Klassen beteiligen sich mit unterschiedlichen Aktionen

Mittelschule auf der Suche nach "Glück"

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Die 9a lud bei dem von Gabi Zeitler (zweite v.re.) organisierten Mittelschultag zum „Glücksraddrehen“ ein.

Peißenberg – „Mittelschüler suchen/finden das Glück“: Unter diesem Motto stand heuer der oberbayernweit ausgetragene Mittelschultag. Auch die Josef-Zerhoch-Mittelschule begab sich auf die Suche nach dem Glück – und das auf ganz unterschiedliche Art und Weise.

Unter dem Motto „Glücksbringer aus aller Welt“ organisierte zum Beispiel die 6a eine informative Ausstellung, die 9 Ma lud ins Glücksspielcasino ein, die 9 Mb verkaufte leckere „Glückswaffeln mit Nutella“, die 7 M kredenzte in der „Glücksbar“ alkoholfreie Cocktails mit Sinnsprüchen und die 5 g kümmerte sich um das Glück in Bezug auf das körperliche Wohlbefinden: Akustisch begleitet von fernöstlicher Musik wurden Handmassagen angeboten. Neben den einzelnen Klassenevents organisierten die Fachlehrer verschiedene Workshops wie „Chillen mit Papier und Bleistift“, „Yoga für Sinne“ oder „Schokolade macht glücklich“. Laut Verbindungslehrerin Gabi Zeitler sollten die Schüler „ein greifbares Ergebnis beziehungsweise eine Erinnerung an den Tag mit nach Hause nehmen – quasi ein ‚Glück-To-Go‘.“

Sinn und Zweck des „Glücks-Mittelschultags“ war es, den populistischen Tendenzen und den verbreiteten Ängsten und Schreckensszenarien eine positive Grundhaltung entgegenzusetzen. Ein weiterer Ansatzpunkt: Schule und Glück werden in der Praxis eher selten miteinander verbunden – und zwar unabhängig von der Notensituation. „Es fehlt oft die Wertschätzung der Schüler. Das Glück ist aus der Schule verschwunden“, konstatiert Zeitler: „Es kommen schon viele mit der Grundstimmung in die Schule: ‚Mein Leben ist eh scheiße.‘ Entweder ist etwas ‚saugeil‘ oder eben ganz schlecht. Eine Bandbreite dazwischen gibt es nicht.“ Glück werde zudem oft nur mit materiellen Dingen assoziiert, nicht aber mit Gesundheit oder mit einem großen Freundes- und Bekanntenkreis.

Zeitler hatte deshalb die Idee, ein separates Unterrichtsfach „Glück“ einzuführen. Das Pilotprojekt soll im September starten. Von der Schulleitung um Susanne Coldwell erhält Zeitler volle Rückendeckung: „Das Fach ist dringend erforderlich“, sagt die Rektorin: „Es ist wichtig, den Schülern Wege zum Glück aufzuzeigen.“

Laut Zeitler geht es um die Reflexion der eigenen Persönlichkeit, um Stärkung der Lebensfreude und der Erkenntnis, dass jeder der eigene Motor für sein Leben und sein persönliches Fortkommen ist. Über die sozialen Medien würden die Schüler oft nur anderen beim Leben zuschauen anstatt Eigeninitiative zu entwickeln. „Es ist auch Aufgabe der Schule, glückliche Schüler zu entlassen“, betont Zeitler. Das Schulfach „Glück“ gibt es derzeit bundesweit bereits an rund 100 Schulen: „Das wird gut laufen. Ich bin sehr optimistisch“, so Zeitler.

Von Bernhard Jepsen

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