Markt Peißenberg steht vor harten Finanzjahren

Rathauschefin Manuela Vanni beziffert Investitionsbedarf auf rund 50 Millionen Euro

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Kündigte in ihrem Rechenschaftsbericht schwierige Finanzjahre an: Bürgermeisterin Manuela Vanni (am Rednerpult). Rechts daneben: Ordnungsamtsleiter Ludwig Hanakam und Gemeindewerksleiterin Ingrid Haberl.

Peißenberg – „Es sind nicht besonders Viele da, aber es zählt nicht die Quantität, sondern die Qualität.“

Bürgermeisterin Manuela Vanni nahm es mit Humor, dass sich bei der Peißenberger Bürgerversammlung nur rund 50 Besucher in die Tiefstollenhalle verliefen. Entsprechend ruhig und unspektakulär verlief die Informationsveranstaltung. In ihrem Rechenschaftsbericht kündigte Vanni schwierige Haushaltsjahre an. Unter anderem für die Sanierung des Bauhofs, des Feuerwehrhauses, der Erweiterung der Josef-Zerhoch-Grundschule, den Hochwasserschutz und den Bau eines neuen Kindergartens benötige man ein Finanzvolumen von etwa 50 Millionen Euro. „Der Spielraum für andere Maßnahmen wird dann wohl gegen null tendieren“, mutmaßte die Rathauschefin. Ohne staatliche Zuschüsse könne die Gemeinde ohnehin kein größeres Bauvorhaben umsetzen: „Aber da erzähl´ ich dem Marktrat nichts Neues.“ Man müsse sich sehr genau überlegen, welche Investitionen man tatsächlich brauche. „Aber diese Situation kennen wir in Peißenberg schon lange. Ohne ehrenamtliches Engagement würde der Ort zudem nicht leben können“, so Vanni.

Die Bürgermeisterin ging in der Versammlung auch auf die steigenden Immobilienpreise ein. Im Vergleich zu 2008 hätten sich die Baupreise ungefähr verdoppelt. „Wir brauchen Wohnraum“, konstatierte Vanni und verwies auf die geplanten Bauprojekte im Barbarahof, auf dem MTP-Gelände und auf dem ehemaligen Finsterwalder-Anwesen. Unter dem Strich würden dadurch zwischen 250 und 300 neue Wohnungen entstehen, was aber auch bedeute, dass die Infrastruktur mit Schulen und Kindergärten weiter angepasst werden müsse. Nachdem Gemeindewerksleiterin Ingrid Haberl über eine „wirtschaftlich stabile Lage“ des Kommunalunternehmens berichtet hatte, ging es in die Fragerunde.

Vanni musste unter anderem über den Planungsstand zum umstrittenen Gewerbegebiet-Ost Auskunft geben. Eventuell schon im November werde man im Marktrat die abschließende bauliche Planung vorlegen. „Der Weg wird wohl in Richtung grünes Gewerbegebiet gehen“, erklärte Vanni, ohne Details zu nennen. Bis zur Erschließung des Areals zwischen Umgehung und Pollinger Straße werde es aber noch eine Zeit dauern. Des Weiteren wollte ein Besucher wissen, ob sich durch die Wohnbauprojekte und die einhergehende Versiegelung des Bodens die Hochwassersituation in Peißenberg nicht noch zusätzlich verschlechtern würde. Vanni verwies auf die baurechtlichen Verfahren, im Rahmen derer bei jedem Einzelprojekt auch die Fachbehörden beteiligt werden – und: „Wir haben alle wunderschöne Häuser, aber unsere Jugend will auch bauen. Es wäre egoistisch zu sagen, nach mir die Sintflut.“

Bezüglich des Hinweises eines Besuchers auf die teilweise stark baufälligen Wanderwege rund um Peißenberg kündigte die Rathauschefin an, dass der Bauhof demnächst einen Sanierungsplan erstellen werde. SPD-Gemeinderat Dr. Klaus Geldsetzer wiederum brachte die Sonnenstraße zur Sprache. Zwar sollte das Kopfsteinpflaster im Bereich zwischen Pestalozzistraße und St. Barbara-Kirche so belassen werden, „weil dann die Autos langsamer fahren“. Jedoch müsse die Fahrbahn dringend saniert werden. Die Schlaglöcher würden momentan eine „große Gefährdung“ darstellen. Vanni kündigte eine zeitnahe Lösung an – ohne Kopfsteinpflaster: „Ich glaube, man sollte sich da etwas anderes überlegen.“

Ingrid Haberl wurde schließlich noch zum Betrieb des ambulanten Rehazentrums in der „Rigi-Rutsch´n“ befragt. Demnach sei man von den Patientenzahlen her im Plan, auch wenn der Monat August etwas schwächer verlaufen sei. Die Zulassungen für den Betrieb würden soweit alle vorliegen – bis auf die des Rentenversicherungsträgers. Laut Haberl sei man aber bemüht, die Nutzung der Reha allen Bevölkerungsgruppen zu ermöglichen.

Von Bernhard Jepsen

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