Vortragsreihe zum Thema "Menschenrechte und Menschenwürde"

Engagement tut not

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Susanne Seeling (li.) und Ingeborg Bias-Putzier (re.) moderierten eine lebhafte Diskussion über gesellschaftliches Engagement mit Simon Primus (2. v.li) und Norbert Frei.

Weilheim – Das Solidaritätsbündnis „Asyl im Oberland“ engagiert sich größtenteils ehrenamtlich für geflüchtete Menschen.

Laut eigener Darstellung entwickelten die Mitglieder im Rahmen ihrer Tätigkeit eine hohe Sensibilität und Verantwortung für den Erhalt unserer Gesellschaft und Demokratie. Unter dem Eindruck der Asyldebatte und dem Erstarken von populistischen politischen Strömungen will das Bündnis im Rahmen eine Vortragsreihe dazu beitragen, dass Menschen wieder mehr miteinander ins Gespräch kommen und sich für die Gesellschaft engagieren. Eine erste Veranstaltung fand im Weilheimer Pfarrheim „Miteinander“ statt.

„Politische Entwicklungen und wir – warum zivilgesellschaftliches Engagement schon immer wichtig war.“ Unter dieser Prämisse gab Simon Primus, Doktorand für Politikwissenschaft an der LMU München, einen kurzen Abriss über die gesellschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik in den vergangenen 60 Jahren. Seinen Ausführungen zufolge habe aufgrund der Globalisierung die frühere Ausrichtung zwischen links und rechts zu einer neuen Trennung zwischen Gewinnern und Verlierern geführt. Dies hätte ein Erstarken rechter Bewegungen, wie zum Beispiel der AfD zur Folge gehabt, während die klassischen Altparteien immer mehr in der Mitte zusammengerückt seien.

In der anschließenden Diskussion vertrat Norbert Frei, Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Jena die Ansicht, dass die politischen Prozesse heute wesentlich komplizierter geworden sind und es daher schwieriger sei, zu differenzieren. Trotzdem sei es wichtig und letztlich auch erfolgreich, sich in die Gesellschaft einzubringen. Als Beispiele hierfür nannte er die aus der 68er Bewegung hervorgegangene Frauenemanzipation und den Widerstand gegen die Atomkraft sowie in jüngster Zeit den Protest gegen Stuttgart 21 und das Bürgerbegehren gegen das Bienensterben. „Ich bin froh über die Demokratie, die wir haben, aber sie ist anstrengend“, war sein Resümee am Ende der Veranstaltung.

Die nächste Veranstaltung des Solidaritätsbündnisses findet am Freitag, 29. März, im Haus der Begegnung in Weilheim mit dem Titel „Menschenwürde im Alltag – Anspruch und Wirklichkeit“ statt. Das komplette Programm ist im Internet unter www.asylimoberland.de veröffentlicht.

Von emh

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