenen See? Ja, das gibt es tatsächlich und was für eine.

Dass das so ist hat sicher auch mit Admiral Franz Ritter von Hipper, einem Sohn der Stadt zu tun. Sein Vorbild motiviert junge Weilheimer zum Eintritt in die Kriegsmarine. Die Kameradschaft wurde aber erst im August 1949 von 18 Mitgliedern gegründet und feierte vergangenen Freitag im Foyer der Stadthalle ihren 70. Geburtstag mit über 120 Fest- und Ehrengästen. Die Liste der Grußredner war lang. Sie wurde von Bürgermeister Markus Loth eröffnet, der der Kameradschaft im Namen der Stadt und persönlich gratulierte. „Weilheim verdankt Ihnen viel. Die Verbindung zwischen den wechselnden Crews und der Stadt ist tief verwurzelt. Sie wird gepflegt durch gegenseitige Besuche, beispielsweise zum Christkindlmarkt, tatkräftiger Hilfe und könnte enger nicht sein. Ich wünsche Ihnen auch weiterhin erfolgreiches Wirken“, sagte Loth. 

Altbürgermeister Klaus Rawe schilderte humorvoll seine Erinnerungen an Fahrten mit dem Patenboot durch den Nordostseekanal, in der Deutschen Bucht und nach Helgoland, die bei stürmischem Wetter einzelne Mitglieder der Delegation zur Verzweiflung gebracht hätten. Das Verhältnis zwischen den Marinesoldaten und den Bürgern der Stadt sei hervorragend, stellte Rawe fest.

Korvettenkapitän Felix Uhlemann – er war drei Jahre Kapitän des Minenjagdboots Weilheim – war trotz dienstlicher Verpflichtungen gerne zum Festakt nach Weilheim gekommen. Er überbrachte unter anderem Grüße des neuen Kommandanten. „Sie wissen, die Patenschaft war stets ein Herzensanliegen meiner Vorgänger und von mir. Ich werde auch in meiner neuen Dienststelle (Einsatzführungskommando Bundeswehr) die Patenschaft nach Kräften wohlwollend unterstützen“, versprach er.

Erster Vorstand Johann Stibich zog in seiner Festrede einen bunten Bogen von der Gründung bis zum 70. Jubiläum. „Unser Verein zählt heute 132 Mitglieder und das sind längst nicht nur ehemalige Marinesoldaten, sondern auch BürgerInnen, welche die Beziehungen zur Marine und Seefahrt voll unterstützen. Sie kommen nicht nur aus Weilheim, sondern zum Beispiel aus Frankfurt, Kiel, Brake (Niedersachsen) oder Erding.“

Seine Hoffnung: Vielleicht gibt es nach den bisherigen Typ-Klassen der Patenboote mit Namen Weilheim vielleicht auch ein Boot der Weilheim-Klasse.

Hintergrund: Die Patenschaft zwischen der Stadt Weilheim und dem ersten Marineschiff geht auf eine Anregung des ehemaligen Verteidigungsministers Franz-Josef Strauß zurück. 1960 war es soweit. Der damalige Bürgermeister Dr. Johann Bauer setzte die Patenschaft für die Weilheim M1077 um. Sein Nachfolger Klaus Rawe setzte sich für die Erneuerung der Patenschaft mit der zweiten „Weilheim“ ein.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Auszeichnung langjähriger Mitglieder mit Ehrennadeln in Silber (20 Jahre) und Gold (mindestens 30 Jahre Mitgliedschaft). Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom Duo „201-er Musi“.

Von Georg Müller

Auch interessant

Meistgelesen

Entlastungsstraße Weilheim: Großer Redebedarf bei fünftem Themenabend
Entlastungsstraße Weilheim: Großer Redebedarf bei fünftem Themenabend
Gewinnen Sie einen Erlebnisaufenthalt im Europa-Park für die ganze Familie
Gewinnen Sie einen Erlebnisaufenthalt im Europa-Park für die ganze Familie
Solarpotenzialkataster für Weilheim-Schongau geht ab 2. Dezember online
Solarpotenzialkataster für Weilheim-Schongau geht ab 2. Dezember online
Gerold Grimm geht nach 45 Dienstjahren in den Ruhestand
Gerold Grimm geht nach 45 Dienstjahren in den Ruhestand

Kommentare