Vergessene Perlen in der Muschel

Mitmach-Festival MurNOW kehrt kommenden September in den Kulturpark zurück

Veronika Jones und Nikolaus Gerold
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Freuen sich auf Musik in und aus der Muschel: Veronika Jones vom Organisationsteam und Nikolaus Gerold, der Künstlerische Leiter.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – Nikolaus Gerold blickt um sich, auf den Spielplatz, das Gras, die Bänke, den Weiher. Er zeichnet mit seinem ausgestreckten Zeigefinger eine lange Linie in die Luft, dort, wo rundum den Kulturpark am 4. September eine Absperrung gezogen werden könnte – auch wenn ihm keine lieber wäre. Der Künstlerische Leiter des Festivals MurNOW sitzt auf einer Bank vor der Musikmuschel und denkt darüber nach, was in nicht einmal drei Monaten hier zu hören, zu sehen, zu schmecken sein wird.

Für alle offen, für alle geöffnet soll das Festival sein, niemanden ausgrenzen. Rein optisch spricht eine Abgrenzung in Gestalt einer Rundum-Absperrung zwar dagegen, doch wenn die Corona-Pandemie im frühen Herbst noch immer Teilnehmerbeschränkungen bei Kulturveranstaltungen erforderlich macht, wird man wohl nicht drum rumkommen. Im vergangenen Jahr wurde das Festival MurNOW abgesagt, „recht kurzfristig, zwei Wochen davor“, erinnert sich Veronika Jones, die im Organisationsteam mitwirkt und eine Bank von Gerold entfernt Platz genommen hat. Während Gerold Grenzen keineswegs ausschließen möchte, zeigt sich die Murnauer Gemeinderätin recht zuversichtlich, dass bis dahin noch ein paar Lockerungen folgen werden. Wenn nicht, dann macht man’s eben eingegrenzt und mit Anmeldung, wobei Gerold, Doktorand der Humangeografie, hofft, dass die entsprechenden Registrierungsapps bis dahin etwas weiterentwickelt sind. Wenn Leute das Gelände verlassen, wäre es gut, wenn sie irgendwie ausgeloggt werden, „sonst sind sie drei Wochen da“, grinst der Künstlerische Leiter. Breiter wird sein Grinsen, wenn er an die Bands denkt, die da auf die Bühnen kommen, darunter Acts, die man bereits im vergangenen Jahr eingeplant habe. „Es soll bunt sein vom Programm und von den Besuchern her“, so Gerold.

Auf zwei Bühnen, einer auf einer Wiese sowie einer unter dem muschelschalenförmigen Pavillon, sollen sich die Bands, Singer und Songwriter und Duos an Gitarren, die alle aus der Region kommen oder mit Murnau verbunden sind, präsentieren, abwechselnd versteht sich. 30-Minuten-Puffer für den Umbau sind eingeplant. Wenig Zeit, doch bislang hat das wohl gut funktioniert. Vor ein paar Jahren trat Gerold selbst als Musiker bei dem Festival auf und weiß daher, wie gut der Zusammenhalt und die Zusammenarbeit unter den Musikern ist. „Das erste Schlagzeug wurde immer geteilt“, weiß auch Jones.

Und ja, eigentlich ist es ein Musikfestival, aber man wolle generell Kunst und Kultur Raum geben, erklärt der Künstlerische Leiter. Theatergenuss für Kinder wie auch Erwachsene ist ebenso eingeplant wie kleinere kulturelle Angebote. In der Vergangenheit wurden etwa Airbrush-Tattoos auf die Haut gebracht und T-Shirts kunstvoll bedruckt, „Niederschwelliges“, das jeder machen könne, lächelt Jones. Neben Klängen, Kunst und Kultur soll auch gute Küche geboten werden. „Wir versuchen die kulinarische Ecke reinzubringen“, so Gerold. Das Lokal Auszeit sorge wieder für die Bewirtung, daneben sollen örtliche Schulen an Ständen eigene Menüs anbieten, berichtet der Künstlerische Leiter weiter.

Wenn Jones um sich blickt, scheint sie die Rückkehr kultureller Veranstaltungen kaum erwarten zu können. Bis September warten kann sie auch nicht, ein paar Karten für verschiedene Events hier und dort liegen bei ihr zuhause und warten auf ihren Einsatz. „Die Branche ist ja total untergegangen“, bedauert die Gemeinderätin. Normalerweise finde das MurNOW-Festival vor den Sommerferien statt, vorm KultURKNALL, damit man sich nicht in die Quere komme, betont Jones. In diesem Jahr habe man sich für einen deutlich späteren Start entschieden, um die weiteren Entwicklungen und mögliche neue Lockerungen abzuwarten. Und man wartet, nein hofft auf mehr noch: weitere Unterstützer in der Organisation. Immerhin sei das Festival ein Mitmach-Event, an dessen Gelingen sich „Jung und Alt“, so Jones, beteiligen können und sollen.

Feine Regentropfen fallen auf Gerolds Wollmütze. „Ach ja, wenn es regnet, fällt’s aus“, meint da der Künstlerische Leiter noch. Dann verrät er noch einige Namen von teilnehmenden Kunst- und Kulturschaffenden. Die Besucher dürfen sich somit schon einmal auf folgende Acts freuen: Gamskampler, Checkstes 5, Herr Rauch, Groovers Combo, The Kitcheners, Schneider Schwarz, The Boogie Bugs, Nina, Whitebiermo, Bare Groove, Hamburg Hot Club, Zimmertheater Uffing und Pikant.

Wer sich beim Mitmach-Festival MurNOW unterstützend beteiligen möchte, der kann sich bei Nikolaus Gerold per E-Mail an nikolaus_marcellus@hotmail.de melden.

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