Marktrat beschließt konkrete Maßnahme für 2018 – Knotenpunkt Ebert-/Hauptstraße zurückgestellt

Untere Hauptstraße vor Oval-Kreisel

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Am Knotenpunkt „Kaufland/Wörther Straße“ soll nach Beschlusslage im Marktrat ein „Ovaler Doppelkreisverkehr“ gebaut werden.

Peißenberg – Jedes Jahr eine Maßnahme: Nach dieser Devise soll in Peißenberg bei der Neugestaltung der Ortsdurchfahrt verfahren werden – vorausgesetzt, es fließen staatliche Förderungen und der Kommunalhaushalt bietet finanziellen Spielraum dafür.

Der Marktrat beschloss, dass 2018 die beiden Einmündungsbereiche an der Unteren Hauptstraße, im Bereich Sportgeschäft „Paschen“ und ehemaligem Gasthaus „Blüte“, umgebaut werden sollen.

Seit Eröffnung der Umgehungsstraße 2008 ist an der Haupt- und Schongauer Straße bis auf den umstrittenen Kreiselbau an der Einmündung zur Bergwerkstraße und der Situierung einer Bushaltestelle am östlichen Ortseingang nichts passiert. Einigen Anliegern ist das zunehmend ein Dorn im Auge, sie fordern eine nachhaltige Verkehrsentschleunigung und Verbesserung der Lebensqualität an Peißenbergs Hauptverkehrsader. Doch welche baulichen Eingriffe sind verkehrstechnisch sinnvoll und welche nicht? Immerhin muss die vielbefahrene Ortsdurchfahrt als solche noch funktionieren.

Für den Marktrat sind die Planungen eine schwierige Gratwanderung, zumal die Regierung von Oberbayern hinsichtlich der Förderung gewisse Vorgaben macht. Die Gemeinde wurde angehalten, sich an dem ausgearbeiteten Gesamtkonzept zu orientieren, das möglichst viele Überquerungsmöglichkeiten für Fußgänger und eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität vorsieht.

Nach dieser Intention soll 2018 der planerische Knotenpunkt „Untere Hauptstraße“ umgebaut werden. Für den Bereich hatte der Marktrat eigentlich schon im März eine Neugestaltung beschlossen. Das Bauamt legte damals eine 16 000 Euro teure Entwurfsplanung für die Einengung der Fahrbahn an beiden Straßeneinmündungen vor. Doch das Projekt wurde von der Rathausverwaltung kurzfristig gestoppt – weil es vermutlich „förderschädlich für andere Maßnahmen an der Ortsdurchfahrt“ gewesen wäre, wie es Bürgermeisterin Manuela Vanni im Marktrat formulierte.

In den von der Gemeinde in Eigenregie erstellten Entwürfen waren nur Fahrbahnverengungen vorgesehen. Das allein entsprach jedoch nicht den Förderkriterien der Regierung. Nach der aktuellen knapp 60 000 Euro teuren Planung des Ingenieurbüros Wipfler-Plan wird 2018 an der westlichen Einmündung zusätzlich eine Querungshilfe eingebaut und am östlichen Ende der Unteren Hauptstraße die erste Ausbaustufe zu einem späteren Fußgängerüberweg realisiert. Letzterer ist verkehrsrechtlich noch nicht möglich, weil hier derzeit in der Regel nicht mehr als 50 Fußgänger pro Stunde die Fahrbahnseite wechseln. Durch eine eventuelle städtebauliche Nutzung des ehemaligen Krankenhauses könnte sich die Frequenz dort aber erhöhen.

Den Vorteil gegenüber der gemeindlichen Planvariante für die „Untere Hauptstraße“ erklärte im Marktrat Roland Kindelbacher von Wipfler-Plan: „Eine reine Verschwenkung bietet keine Temporeduzierung. Die Bremswirkung für den Verkehr ist bei einer Insel – wie sie beim Sportgeschäft entstehen soll – größer.“ Die Maßnahme „Untere Hauptstraße“ wurde – vorbehaltlich der Haushaltslage und der Förderung – einstimmig beschlossen. Kritik gab es aber von Walter Wurzinger bezüglich der zunächst fehlenden Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern bei der Ausarbeitung der Ursprungspläne: „Warum hat man das damals nicht schon gescheit gemacht und die Grundlagen damals schon beachtet?“, fragte der CSU/Parteilose-Fraktionschef. Eine konkrete Antwort bekam er nicht.

Und wie geht es nach 2018 weiter? Je nach Haushaltslage soll eine der vier geplanten Einzelmaßnahmen am Knotenpunkt „Kaufland /Wörther Straße“ in Angriff genommen werden. Die Betonung liegt aber auf „soll“: „Es darf nicht die Erwartung der Bevölkerung sein, dass wir die gesamte Planung für die Ortsdurchfahrt 2019 umgesetzt haben“, verwies Vanni auf den begrenzten finanziellen Handlungsspielraum. Der Marktrat verabschiedete letztlich mit breiter Mehrheit eine Absichtserklärung, dass an der Kreuzung Schongauer Straße/ Wörther Straße/Stadelfeldstraße“ ein „ovaler Doppelkreisverkehr“ gebaut werden soll. Auf unbestimmte Zeit zurückgestellt wurde indes der Knotenpunkt „Ebert-/Hauptstraße“. Dort versucht die Gemeinde, eine gemeinsame Lösung mit den beiden Gaststätten-Besitzern zu finden. Doch die bisherigen Verhandlungen – es geht dabei unter anderem um eine finanzielle Beteiligung – haben noch zu keinem Ergebnis geführt.

Von Bernhard Jepsen

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