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Murnauer Marktgemeinderat diskutiert über ÖPNV-Planung

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Von: Antonia Reindl

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Symbolfoto: Haltegriffe im Bus.
Der Murnauer Marktgemeinderat hat über das ÖPNV-Angebot gesprochen. © Symbolfoto: PantherMedia / belchonock

Murnau – Umfangreich ist der Projektplan, den die Fraktion der Grünen im Murnauer Marktgemeinderat in einem Antrag aufgestellt hat. Dieser Plan soll zur Entwicklung eines zukunftsfähigen Angebots im Öffentlichen Nahverkehr beitragen. Dieser Plan umfasst unter anderem mehrere Projektziele, einen Zeitplan und eine Liste der zu Beteiligenden. Und dieser Plan bringt das Thema Mobilitätsarbeitskreis wieder auf den Tisch, wenngleich nur in kurzen Momenten.

Man wolle herausfinden, welches System für die Marktgemeinde geeignet sei, On-Demand- oder ein liniengeführtes, erläutert Hans Kohl (Grüne) das Ansinnen hinter dem Antrag. Diese Frage sollte die Verwaltung „professionell beantworten“, denn „wir möchten qualifizierte, belegbare Aussagen“, sagt Kohl und zeigt sich etwas irritiert von der Stellungnahme der Verwaltung. In dieser heißt es unter anderem, dass „der Beschlussvorschlag in dieser Form nicht umsetzbar und daher abzulehnen ist“.

Die Kritik an der Stellungnahme kann Philipp Zehnder, Mobilitätsbeauftragter, nicht so recht nachvollziehen. Man habe in dieser zum Ausdruck bringen wollen, dass man dran sei. In der Stellungnahme ist nämlich auch zu lesen: „Die Erstellung des ÖPNV-Konzeptes wird im Rahmen des Mobilitätskonzeptes erfolgen und die Verwaltung wird hierfür einen Projektplan erstellen“. Kohl hätte dennoch gerne Informationen, die die Verwaltung „uns geben muss“. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) wirft da kurz ein, dass die Einrichtung eines Arbeitskreises ja „zerrissen wurde“.

Mobilitätsmanagerin Dr. Andrea Falkner erläutert dem Gremium schließlich den Zeitplan. Dafür zeigt sich Stephanie Neumeir-Schrank (Grüne) dankbar. „Wir wissen, dass wir auf jeden Fall bis 2025 einen Plan brauchen“, schließt sie daraus. Warum der Beschlussvorschlag nicht umsetzbar sei, könne sie aber nicht ganz nachvollziehen, man hätte einfach gerne eine Darstellung, was bis wann umgesetzt werden soll. So ein Papier wolle man, betont auch Kohl.

„Warum schreibt ihr das nicht so einfach?“, fragt Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum) die Grünen und stört sich daran, dass die Ausführungen andere seien als im Antrag, in diesem die Vorgaben im Zeitplan auch noch „vermessen“ seien. Zehnder zeigt wiederum auf, dass manche der im Antrag aufgeführten Projektziele „nicht gehen“, etwa die Clusterbetrachtung, die nicht in der Entscheidungsgewalt der Marktgemeinde liege, und betont, dass die Bewertung durch die Verwaltung „nicht so negativ klingen“ sollte.

Wolfgang Küpper (ÖDP/Bürgerforum) bezeichnet die Thematik als „sehr komplex“ und meint: „Das schreit nach einem Arbeitskreis“. Auch Manlik betont, dass ein solcher sinnvoll wäre. Rudolf Utzschneider (CSU) hat derweil den Eindruck, dass die Mobilitätsmanagerin eingestellt worden sei, um das Mobilitätskonzept zu erstellen. Doch dafür sei die Stelle nicht geschaffen worden. In der Phase 2 des Mobilitätskonzepts gehe es nun um die konkrete Umsetzung, nicht die Erarbeitung. „Wir erwarten konkrete Maßnahmen“, sagt er. Neumeir-Schrank beschäftigt dagegen Manliks Aussage: Der im Antrag aufgeführte Zeitplan sei nicht vermessen, betont sie. Auch habe man den Antrag gestellt, als „wir alle noch geschwommen sind“. Josef Bierling (CSU) hat in einem mehrstündigen Gespräch mit Falkner dagegen einen Schluss gezogen: „Das perfekte System wird es nicht geben.“

Am Ende einigt man sich darauf, die Verwaltung zu beauftragen, einen Zeitplan für die Umsetzung der Phase 2 des Mobilitätskonzeptes zu erstellen. Priorität soll die ÖPNV-Planung haben.

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