Kein Zögern

1,4 Millionen Euro für Dacherneuerung der Realschule Weilheim

Symbolfoto: Absperrband mit der Aufschrift Betreten verboten.
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Ein Teil des Daches der Realschule Weilheim ist einsturzgefährdet.

Weilheim – Es waren wenig erfreuliche Nachrichten, die Florian Steinbach, Leiter der Bau- und Liegenschaftsverwaltung am Landratsamt, in der jüngsten Sitzung des Kreis- und Finanzausschusses über den Zustand des Dachs eines alten Gebäudeteils der Weilheimer Realschule zu berichtet hatte. Die Schäden an den 60 Holzleimbindern, die bei einer routinemäßigen Begehung festgestellt worden waren, sind so groß, dass eine Dachsanierung nicht mehr möglich ist.

Konkret geht es um den nördlichen Teil des Längsbaus gegenüber der Jahnhalle. Der älteste Bauabschnitt der Realschule wurde in den 50er Jahren hochgezogen – in Zeiten der „Materialknappheit“, wie es Steinbach formulierte. Die Dachkonstruktion entspricht bei Weitem nicht den heutigen Baustandards – ebenso wie die darunter liegende Decke. Deren Gewicht wird über Stahlstützen vom maroden Dachstuhl getragen. Ergo: Nicht nur das Dach muss komplett erneuert werden, sondern auch die Decke samt Elektroverkabelung und Heizleitung, die durchs Dachgeschoss führt. Dem Landkreis als Sachaufwandsträger bleibt keine andere Wahl: Er muss investieren – und zwar richtig. Steinbach bezifferte die Kosten der Dacherneuerung inklusive Abbruch auf satte 1,4 Millionen Euro: „Das ist ein erschreckender Betrag – leider.“

Der Zeitdruck für den Landkreis ist zudem enorm: Aufgrund der akuten Einsturzgefahr mussten drei Klassenzimmer gesperrt werden. „Auch möchte ich auf keinen Fall mit dem Dach in einen weiteren Winter gehen“, erklärte Steinbach. Der Kreis- und Finanzausschuss gab deshalb einhellig sein Plazet, dass neben der Ausführungsplanung bereits das Ausschreibungsverfahren in Gang gesetzt wird. Das sei zwar „nicht lehrbuchmäßig“, räumte Steinbach ein, aber notwendig, um die Dachsanierung im anvisierten Zeitplan über die Bühne zu bringen. Im August wird das alte Dach abgerissen – und bis zum Oktober soll die Gebäudehülle wieder dicht sein, sprich das neue Dach gesetzt sein. Im November steht dann der Innenausbau auf der Agenda: „Wir können und dürfen da nicht zögern“, konstatierte Landrätin Andrea Jochner-Weiß.

Zusätzliche Raumkapazitäten, so erklärte Steinbach, werden wohl im Zuge der Dacherneuerung nicht entstehen. Man würde das Thema zwar „nicht pauschal ablehnen“, aber aktuell sei von der Realschule kein Bedarf angemeldet. Wie sinnvoll eine Nutzung des Dachraums wäre und ob sie technisch überhaupt möglich sei, müsste erst untersucht werden. Nach derzeitigem Planungsstand solle die vorhandene Dachform wiederhergestellt werden – also ohne Kniestock. Ein kleines Trostpflaster: Das Dach muss nur entlang des ersten Bauabschnitts erneuert werden. Im fortlaufenden Gebäudetrakt sind laut Steinbach keine Schäden zu erwarten. Dort wurde eine Stahlbetonkonstruktion verbaut.

Von Bernhard Jepsen

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