An Priorität gewonnen

Mittelschule in Murnau soll barrierefrei werden

Mittelschule Murnau
+
Soll zeitnah barrierefrei erschlossen werden: Die Christoph-Probst-Mittelschule.
  • VonAntonia Reindl
    schließen

Murnau – Eigentlich geht es ja um den Haushalt, über den man beraten will. Und ja, man berät über diesen in zwei Sitzungen auch. Doch Zahlen, die da auftauchen, Jahreszahlen, legen ein paar Stirnen im Murnauer Marktgemeinderat in Runzeln. Während ein Skatepark schon bald realisiert werden könnte, da dieser auf der Prioritätenliste der Marktgemeinde hoch eingestuft ist, wurde die barrierefreie Erschließung der Mittelschule ein paar Jahre nach hinten verlegt.

Eine gerunzelte Stirn entdeckt man bei Dr. Michael Rapp (CSU). „Nichts gegen den Skatepark“, doch dass dieses Projekt 2022 angegangen werden soll, während man den barrierefreien Ausbau der Christoph-Probst-Mittelschule auf 2026 schiebe, irritiert ihn. Irritation, die wiederum Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) irritiert, immerhin obliege dem Marktgemeinderat die Strukturierung der Prioritätenliste.

Mit dieser Strukturierung scheint Veronika Jones (Grüne) unzufrieden, dass die Barrierefreiheit „zurückgestellt wird, geht für uns gar nicht“. Wenig überrascht zeigt sich dagegen Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum): Das Thema stehe schon seit 2008 auf der Agenda, aber „ist immer widerspruchslos verschoben worden“, dabei „ist es wichtig, dass das in Bälde gemacht wird“.

An eine Diskussion über eine Verschiebung der Erschließung kann sich Rudolf Utzschneider (CSU) nicht erinnern, „irgendwer hat die Liste ja erstellt“, sagt er und wendet sich an den Rathauschef. Doch Kämmerer Josef Brückner antwortet und weist unter anderem darauf hin, dass „unsere Finanzmittel endlich sind“. Bei Kindern, die mit einem Handicap leben, möchte Franz Neuner (CSU) aber „auf keinen Fall einsparen“. Man könne nicht mehr Projekte in die Priorität 1 reinschieben, „das haut nicht hin“, betont Beuting. Man sei aber frei, die Liste neu zu sortieren. Dieser Gedanke behagt Felix Burger (SPD), denn bei der Barrierefreiheit gehe es um die „Teilhabe an der Gesellschaft, da gibt es keine Kompromisse“.

Mit einer möglichen Neusortierung allein scheint sich Utzschneider nicht zufrieden geben zu wollen, er fordert Antworten ein. Wenn er auf die Priorität des Skateparks, den sich viele Jugendliche einer Umfrage der KJV zufolge wünschen, blickt, meint er, dass es „nicht sein kann, dass es eine Initiative gibt und dann schmeißt man es da rein“, sagt er. Brückner verweist auf eine mögliche Förderung für das Projekt im Jahr 2022, verspricht aber, zur nächsten Sitzung zu prüfen, ob die barrierefreie Erschließung der Mittelschule ohne eine Kreditaufnahme in die Priorität 1 gehoben werden könne. In der nächsten Sitzung dann zeigt Brückner die überarbeitete Prioritätenliste, auf der besagte Erschließung nach oben gewandert ist. Nun soll der Ausbau 2022 geplant und 2023/24 ausgeführt werden – angenommene Bausumme: 300 000 Euro. Nicht unerwähnt aber lässt der Kämmerer, dass 2024 ein „kritisches Jahr“ werde, in dem man nahe an die Mindestrücklage kommen werde.

Angesichts dieser Änderung möchte Burger auch das Postareal nach oben wandern sehen. „Wo ist das Problem, wenn wir die Jahreszahlen ändern?“, fragt er. Man müsste einen „Kredit aufnehmen, um diesen Faktor in die Höhe zu setzen“, antwortet Brückner. Phillip Zoepf (Mehr Bewegen) möchte erst das Raumnutzungskonzept abwarten, ehe das Postareal weiter nach oben rückt. Abgesehen davon sei die Prioritätenliste nur eine „Absichtserklärung“. Über diese Betitelung wundert sich Hans Kohl (Grüne), der wissen will, ob die Liste „tatsächlich nur eine Absichtserklärung“ sei. Beuting nickt, man sei rechtlich nicht an diese gebunden.

Was den Skatepark, der, sollte sich eine Kooperation mit dem Unfallklinikum ergeben, integrativ werden könnte, anbelangt, so erinnert Zoepf daran, dass das Thema erst im Dezember diskutiert werden soll, „jetzt haben wir das einfach mal im Haushalt drin“. So sieht das auch Beuting, „wir schaffen hier nur die Planungsgrundlage“. Jedoch betont der Rathauschef, dass man „kein finanzielles Harakiri“ wolle: „Ohne Förderung kein Skatepark“.

Bilder, Videos und aktuelle Ereignisse aus Ihrer Heimat: Besuchen Sie den Kreisboten Weilheim-Schongau auch auf Facebook.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mindestens 20 Genossenschaftswohnungen für Wielenbach
Weilheim
Mindestens 20 Genossenschaftswohnungen für Wielenbach
Mindestens 20 Genossenschaftswohnungen für Wielenbach
Jetzt wird wieder gekocht!
Weilheim
Jetzt wird wieder gekocht!
Jetzt wird wieder gekocht!
HeimatOffice Weilheim und Peißenberg
Weilheim
HeimatOffice Weilheim und Peißenberg
HeimatOffice Weilheim und Peißenberg
Tutzinger Brahmstage
Weilheim
Tutzinger Brahmstage
Tutzinger Brahmstage

Kommentare