"Schubladenplan" für Brückenschlag

Fuß- und Radwegeverbindung zwischen Alter und Neuer Bergehalde?

+
So könnte die Brücke zwischen den beiden Bergehalden aussehen. Die mit einem goldfarbenen Lichtband versehene Stahlfachwerkkonstruktion, so hieß es im Ausschuss, würde sich durch eine „klare Formgebung“ von herkömmlichen Standardstrukturen abheben.

Peißenberg – Viele Jahre schon wird in Peißenberg über einen Brückenschlag zwischen Alter und Neuer Bergehalde diskutiert. Das Projekt an der Schongauer Straße am ehemaligen Standort der „Eisernen Brücke“ (1972 abgerissen) hätte nicht nur historischen Bezug zu vergangenen Bergwerkszeiten, sondern würde auch Peißenbergs Ortsmitte infrastrukturell stärken.

Heute Abend berät der Marktgemeinderat im Rahmen seiner Plenumssitzung in der Tiefstollenhalle (Beginn 18.30 Uhr) über die Ergebnisse der Vorplanung zum Brückenprojekt. Eines jedoch steht im Vorfeld schon fest: Eine schnelle Umsetzung wird es aus finanziellen Gründen nicht geben. Das war zumindest der Tenor im vorberatenden Haupt- und Finanzausschuss. Dort stellte Marktbaumeister David Oppermann die Planungen einer von der Gemeinde beauftragten Arbeitsgemeinschaft aus Ingenieuren, Architekten und Statikern vor. Demnach soll die Fuß- und Radfahrerbrücke – wenn sie denn gebaut wird – „räumlich erlebbar“ und durch ihre Fachwerkkonstruktion eine historische Assoziation zum Stollenbau vermitteln. Ein weiterer Grundgedanke der Vorplanung: Die 50 Meter lange und 52 Tonnen schwere Brücke soll die beiden Ortsteile „Wörth“ und „Dorf“ nicht künstlich trennen, sondern die Bergehalden verbinden, ohne an der Schongauer Straße eine „Torsituation“ zu erzeugen. Auf die Bestandsfundamente der „Eisernen Brücke“ für etwaige Pfeiler wird in den Entwürfen deshalb verzichtet. Als Auflager sind lediglich zwei auf Kleinbohrpfählen gesetzte Widerlager vorgesehen.

Die gestalterische Konzeption stieß im Ausschuss auf positive Resonanz. Das Problem ist jedoch die Finanzierung. Laut Oppermann würde die Brücke inklusive Nebenkosten rund 975 000 Euro kosten. Ob und in welcher Höhe das Projekt von der Städtebauförderung unterstützt wird, ist ungewiss. Auch ist fraglich, wie viel Handlungsspielraum Peißenbergs Kommunaletats im Zuge der Corona-Krise in den nächsten Jahren noch hergeben. Für den Haupt- und Finanzausschuss war die Sache jedenfalls klar. Er empfiehlt dem Gemeinderat in einem Beschlussvorschlag einhellig, eine „freiwillige Aufgabe“ wie das Brückenprojekt aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation zurückzustellen. Bauamtsleiter Bernhard Schregle sprach im Ausschuss entsprechend von einem „Schubladenplan“. Ähnlich äußerten sich Stefan Rießenberger (Bürgervereinigung): „Ein Projekt von einer Million Euro ist den Bürgern aktuell schwer zu verkaufen“ und Matthias Bichlmayr (Bündnis 90/Die Grünen): „Der Entwurf gefällt mir wirklich sehr gut. Wenn es irgendwann geht, dann sehr gerne.“ Derzeit würden für die Gemeinde aber Pflichtaufgaben absolut im Vordergrund stehen.

Jürgen Forstner (Freie Wähler) und Bernd Schewe (SPD) fragten im Ausschuss nach, ob in der Arbeitsgemeinschaft nicht auch billigere und einfachere Planvarianten entwickelt worden seien. Oppermann verneinte: „Wir haben nach einem Bauwerk gesucht, das zu Peißenberg und seiner Geschichte passt. Es ist auch angemessen, ein entsprechendes Bauwerk an der Stelle zu errichten. Immerhin handelt es sich um die Ortsmitte.“

Von Bernhard Jepsen

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim auch auf FACEBOOK.

Auch interessant

Meistgelesen

Alltagsradler im Fokus: Agenda präsentiert im Verkehrsausschuss Fahrradwege-Konzept
Alltagsradler im Fokus: Agenda präsentiert im Verkehrsausschuss Fahrradwege-Konzept
Die goldenen Regeln der Metzgerei Boneberger
Die goldenen Regeln der Metzgerei Boneberger
Sascha Henze stellt Weilheimern Leih-Bike zur Verfügung
Sascha Henze stellt Weilheimern Leih-Bike zur Verfügung
Weilheimer Realschüler starten mit ihren Abschlussprüfungen
Weilheimer Realschüler starten mit ihren Abschlussprüfungen

Kommentare