Verein will Projekte künftig finanziell anstatt mit Manpower unterstützen

Standortförderung richtet sich neu aus

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Einige Mitglieder des Vereins zusammen mit v. li. Thomas Orbig, Kassier; Florian Lipp, erster Vorsitzender; Stadtrat Dr. Claus Reindl; Jutta Liebmann, Leiterin Amt für Standortförderung, Kultur und Tourismus und Bürgermeister Markus Loth. Derzeit zählt der Verein circa 109 Mitglieder.

Weilheim – „Etwas ungewöhnliche Zahlen“, wie sie der erste Vorsitzende Florian Lipp nannte, und viele Projekte wurden bei der Mitgliederversammlung des Vereins für Standortförderung in Weilheim erläutert.

Nachdem Lipp die anwesenden Mitglieder in den Räumen vom Biomichl begrüßt hatte, übergab er das Wort an Thomas Orbig, der den Kassenbericht für das Jahr 2016 präsentierte. Dort ergab sich ein Jahresfehlbetrag in Höhe von 19 668 Euro. Diese Summe lässt sich jedoch leicht erklären. Einerseits sei es ein „Jahr des Umbruchs“ gewesen, so Orbig, weswegen nur anteilig Mitgliedsbeiträge verlangt wurden. Andererseits gab es damals Personalkosten in Höhe von 19 733 Euro, da Stefan Frenzl noch als Standortförderer bei dem Verein beschäftigt war. Aktuell sieht es finanziell deutlich besser aus, am 21. November betrug der Kassenstand 54 640 Euro. 2017 gibt es sogar einen Überschuss, so Lipp. Früher seien die Mitgliedsbeiträge und der Zuschuss der Stadt fast komplett für Personalkosten draufgegangen. Nun könne man die Einnahmen für Projekte in der Stadt verwenden. Eines dieser möglichen Projekte könnte das Lichtkunstfestival sein, das 2018 voraussichtlich am 19. und 20. Oktober in Weilheim stattfinden soll. Vorgestellt wurde diese Idee von Nikolaus Eisenblätter, der sowohl Mitglied im Verein für Standortförderung als auch im Verein „Lichtkunst Weilheim“ ist. Der Umfang des Events soll ähnlich wie im letzten Jahr, wenn nicht sogar etwas größer sein. Künstlerischer Leiter wird wieder Philip Geist sein.

Weitere Punkte der Versammlung, wie die Neuorientierung des Vereins, stellte Lipp vor. Der Verein kümmert sich in den Bereichen Stadtmanagement und Wirtschaftsförderung nicht mehr so sehr um die operative Arbeit, sagte der erste Vorsitzende, da für diese Aufgaben mittlerweile das Amt für Standortförderung, Kultur und Tourismus bei der Stadt existiert. Der Verein sei für die Leiterin Jutta Liebmann und ihren Mitarbeiter Stefan Frenzl Ansprechpartner und wolle sie in ihrer Arbeit unterstützen.

Ein Projekt, bei dem die beiden Stellen schon gut zusammenarbeiten würden, sei das Unternehmerfrühstück. Die Idee dahinter sei, erklärte Lipp, Interessierten die Chance zu geben, ihr Unternehmen vor Ort vorzustellen. Der Termin für das nächste Unternehmerfrühstück steht schon fest, es wird am Donnerstag, 1. März 2018, bei den Stadtwerken sein.

Gesprochen wurde auch über das neue Konzept des Stadtmarketings, auch „Kaufhaus Weilheim“ genannt, obwohl dieser Name noch nicht feststehe, sagte Lipp. Entstanden sei die Idee bei einem Treffen im Sommer, bei dem Gewerbetreibende aus Weilheim zusammenkamen, um neue Strategien für den Standort zu entwickeln. Eine Option ist die Online-Präsenz, durch die zum Beispiel Pendler und Touristen mitbekommen können, was in Weilheim eingekauft wird oder welche Dienstleistungen in Anspruch genommen werden können. Dies sei eine mögliche Maßnahme für einen „Projekt-Fonds“ innerhalb der Städtebauförderung. Um an die staatliche Förderung zu gelangen, müssen ein Teil der Kosten von der Stadt und 50 Prozent von privater Seite getragen werden.

Unterstützung gab es vom Verein heuer unter anderem für das „Strassen!Zauber!Festival“ beziehungsweise die lange Einkaufsnacht. Dabei sei die Organisation diesmal komplett anders gewesen. So, dass ein Verein den Großteil der Arbeit übernimmt, in diesem Fall der FünfSeenLand e.V., und dafür finanzielle Unterstützung bekommt, stelle man sich die Organisation in Zukunft vor, sagte Lipp. Durch die „top Künstler“, die auch von außerhalb kamen, sei die Veranstaltung „deutlich professioneller“ geworden. Unterstützt wurde auch der Andreasmarkt in Weilheim. Hier wurde zum Beispiel Werbung auf der Facebookseite „Weilheim mittendrin“ gemacht, auf der der Verein erstmal seine Beiträge veröffentlichen möchte.

Für 2018 hat sich der Verein zur Standortförderung in Weilheim einiges vorgenommen. Einen Ausblick darauf gab es bei der letzten Mitgliederversammlung. Dort wurde auch gleich ein Fragebogen verteilt, in dem allgemeine und Weilheim spezifische Standortfaktoren bei örtlichen Unternehmen abgefragt werden. Dadurch soll das Amt für Standortförderung, Kultur und Tourismus seine Arbeit den Bedingungen besser anpassen können. Geplant ist auch ein „Tag der Betriebe“, an dem die Unternehmen ihre Türen öffnen, des Weiteren sollen Hausmessen angeboten werden. Beide Projekte werden mit Unterstützung des Vereins vom Amt ausgerichtet.

In puncto bezahlbarer Wohnraum möchte der Verein bei einem Gespräch mit Stadtbaumeisterin Andrea Roppelt herausfinden, wo er die Stadt unterstützen kann, sagte der erste Vorsitzende Florian Lipp. 

Letztendlich wurde der Vorstand ohne Gegenstimmen entlastet.

Von Sofia Wiethaler 

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