Wert der GmbH ist gestiegen – Markus Kleinen wird neuer Geschäftsführer

Neues von der Wohnbau Weilheim

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V. li.: Manuela Niklas (Landratsamt), Sandra Müller (Wohnbau GmbH), Landrätin Andrea Jochner-Weiß, der designierte Geschäftsführer Markus Kleinen und der aktuelle Geschäftsführer Helmut Bachlatko.

Weilheim/Region – Sieben Gemeinden und der Landkreis sind Gesellschafter der Wohnbau GmbH Weilheim, die insgesamt 1 631 Wohnungen verwaltet. In der letzten Kreistagssitzung gab der Interimsgeschäftsführer Helmut Bachlatko in seinem Bericht einen Überblick zur Wohnbau. Im Gespräch mit dem Kreisboten verriet er, was er gerne noch verbessern würde und was er seinem Nachfolger wünscht.

Nach dem Stand der Zahlen aus dem vergangenen Jahr ist die GmbH rund 52,9 Mio. Euro wert. Damit stieg der Wert, nach dem Ankauf von Wohnungen in Bernried, um etwa 5,5 Mio. Euro. In der Gesamtsumme werden rund acht Mio. Euro im Jahr an Geldern von der Wohnbau – durch Mieten, Instandhaltung, Personalkosten, Kredite, Zuschüsse von der Regierung von Oberbayern – bewegt.

Wichtige Themen bei der Wohnbau Weilheim sind die Sanierungen und der Neubau von Wohnungen. Immer wenn es zu einem Mieterwechsel kommt, im letzten Jahr waren es 130, werden die Wohnungen überprüft und gegebenenfalls renoviert beziehungsweise saniert. Dazu gehören zum Beispiel der Einbau eines neuen Bades, einer Heizungsanlage oder der barrierefreie Umbau. Für die Instandhaltungen hat die Wohnbau 2016 rund 37 Prozent der Mieteinnahmen (2,3 Mio. Euro) ausgegeben. Darüber hinaus wurden zusätzlich 338 687 Euro in die Modernisierung der Wohnhäuser, wie zur Erneuerung des Treppenhauses oder in frische Anstriche, investiert. „Wir wollen, dass die Wohnungen langfristig vermietbar sind und die Mieter sich wohlfühlen“, betonte Bachlatko.

Die Wohnbau hat derzeit auch einige Bauprojekte: So entstehen in Weilheim im Lindenpark 36 Wohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von circa 3 000 Quadratmetern. In Seeshaupt wurde im Juni eine Neubauwohnanlage mit elf Wohnungen symbolisch an die Gemeinde übergeben. Außerdem steht inzwischen der Rohbau für fünf weitere Wohnungen (insgesamt 450 Quadratmeter) an der Hohenberger Straße. Weitere Wohnungen (48 Stück) sind für Murnau in Planung, der Baubeginn wird voraussichtlich nächstes Jahr im März sein. In Penzberg sollen 23 neue Wohnungen entstehen. Wie Bachlatko berichtete, gebe es aber ein paar Probleme mit der Tiefbaufirma, die den Standsicherheitsverbau für die Bodenplatten ausführt. Für Peißenberg wird derzeit nach einer Lösung gesucht, da das Landesamt für Denkmalpflege den Barbarahof als Ensembledenkmal deklariert hat und somit eine Nachverdichtung nicht möglich ist.

„Unsere Aufgabe ist es, günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen“, so Bachlatko. Doch die Wohnungen reichen nicht aus. „Die Gemeinden haben ellenlange Wartelisten“, führte Bachlatko weiter aus. Derzeit sind die Kredite günstig und deshalb versucht die GmbH, möglichst viel zu bauen. Bauprojekte, zum Beispiel im Lindenpark, werden zum Teil von der Regierung von Oberbayern .finanziell gefördert. Wenn Bachlatko einen Wunsch frei hätte, würde er noch mehr Wohnungen bauen.

Die Kreisräte aus dem Westen des Landkreises brachten in der Kreistagssitzung einmal mehr ihren Wunsch zum Ausdruck, dass auch ihre Ortschaften vom sozialen Wohnungsbau profitieren sollten. Durch die historisch gewachsenen Strukturen der Wohnbau Weilheim ist diese jedoch im Altlandkreis Schongau nicht vertreten. Die Gemeinden müssten sich als Gesellschafter in die bestehende Wohnbau GmbH einkaufen, was für sie zu teuer sei. „Die westlichen Gemeinden des Landkreises sind derzeit bemüht, mit dem Landkreis eine Lösung zu finden“, so Bachlatko. Diese könnte ähnlich wie bei der Wohnbau aussehen, vielleicht in Form eines Wohnbau-Verbundes, der „für die breiten Schichten der Bevölkerung mietgünstige Wohnungen baut“.

Voll des Lobes war Bachlatko für seine 24 Mitarbeiter. „Wir sind ein kleines aber feines Unternehmen.“ In Hinblick darauf, dass er die Geschäftsführung bald an Markus Kleinen abgeben wird, sagte er: „Ich hoffe, ich habe ein bisschen was bewegt in der Zeit. Und ich wünsche mir für meinen Nachfolger, dass er ein gutes Händchen für das Personal und den Auftrag der Wohnbau hat.“

Markus Kleinen stellt sich vor

Ein neuer Geschäftsführer für die Wohnbau GmbH Weilheim ist gefunden: Der Architekt Markus Kleinen aus Penzberg.

Vor Kurzem stellte Landrätin Andrea Jochner-Weiß den Nachfolger von Interimsgeschäftsführer Helmut Bachlatko der Presse vor. Kleinen, der momentan noch als Mitglied im Kreistag vertreten ist, wird zum 1. Januar 2018 das Amt übernehmen und dafür auch sein Mandat niederlegen. Die Wahl fiel laut Jochner-Weiß nicht ganz leicht, da vier Bewerber in die engere Wahl kamen. Sie seien alle „hochkarätige Kandidaten“ gewesen. Am Ende konnte Kleinen mit seiner Kompetenz überzeugen. Der 48-Jährige arbeitet als selbstständiger Architekt in München. Sein Schwerpunkt: der Wohnungsbau. Die Bewerbung als Geschäftsführer hatte er sich sorgfältig überlegt. Nach 20 Jahren Selbstständigkeit „ist es für mich ein großer Schritt“, so Kleinen. Mit dem Blick nach vorne betonte er: „Ich brenne für den sozialen Wohnungsbau. Das ist genau mein Thema.“ Und er stellte weiter fest: „Ich habe die Stelle nicht gesucht, sie hat mich gefunden.“ In Bezug auf die Wohnbau Weilheim ist seine Auffassung, dass diese im Moment gut laufe. „Ich komme jetzt nicht mit großen Visionen“, so Kleinen. Wichtig ist ihm, dass auch in Zukunft neue Wohnungen gebaut werden. „Der Wohnungsdruck wird weiter zunehmen“, prognostizierte er.

Zum Thema Wohnbau im Westen des Landkreises sagte Kleinen: „Da werde ich mich raushalten. Das ist eine politische Entscheidung.“ Bei der Wohnbau gebe es aber die Kompetenz beratend zu helfen.

Die Gesellschafter

- Landkreis Weilheim Schongau

- Stadt Weilheim

- Markt Peißenberg

- Stadt Penzberg

- Markt Murnau

- Gemeinde Seeshaupt

- Gemeinde Uffing

- Gemeinde Bernried

Von Melanie Wießmeyer

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