Medaille für »König von Sachsenried«

Große Ehre für Hans Geisenberger: Dem Fraktionssprecher der Unabhängigen im Kreistag wurde bei der jüngsten Sitzung in Sachsenried die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Geisenberger habe sich durch seinen selbstlosen Einsatz „ganz besondere Anerkennung und Hochachtung“ erworben. Seine „herausragenden Leistungen“ würden in vollem Umfang der heimischen Landbevölkerung zugute kommen, hieß es in der Begründung, die Landrat Friedrich Zeller in Vertretung des Bundespräsidenten vortrug. „Das ist eine ganz hohe Auszeichnung“, ließ Zeller seinen Kreistagskollegen wissen und zählte eine Litanei an ehrenamtlichen Tätigkeiten auf. Angefangen von der Katholischen Landjugend Bewegung (KLJB), in der er 1982 trotz seiner zeitlichen Inanspruchnahme als Landwirt bis zum bayerischen Landesvorsitzenden aufgestiegen war, engagierte sich Geisenberger als Gründungsmitglied des Allgäuer Braunvieh- zuchtvereins und als Initiator mehrerer Interessensgruppen wie der Schutzgemeinschaft gegen Milchkontingentierung oder dem Bündnis zur Erhaltung von dezentralen Strukturen in der Landwirtschaft. In seiner früheren Funktion als Vorsitzender der Schongauer Waldbesitzervereinigung und als Mitglied des Jagdbeirats habe Geisenberger, wie Zeller betonte, entscheiden dazu beigetragen, „dass die Zusam- menarbeit mit den Ämtern und Behörden so hervorragend funktioniert“. Zeller lobte auch die kommunalpolitischen Verdienste des langjährigen Kreisrats (seit 1990). So würden Geisenbergers „profunde Fachkenntnisse“ seiner Stimme stets besonderes Gewicht verleihen, nicht nur auf Kreisebene. Als „heimlicher König von Sachsenried“, so Zeller über den Medaillenträger, habe er sich in seiner Heimatgemeinde Schwabsoien für das Wohl der Bürger eingesetzt. Geisenberger war von der Ehrung überrascht: „Dass ich einen Orden bekomme“, verriet er bescheiden, „damit hab´ ich nicht mehr gerechnet.“ In seiner ehrenamtlichen Laufbahn habe er öfters Meinungen vertreten, die nicht nur Anerkennung gefunden hätten. Er erinnerte an Zeiten, in denen er und seine Mitstreiter unter anderem wegen des Einstiegs in den ökologischen Landbau und der Verwendung von Sonnenkollektoren „bestenfalls belächelt“ worden seien. Damals wie heute vertraut Geisenberger dem Grundsatz: „Nur wer auch mal gegen den Strom schwimmt, kommt zur Quelle“.

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