Dr. Andreas Kießling spricht bei Mittelstands-Union über Energiewende

Chance und Herausforderung

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MU-Kreisvorsitzender Hans Medele (re.) und MU-Ortsvorsitzender Manfred Fiebig (li.) begrüßten Dr. Andreas Kießling (Bildmitte) in Peißenberg.

Peißenberg – „Deutschland hat hohe Ansprüche beim Klimaschutz, aber wahnsinnig weit vorne sind wir nicht.“ Es war eine eher ernüchternde Bilanz, die Dr. Andreas Kießling bei einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung des Kreisverbands der Mittelstands-Union präsentierte.

Der Leiter für die Themen „Politik, Verbändearbeit und Qualitätssicherung“ bei der Bayernwerk AG, der früher für die CSU im Weilheimer Stadtrat saß, sprach in der Peißenberger Tiefstollenhalle zum Thema „Blackout oder blühende Landschaften? Herausforderungen und Chancen der Energiewende“. Kießling betonte, dass Deutschland bezüglich erneuerbarer Energien „ordentlich zubauen“ müsse, um die gesteckten Klimaziele zu erreichen – vor allem bei der Wind- und Solarenergie.

Der Ausbau habe natürlich seinen Preis: „Strom wird nicht billiger. Das kann man sich abschminken“, erklärte Kießling. Ziel müsse es sein, umweltverträglichen Strom zu erzeugen, der immer verfügbar und auch noch halbwegs bezahlbar ist. Die Gratwanderung: „Wir wollen Klimaschutz, aber wir wollen auch Industrieland bleiben.“ Kießling skizzierte eine weitere Folge der Energiewende: „Wenn wir es richtig ernst meinen, dann wird sich die Landschaft verändern. Die erneuerbaren Energien kosten Fläche.“ Die Lücke in der Stromversorgung nach dem Kohle- und Atomausstieg müsse aber irgendwie geschlossen werden: „Das geht alles, aber es sind Investitionen, die man tätigen muss.“

Bayerns Energieversorgung der Zukunft beschrieb Kießling als dezentral, digital und dekarbonisiert. Erforderlich seien netztechnische Verknüpfungen, flexible Anpassungen des Stromverbrauchs und – „ganz dringend“ – intelligente Stromspeichertechnologie. Kießlings Fazit: „Die Energiewende bringt große Herausforderungen und viele Baustellen mit sich. Aber sie bietet auch große Chancen – man muss es halt nur gut machen.“

Von Bernhard Jepsen 

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