Mission beendet

Nach mehr als elf Jahren ist jüngst eine Ära für das Penzinger Lufttransportgeschwader der Bundeswehr zu Ende gegangen: Die Kosovo Force (KFOR) stellte zum 1. Februar den operativen Flugbetrieb der gemischten Heeresfliegerabteilung ein. Am Dienstag voriger Woche kehrte der letzte deutsche Luftwaffen-Hubschrauber des Typs Bell UH – 1D aus dem Einsatzgebiet auf den Fliegerhorst in Penzing zurück.

Die zehnstündige Rückverlegungsroute erstreckte sich über zwei Tage und führte von Toplicane entlang der kroatischen Adriaküste, Slowenien, Österreich und endet nach der Alpen­überquerung in Penzing. Generalmajor Robert Löwenstein, Kommandeur der 1. Luftwaffendivision, empfing die Besatzung unter dem Kommando von Oberstleutnant Thomas Vogt auf dem Flugfeld des Fliegerhorstes persönlich. „Festzustellen ist, Erfolge sind machbar und erzielbar, aber sie erfordern einen langen Atem“, führte der General bei seiner Ansprache aus. Tatsächlich ist es fast zwölf Jahre her, dass die Penzinger Hubschrauberstaffel im Juli 1999 ihren Verlegungsbefehl nach Ohrid in Mazedonien erhielt, um die internationale Schutztruppe im Kosovo zu verstärken. Damals verstrichen keine drei Wochen bis zur Verlegung von Hubschrauber, Besatzung und Techniker. Zu Spitzenzeiten bestand die Stärke laut LTG-Sprecher Manfred Kunze des deutschen Verbands aus bis zu 15 Hubschraubern – sieben gehörten zur Luftwaffe, acht zum Heer – sowie 33 Mann Personal. Für die Luftwaffe war es der erste Einsatz ihrer UH-1D unter Heeresführung in einer gemischten Heeresfliegerabteilung. Die Einsatzdauer der Soldaten betrug meist acht Wochen, die der Besatzungen rund vier Wochen. Noch 1999 fand der Umzug der KFOR-Teilnehmer ins eigentliche Einsatzgebiet Kosovo/Toplicane statt. Dort transportierten die deutschen Pilo­- ten verletzte Soldaten, erledigten diverse Spezialaufgaben und führten Lufttransporte durch. Letztere hätten dabei wegen der schlechten Infrastruktur vor Ort den größten Teil an der Gesamtflugzeit am Einsatzgebiet eingenommen, erklärt Kunze. 17000 Flugstunden Seltener seien den deutschen Hubschrauber dagegen besondere Aufgaben zuteil geworden, sagt Kunze. Dazu zählten Grenzkontrollflüge, die Suche und Bergung abgestürzter Drohnen sowie die Aufklärung von Minenfeldern und Schmugglerpfaden. Insgesamt absolvierten die Helikopter der Luftwaffe von 1999 bis 2011 über 17000 Flugstunden im Einsatzgebiet. Dass der Einsatz nun am 1. Februar offiziell endete, kam derweil nicht überraschend. Seit September vergangenen Jahres haben die USA die Aufgabe der luftgestützten Rettung übernommen. Im Oktober war daher bereits der erste LTG 61-Hubschrauber aus Toplicane zu seinem Heimatstützpunkt in Penzing zurückgekehrt.

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