Wachsender Betreuungsbedarf

Markt Murnau wünscht sich Kindergartengruppe in Hochried

Im ersten Stock des Hauses, das sich in Hochried gegenüber der Krippe befindet, soll eine Kindergartengruppe einziehen.
+
Im ersten Stock des Hauses, das sich in Hochried gegenüber der Krippe befindet, soll eine Kindergartengruppe einziehen.
  • VonAntonia Reindl
    schließen

Murnau – Schon bald könnte das Gelächter spielender Buben und Mädchen am Eingang zum Gelände der Klinik Hochried noch etwas lauter und lebhafter werden. Die Marktgemeinde Murnau möchte nämlich gegenüber der Krippeneinrichtung eine Kindergartengruppe mit naturnahem Konzept in Zusammenarbeit mit der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg (KJF) einrichten. Vielversprechende Gespräche dazu gab es bereits, das zeigte sich in der jüngsten Hauptverwaltungsausschusssitzung.

Für Eltern auf der Suche nach einem Betreuungsplatz dürfte das eine wenig erfreuliche Nachricht sein: Für das kommende Betreuungsjahr seien alle Kindergartenplätze „restlos vergeben“, berichtet Nina Herweck-Bockhorni, stellvertretende Geschäftsleiterin des Rathauses, in der Sitzung. Das Problem: „Durch den Zuzug werden wir weiteren Bedarf haben“, so Herweck-Bockhorni. Hinzu komme, dass es immer mehr Kinder mit Förderbedarf gebe, „dafür sind mehr Plätze nötig“, ergänzt sie. Schon jetzt arbeite man an der Belegungsgrenze – sicherlich zu Lasten der Arbeitnehmer. „Personal ist eh nicht leicht zu bekommen“, weiß Herweck-Bockhorni. Würde man die Arbeitsbedingungen ändern und verbessern, könne man Murnau als Arbeitsstandort für Erzieher und Kinderpfleger attraktiver machen, glaubt sie.

Ein Schritt in die richtige Richtung könnte die Schaffung weiterer Betreuungsplätze sein, welche die Gemeinde anstrebt. Anvisiert wird dabei das Gebäude gegenüber der Kinderkrippe in Hochried. Es habe schon eine Begehung mit einem Vertreter des Landratsamtes gegeben, berichtet Herweck-Bockhorni. Sollte in Hochried eine Kindergartengruppe Platz finden, könnte man das Konzept von Kinderhäusern, in denen verschiedene Kindertagesstätten kumuliert sind, weiter verfolgen, sagt die stellvertretende Rathausgeschäftsleiterin. Auch würde man quasi eine weitere, eine geografische Lücke schließen, gibt es im Westen Murnaus doch keine Betreuungseinrichtung für Kindergartenkinder.

Als Bauherr würde der Träger der Klinik Hochried, also die KJF, fungieren. Aus der finanziellen Verantwortung zieht sich die Marktgemeinde aber nicht, sie würde gemäß der Schätzung des finanziellen Aufwandes durch das Bauamt die Kosten für die Errichtung der Gruppe im ersten Stock des Hauses tragen. Schon vor Abschluss der entsprechenden Baumaßnahme aber könnten Kindergartenkinder in Hochried toben, spielen und lachen, denn der Träger habe sich bereit erklärt, bei Bedarf andere Räumlichkeiten im Kindergartenjahr 2021/2022 für die Betreuung von bis zu acht Kinder bereitzustellen.

Die „Umgebung mit der parkähnlichen Landschaft, Wäldern und der Nähe zum See“ sei „ein echter Glücksfall für eine Kinderbetreuungseinrichtung“, wird in der Sitzung aus einer längeren Stellungnahme von Veronika Jones (Grüne) zitiert, da die Referentin für Kinderbetreuung den Raum zu diesem Zeitpunkt wegen eines wichtigen Telefonates verlassen musste. Ein paar Tage nach der Sitzung meint Jones auf Nachfrage, dass „Betreuungsangebote Chancen schaffen: Für Kinder, die von pädagogischen Angeboten profitieren, für gerechtere Aufteilung der Sorgearbeit und somit für mehr berufliche Gleichstellungschancen für Frauen“. Ohne einen Kitaplatz müsse „ein Elternteil länger daheim bleiben“, und das sei „meist die Frau“, so die Referentin für Kinderbetreuung auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf blickend: „Fehlende Kitaplätze gehen folglich auch immer auf Kosten der Gleichberechtigung“.

Doch nicht nur Jones, auch Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) behagt die Umgebung in Hochried. Wer das Grundstück betrete, spüre, dass es „ein guter Ort für Kinder“ sei, sagt er in der Hauptverwaltungsausschusssitzung. Auch freut er sich sichtlich über die Zusammenarbeit mit dem Träger, „eine schöne Kooperation, die sich da entwickelt hat“, lächelt Beuting.

Einstimmig beschließt das Gremium, dass der Markt Murnau seinen Wunsch erklärt, in den Räumen gegenüber der Kindergrippe Hochried eine Kindergartengruppe mit einem naturnahen Konzept in Zusammenarbeit mit der KJF einzurichten. Die Kosten wolle man entsprechend der Kostenschätzung des Bauamtes übernehmen. Die KJF wird derweil gebeten, einen Planer zu beauftragen und eine Entwurfsplanung sowie eine Kostenberechnung zu erstellen. Liegen die Ergebnisse vor, obliegt dem Gemeinderat die abschließende Entscheidung. Im Bedarfsfall soll schon vor Abschluss der Baumaßnahme eine Kindergartenkleingruppe in anderen Räumlichkeiten der Klinik Hochried eingerichtet werden.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Lass Zeit am Lech“- Wunderschöne Ferienwohnungen im Lechtal am Fuße der Jöchelspitzbahn, ideal für Sommer und Winter.
Weilheim
„Lass Zeit am Lech“- Wunderschöne Ferienwohnungen im Lechtal am Fuße der Jöchelspitzbahn, ideal für Sommer und Winter.
„Lass Zeit am Lech“- Wunderschöne Ferienwohnungen im Lechtal am Fuße der Jöchelspitzbahn, ideal für Sommer und Winter.
Stadtradeln in Weilheim mal wieder ein voller Erfolg
Weilheim
Stadtradeln in Weilheim mal wieder ein voller Erfolg
Stadtradeln in Weilheim mal wieder ein voller Erfolg
Superzelle wütet: Mann kommt in Eglfing ums Leben
Weilheim
Superzelle wütet: Mann kommt in Eglfing ums Leben
Superzelle wütet: Mann kommt in Eglfing ums Leben
Radomhülle in Raisting zerstört
Weilheim
Radomhülle in Raisting zerstört
Radomhülle in Raisting zerstört

Kommentare