FW scheitern mit Antrag

Marktrat lehnt Prüfauftrag für Frohsinn-Vereinshaus auf Alter Bergehalde ab

Tanzende Kinder vom Verein Frohsinn 2000
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Der Verein Frohsinn möchte das alte Juze in Peißenberg unter anderem als Trainingsstätte für zukünftige Auftritte nutzen.

Peißenberg – Voraussichtlich im Dezember will der Peißenberger Marktrat darüber entscheiden, wer das ehemalige Jugendzentrum am St. Georgenweg künftig nutzen darf. Eigentlich sollte das baufällige Gebäude, das früher ein Ledigenheim war, schon abgerissen werden. Doch mit Moritz Hummig und seinem Verein „Freie Künstler Peißenberg“ gibt es schon seit längerem einen Interessenten.

Hummig, gelernter Pyrotechniker, möchte den Geist des ehemaligen Juze weiterführen. Die vielgerühmte Weilheimer Musikszene beispielsweise mit der international bekannten Independent-Band „Notwist“ an der Spitze ist zum großen Teil dem Peißenberger Juze entwachsen. Genau diesen Spirit will Hummig wiederbeleben. Das Juze soll wieder eine Kreativ- und Anlaufstätte für Subkultur werden.

Für den Marktrat zeichnet sich aber eine schwierige Entscheidung ab: Neben Hummig bewirbt sich inzwischen auch der mitgliederstarke „Frohsinn 2000“ um das alte Gemäuer. Der Faschingsverein, einer der aktivsten in der Region, will das Gemäuer als Trainings- und Lagerstätte nutzen. Das Dilemma für den Marktrat: Nach aktuellem Stand würde ein Verein leer ausgehen und als „Verlierer“ dastehen – es sei denn, man schafft Alternativen und bedient beide Klientelgruppen.

In der jüngsten Marktratssitzung wurde über einen Antrag diskutiert, den Walter Wurzinger für die Freien Wähler formuliert hatte. Demnach sollte die Rathausverwaltung prüfen, ob für den „Frohsinn 2000“ nicht als Alternative zum ehemaligen Juze auf der Alten Bergehalde ein Trainings- und Lagergebäude errichtet werden könne. Im Paket sollte auch die Errichtung von Sanitäranlagen für den „Motorsportclub“ untersucht werden. Doch viele Ratskollegen reagierten verärgert auf den Vorstoß. Der Antrag, so lauteten intern die Vorwürfe, sei nicht mit den anderen Fraktionen abgesprochen gewesen und würde letztlich nur taktische Ziele verfolgen.

Wurzinger und sein FW-Kollege Jürgen Forstner machen keinen Hehl daraus, dass sie Hummig und die „Freien Künstler“ als Nachnutzer für das alte Juze favorisieren. Wurzingers Antrag wurde nach dem internen Vorgeplänkel erwartungsgemäß vom Marktrat abgelehnt.Vize-Bürgermeister Robert Halbritter (SPD) sprach zwar von einem inhaltlich „guten Antrag“, der aber „zum falschen Zeitpunkt“ gestellt worden sei. Für das Areal der Alten Bergehalde habe man gerade einen Bebauungsplan für ein Freizeit- und Erholungsgelände aufgestellt. Außerdem würde der Antrag den Entscheidungsfindungsprozess für das ehemalige Juze „torpedieren“. Fraktionskollege Peter Blome verwies zudem auf die Radom-Belastung der Alten Bergehalde. Dort ein größeres Gebäude zu bauen, wäre ein „Unding“.

Zu Wort meldete sich auch Sandra Rößle (CSU/Parteilose), die Ehefrau von „Frohsinn 2000“-Chef Thomas Rößle. Ein Neubau sei für den Faschingsverein nicht zu stemmen – es sei denn: „Wenn wir uns jetzt entschließen können, über eine Bezuschussung in sechsstelliger Höhe nachzudenken“, so Rößle, „dann können wir den Antrag gerne annehmen und prüfen.“

Auch die Rathausverwaltung mit Bürgermeister Frank Zellner (CSU) und Bauamtschef Bernhard Schregle meldete Bedenken an. Die Alte Bergehalde sei bewusst als allgemein-öffentliches Gelände geplant worden. Ein Vereinshaus würde dem entgegenstehen und „Signalwirkung“ für andere Vereine haben. FW-Fraktionssprecher Jürgen Forstner meinte hingegen, dass planerisch auf der Alten Bergehalde „die Würfel noch lange nicht gefallen sind.“ Die Intention des Antrags sei klar: „Es schadet doch nicht, wenigstens zu prüfen, ob für den Frohsinn auf der Alten Bergehalde eine Nutzung möglich wäre. Es ist nie der falsche Zeitpunkt, weiterzudenken.“ Der Antrag sei deshalb auch absolut „legitim“.

Von Bernhard Jepsen

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