Antonie-Zauner-Stiftung stellt in Murnau Modellprojekt vor und sucht Nebenerwerbslandwirte

Projektpartner von Antonie-Zauner-Stiftung v. li.: Petra Stragies, Anni Hindelang, Wolfgang Kastl und Doris Kettner.
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Gedankenaustausch unter den Projektpartnern. Von links: Petra Stragies, Anni Hindelang, Wolfgang Kastl und Doris Kettner.

Murnau – In Zeiten, in denen Menschen immer älter werden, Wohnraum immer knapper und Pflege immer teurer wird, stellten die Antonie-Zauner-Stiftung und die Alzheimer Gesellschaft Lechrain e. V. Selbsthilfe Demenz ein zukunftsträchtiges Modellprojekt vor.

Der Name „Leben und Wohnen älterer Menschen auf dem Bauernhof als Möglichkeit zum Nebenerwerb für Landwirte“ ist sicher etwas sperrig, der Gedanke hat jedoch zukunftsweisende Perspektiven. Die Vorstellung ist, Angebotsalternativen auf geeigneten Bauernhöfen zu schaffen, die sich auch als Nebenerwerb für die Eigentümer anbieten.

Die Initiatoren stellen sich unter anderem Betreutes Wohnen auf dem Bauernhof, Seniorenhausgemeinschaften, ambulant betreute Wohngemeinschaften, Urlaub auf dem Bauernhof mit pflege- und betreuungsbedürftigen Angehörigen, niedrigschwellige Angebote für Betreuungsgruppen mit dem Landwirt/der Landwirtin als Anbieter, erlebnisorientierte Bildungs-, Freizeit- und Urlaubsangebote vor. Diese Angebote sollen auf Höfen in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen sowie Weilheim-Schongau verwirklicht werden. Die Stiftung wie auch die Alzheimer Gesellschaft wollen dabei Lotsen in der Durchführung sein sowie mit Rat und Tat zur Verfügung stehen.

Beispielsweise bei der Ansprache interessierter Landwirte, der Vorstellung verschiedener Angebotsformen, bei der Abwägung von Pro und Contra, beim Suchen der passenden Angebotsform für den Interessenten, der Einbringung eigener Leistungen und Ausbildungen, beim Suchen der passenden Räumlichkeiten sowie der Erstellung der Machbarkeitsstudie. „Es gibt so viele Dinge, die bei einem Einstieg berücksichtigt werden müssen. Da macht eine Begleitung durch Pflege-Profis durchaus Sinn. Das Ganze muss sich auch finanziell rechnen. Unser Team hat zwar noch keine Erfahrung, bringt sich aber mit viel Aufgeschlossenheit und Engagement ein. Die Idee der Gebäudenutzung auf landwirtschaftlichen Anwesen für Senioren wird bereits vom Bauernverband aufgegriffen“, erklärten Wolfgang Kastl (Antonie-Zauner-Stiftung), Doris Kettner und Petra Stragies (Alzheimer-Gesellschaft) beim Pressegespräch.

Vorbilder sind dabei schon laufende Projekte im europäischen Umfeld, wie etwa in Holland. Ein bereits erfolgreiches, recht anschauliches Modell ist der „Hoimahof“ in Schöffau, der seit September 2020 zahlreiche soziale Angebote bereitstellt.

Mehr Informationen für interessierte Landwirte gibt es auf den Webseiten der Antonie-Zauner-Stiftung, der Alzheimer-Gesellschaft Lechrain e. V. Selbsthilfe Demenz und dem „Hoimahof“ von Anni Hindelang in Schöffau.

Von Georg Müller

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