1. kreisbote-de
  2. Lokales
  3. Weilheim

Postamt-Gutachten liegt vor: Marktgemeinderat wurde jedoch nicht informiert

Erstellt:

Von: Antonia Reindl

Kommentare

Ehemaliges Postgebäude in Murnau
Das Gutachten zum baulichen Zustand des ehemaligen Postamtes ist schon seit Wochen da. Doch darüber scheint der Marktgemeinderat nicht informiert worden zu sein. © Reindl

Murnau – Die jüngste Marktgemeinderatssitzung nähert sich allmählich dem Ende, Emotionen waren an dem ein oder anderem Punkt schon aufgequollen. Da erwähnt Rudolf Utzschneider (CSU), dass das Gutachten zum baulichen Zustand des ehemaligen Postgebäudes an der Bahnhofstraße „wohl schon seit Januar“ da sei, der Gemeinderat darüber aber nicht in Kenntnis gesetzt wurde. Ein Versäumnis, das Felix Burger (SPD), der sich seit Monaten mit der potenziellen Nachnutzung des Hauses auseinandersetzt, sichtlich bewegt.

Das Gutachten „kennen wir noch nicht“, meint Utzschneider etwas verwundert. Das Gutachten „liegt schon seit längerer Zeit im Ratsinformationssystem“, antwortet Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) und räumt ein, dass „es sein kann, dass wir es verpasst haben, es Ihnen mitzuteilen“. Felix Burger fehlen da die Worte. „Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll“, sagt er, schließlich nach Worten suchend. Was die Nachnutzung und mögliche Zwischenvermietung des Gebäudes anbelangt, steht der Sozialreferent seit geraumer Zeit mit vielen Vereinen und Gruppen intensiv in Kontakt.

Mit 16 Institutionen stehe er in Kontakt, „die nahezu ganz Murnau repräsentieren“. Umso verwunderter scheint er nun, dass mit ihm wohl nicht offen kommuniziert wurde. „Warum besprechen Sie das nicht mit mir?“, fragt er Beuting. Er liefere stets Informationen, Protokolle. „Das ist kein Umgang“, bedauert Burger.

Der Rathauschef bittet derweil um Verständnis, dass man nicht alle Themen gleichzeitig behandeln könne und verweist auf die Prioritätenliste, auf der etwa das umfangreiche Vorhaben Feuerwehrhaus seinen Platz beansprucht. Eine Entschuldigung, die Utzschneider nicht gelten lässt. „Wir sind überarbeitet“, das höre man sich seit zwei Jahren an. Dabei sei damals extra ein neues Referat geschaffen worden, das Liegenschaftsreferat. „Wie weit müssen wir euch entgegenkommen?“, fragt Utzschneider, keine Antwort erwartend. „Ich lass‘ das im Raum stehen, das müssen Sie nicht kommentieren“, meint er zu Beuting.

Das einfach so stehen zu lassen, kommt für den Bürgermeister nicht in Frage. Utzschneider fehlen die „Detaileinblicke“, so Beuting. Und: „Es ist momentan so viel los“, dass man „nicht alle Themen, die im Gemeinderat aufgerufen wurden, mit gleicher Priorität behandeln“ könne. Dass etwas einmal länger dauert, ein, zwei Monate, damit hat Burger überhaupt kein Problem, „ich habe für alles Verständnis“. Doch scheinbar nicht ganz für alles. „Aber Sie können doch den Telefonhörer in die Hand nehmen“, sagt er noch einmal in Richtung Beuting, ohne eine Antwort darauf zu bekommen.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Kommentare