Grünes Licht für Vollsortimenter

Marktrat segnet mehrheitlich Bauantrag für Edeka-Supermarkt in Peißenberg ab

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Noch stehen auf dem MTP-Gelände große Industriehallen. Im südlichen Geländeteil an der Schongauer Straße soll ein Edeka-Supermarkt gebaut werden. Und an der Einmündung zur Hochreuther Straße wird ein Kreisverkehr entstehen.

Peißenberg – In der Marktgemeinde gibt es bereits sieben Lebensmittelvollsortimenter, nun musste sich der Marktrat mit dem Bauantrag für einen weiteren Supermarkt beschäftigen. Konkret ging es um die Errichtung eines 1 800 Quadratmeter großen Edeka-Vollsortimenters im südöstlichen Teil des MTP-Geländes.

Das Industrie-Areal zwischen Schongauer- und Hochreuther Straße soll bekanntlich in den nächsten Jahren als städtebauliches Mischgebiet vermarktet werden. Unter anderem sollen 150 Wohnungen und eben ein Einkaufsmarkt entstehen. Das alles ist nicht neu.

Doch in der jüngsten Marktratssitzung gab es Kritik an der Planung für den Supermarkt – unter anderem aus den Reihen der neu ins Gremium eingezogenen Fraktion von „Bündnis 90/Die Grünen“. Annette Daiber verwies auf die zunehmende Konkurrenzsituation in puncto „Vollsortimenter“. Die Frage sei, ob der Supermarkt wirklich so groß ausfallen müsse. Auch Katrin Neumayr (AfD) war von der Planung nicht begeistert: „137 Stellplätze. Das ist eine wahnsinnige Versiegelung der Fläche.“ Daiber wollte wissen, ob man an der Planung noch rütteln könne. „Mit drastischen Mitteln schon. Aber man muss den Vollsortimenter im Kontext des gesamten Gebiets sehen“, antwortete Bauamtsleiter Bernhard Schregle.

Auf dem MTP-Gelände würde ein ziemlich großes Wohngebiet entstehen. Und zur Eindämmung des motorisierten Individualverkehrs im Ort sei es durchaus sinnvoll, tägliche Nahversorgungsangebote in einem Radius von 500 Metern bereitzustellen: „Das sollte der Grundsatz einer vernünftigen Bauleitplanung sein“, so Schregle. Das Verfahren habe einen sehr langen Zeitraum in Anspruch genommen, außerdem sei ein Erschließungsvertrag abgeschlossen worden. Nur durch eine Veränderungssperre und einen Antrag auf Bebauungsplanänderung könnte noch einmal in die Planung eingegriffen werden.

Schregle verwies zudem auf die „positiven Auswirkungen“, die der Markt dem Grundeigentümer habe abringen können. Exemplarisch nannte der Bauamtschef den Kreisverkehr, der an der Einmündung Schongauer Straße/Hochreuther Straße entstehen soll – und zwar nicht auf Kosten der Gemeinde, sondern zu Lasten des Projektträgers.

Auch Altbürgermeisterin Manuela Vanni (Peißenberger Liste), unter deren Amtszeit die mehrjährige Bauleitplanung abgewickelt worden war, bezeichnete es in der Marktratssitzung als „nicht sinnvoll, da noch mal ranzugehen“. Das Einzugsgebiet für einen Supermarkt sei an der Hochreuther Straße durchaus gegeben – und man habe dem Projektträger Zugeständnisse machen müssen. Die Alternative wäre ansonsten gewesen, dass „der Eigentümer alles so stehen und verfallen lässt“. Im Zuge der städtebaulichen Nutzung bekomme die Gemeinde nicht nur einen Kreisverkehr, sondern könne auf dem Gelände auch einen Kindergarten bauen.

Das gemeindliche Einvernehmen bezüglich des Bauantrags für den Edeka-Vollsortimenter inklusive Backshop wurde vom Marktrat letztlich mit 20:4-Stimmen erteilt.

Von Bernhard Jepsen

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