Veronika Jones hält an Kritik fest

Marktgemeinde übernimmt Ausfallbürgschaft für Sportverein

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Das Gremium votierte mit einer eindeutigen Mehrheit für den Antrag und somit für die Übernahme der Ausfallbürgschaft.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – Da ist sie wieder, diese eine Hand, die in die Höhe gestreckt wird. In der jüngsten Sitzung des Hauptverwaltungsausschusses war es allein Veronika Jones, die dem Antrag des TSV 1865 Murnau auf Übernahme einer Ausfallbürgschaft für die Erneuerung des Blockheizkraftwerkes nicht stattgeben wollte. Nun, in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung, legt die Grünen-Fraktionssprecherin abermals ihr Veto ein, vergebens. Unterstützung in ihren Zweifeln erhält sie aus dem Gremium nicht.

Seit 2013 verfügt der Verein an der Poschinger Allee über ein Blockheizkraftwerk. Nun will man auf ein neues Modell umrüsten – mit finanzieller Unterstützung. Denn gemäß eines Paragraphen in den Vereinsförderrichtlinien könne die Marktgemeinde Sanierungen von Vereinsanlagen fördern, insbesondere in Fällen, in welchen positive Effekte für die Energiewende herausgeholt werden können. In einem Antrag bittet der Verein nun um die Übernahme einer Ausfallbürgschaft in Höhe von 50 000 Euro zur Absicherung eines Darlehens, mit welchem die Erneuerung des Blockheizkraftwerkes finanziert werden soll.

Die Verwaltung ist dem Anliegen wohlgesinnt. „Die Gewährung der beantragten Ausfallbürgschaft mit Hinblick auf die bislang geübte Praxis bei ähnlichen Anträgen und die Vereinsförderrichtlinie des Marktes Murnau am Staffelsee wird befürwortet“, heißt es in der entsprechenden Sitzungsvorlage zur jüngsten Marktgemeinderatssitzung. Bereits im Hauptverwaltungsausschuss stimmte die Mehrheit im Gremium (10:1) dafür, die auf 50 000 Euro festgelegte Ausfallbürgschaft zu übernehmen, nachdem Veronika Jones mit der ein oder anderen Frage noch einmal nachgehakt hatte, etwa, ob denn eine komplette Erneuerung der Anlage wirklich von Nöten sei. Am Ende lieferte Jones die einzige Gegenstimme.

Als nun in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung das Thema abermals auf den Tisch kommt, möchte Jones wissen, ob „meine Fragen jetzt beantwortet werden können“ und auch, ob entsprechende Unterlagen nachgereicht werden können. Einen konkreten Auftrag dazu habe er nicht erhalten, erinnert sich Kämmerer Josef Brückner an die Hauptverwaltungsausschusssitzung zurück. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) dagegen blickt ins Gremium und will wissen, ob noch Fragen abgehakt werden sollen. Stille. Wenn er das Protokoll richtig verstanden habe, „waren Sie die einzige“, meint der Rathauschef schließlich in Richtung Jones. Am Ende votiert das Gremium fast geschlossen (17:1) für den Antrag und damit für die Übernahme der Ausfallbürgschaft. Die einzige Gegenstimme: Veronika Jones.

Die Grünen-Fraktionssprecherin erklärt sich am Tag nach der Sitzung noch einmal. Ihr gehe es darum, dass für das Unterfangen „öffentliche Gelder verwendet werden“. Müsste tatsächlich nur der Motor des Kraftwerkes ausgetauscht werden, „kann man ein eventuelles Risiko von 50 000 auf 20 000 Euro senken“. Doch ein weiterer, für sie noch wichtigerer Aspekt brachte sie ins Grübeln: der Klimaschutz. Ob eine vollständige Erneuerung notwendig ist, sei „bei einer gerade mal acht Jahre jungen Anlage eine legitime Frage“, findet sie. Zumal die Herstellung einer neuen Anlage wieder Rohstoffe und Energie koste.

Was die gewünschten Unterlagen angelangt, so erklärt Jones, dass es doch möglich sein sollte, gegebenenfalls Vergleichsangebote vorzuweisen. „Es gibt aber nur eines von dem Anbieter der jetzigen Anlage“, und das kenne sie nicht im Original. Von einem anderen Angebot wisse sie nichts. „Die Unterlagen wurden nicht nachgereicht“, bedauert sie. Aber selbst wenn sie für ihre Anliegen einen Antrag gestellt hätte, so bezweifelt sie, dass dieser viel Unterstützung gefunden hätte, „denn sonst wäre ja gestern die Chance gewesen, das noch mal zurückzustellen“. Doch statt Zustimmung – ebendiese Stille.

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