Abschied in ungewohntem Rahmen

Elf Mitglieder nach teils langjährigem Mitwirken im Weilheimer Stadtrat ausgeschieden

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Mit Sicherheitsabstand auf der Stadthallentreppe versammelt: Vo.v.li.: Florian Lechner, Uta Orawetz, Bürgermeister Markus Loth, Wolfgang Mini, Petra Hofer, Ingo Remesch. Hi.v.li.: Dr. Eckart Stüber, Walter Weber, Anton Schreitt, Jochen Knittel, Michael Lorbacher, Werner Loos.

Weilheim – Am 30. April endete für elf Mitglieder des Stadtrates ihr Ehrenamt. Der zeitliche Aufwand für das Wahrnehmen vielfältiger Aufgaben in diesem Gremium und seinen Ausschüssen, führte Bürgermeister Markus Loth aus, nehme ständig zu. Die Interessen der Weilheimer Bürgerschaft zu vertreten, sei im Verlauf der sechsjährigen Wahlperiode 2014 -2020 und unter den Augen der kritischen, „leider nicht immer sachlich argumentierenden Öffentlichkeit“ zunehmend schwieriger geworden.

Coronabedingt wurde die letzte Zusammenkunft des bisherigen Stadtrates in die Stadthalle verlegt. Bürgermeister Loth rief die teils lang gedienten Mandatsträger einzeln auf, umriss ihre Tätigkeiten als Referenten, in Ausschüssen und weiteren Gremien. Für ihr persönliches Engagement – Loth: „Hinter uns liegen Jahre intensiver Arbeit“ – bekamen die Verabschiedeten Urkunden, die Silbermünze (Florian Lechner, Dr. Eckart Stüber, Walter Weber), große Silbermünze (Petra Hofer, Michael Lorbacher, Werner Loos, Wolfgang Mini, Jochen Knittel, Anton Schreitt) oder Goldmünze (Uta Orawetz, Ingo Remesch) der Stadt Weilheim überreicht. Dazu gab’s Blumen für die Damen und „Weilheimer Schatzkisterl“ mit süßem Inhalt für die Herren.

Über vier Stadtratsperioden hinweg hatte sich Uta Orawetz (CSU) „höchst engagiert und mit viel Herzblut“ (Loth) in das Gremium eingebracht: Als Referentin für Veranstaltungen, Fremdenverkehr, Städtepartnerschaft, in Ausschüssen, Kommissionen, für Leitbild und Agenda. 2007/08 war sie CSU-Fraktionsvorsitzende und hatte 2008 für das Bürgermeisteramt kandidiert. Bestens vorbereitet, beharrlich und mitunter kämpferisch hatte Orawetz stets Position bezogen. Dies, so Loth, habe „die Zusammenarbeit nicht immer einfach gemacht“. „Schweigen liegt mir nicht“, wandte sich Orawetz, die nicht mehr kandidiert hatte, in kurzer launiger Abschiedsrede an ihre politischen Mitstreiter. War sie „manchmal eine Belastung für das Gremium“, so sei dies nicht persönlich gemeint gewesen, stellte sie klar und schloss: „Schee war‘s, macht‘s es guat und passt‘s auf Weilheim auf!“

Von Mai 2002 bis April 2014 war Ingo Remesch (SPD) zweiter Bürgermeister. „Wir waren beide neu“, erinnerte Loth „und wurden in unserer Anfangszeit von der CSU kritischst beäugt.“ Remesch engagierte sich u.a. für Leitbild, Agenda, Jugendzentrum und Mittelschulverband, war Referent für Städtepartnerschaft, Musikschule, Volksfest und Märkte sowie ab 2015 Vorsitzender der SPD/FDP-Fraktion. Dass sich der in der Bürgerschaft sehr geschätzte Kommunalpolitiker nach 18 Jahren aus dem Gremium zurückzieht, bedauerte Loth. Remesch hatte nach eigener Schilderung in der inzwischen verstorbenen zweiten Bürgermeisterin Ilse Sparlinek (CSU) eine „kluge Unterstützerin“ und sich als Sozialdemokrat im Stadtrat von Anfang an gut aufgenommen gefühlt. Seinen Abschiedsgruß, „ein Glückauf für die weiteren Geschicke der Stadt“, erwiderten die Kollegen mit langanhaltendem Applaus.

Auf insgesamt über 20 Jahre summierte sich Michael Lorbachers (SPD) Stadtratstätigkeit, die 1994 begonnen hatte. Seine Leidenschaft galt der Musikschule, deren Referat er viele Jahre innehatte. Ob in Agenda- oder Leitbild-Arbeit, in Bauausschuss oder Verwaltungsrat der Stadtwerke: Loth bescheinigte Lorbacher, „immer der Sache verpflichtet und exzellent vorbereitet“ gewesen zu sein und sich „sehr ausgleichend“ in die Gremiumsarbeit eingebracht zu haben.

Petra Hofer und Jochen Knittel (beide BfW) wurde für ihr 18-jähriges Mitwirken gedankt. Anton Schreitt (BfW, davor CSU) gehörte dem Stadtrat fast 15 Jahre an. Werner Loos (zuletzt parteilos, bis Dez. 2019 für FW, davor für CSU) und Wolfgang Mini (zuletzt Parteilos/Grüne, vormals UWV und FW) brachten es auf zwölf Jahre. Für die nach sechs Jahren ausscheidenden Stadträte Florian Lechner (BfW), Dr. Eckart Stüber (Grüne) und Walter Weber (Freie Wähler) hatte, wie für weitere Kollegen, bei der Kommunalwahl im März die Stimmenzahl für die Fortsetzung ihres Mandates nicht gereicht. 

Von Maria Hofstetter

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