Moderne Kunst erlebbar machen - Weilheims Museum wird neu ausgerichtet

Die Museumskasse im Erdgeschoss wirkt wie ein starrer Fremdkörper im Ausstellungsraum. Eng und steil, für Besucher mit Gehproblemen unpassierbar ist die Treppe, die zu den Kunstschätzen ins Obergeschoss führt. Ebenso entspricht der Sanitärbereich längst nicht mehr dem Standard. Höchste Zeit also, das verstaubte Image des Stadtmuseums aufzupolieren. Der zum 1. Oktober bestellte Museumsleiter Dr. Tobias Güthner präsentierte im Stadtrat seine Ideen zur konzeptionellen Neuausrichtung des Museums.

Das Weilheimer Stadtmuseum, das in seiner Art zu den ältesten in Bayern zählt, beherbergt viele Exponate von überregionaler künstlerischer Bedeutung. Ein Förderkreis, dem Kulturreferentin Ragnhild Thieler angehört, hat sich bereits intensiv mit den notwendigen Änderungen und Möglichkeiten auseinandergesetzt. Nun soll der neue Museumsleiter für die Neuausrichtung die Weichen stellen. Um den städtischen Säckel nicht über Gebühr zu strapazieren, kann das Projekt nur schrittweise verwirklicht werden, wie Bürgermeister Markus Loth kürzlich in der Sitzung anmerkte. Güthner berichtete dem Stadtrat von seinen Plänen, das Museum zu einer „identitätsstiftenden Einrichtung für die Weilheimer Bürger“, einem „Lern- und Erlebnisort“ für den Nachwuchs zu entwickeln. Von den Touristen und Besuchern der Stadt soll es als „spannendes, interessantes Ziel“ wahrgenommen werden. Güthner stützt sein Konzept auf zwei Säulen: die Stadtgeschichte sowie die Werke der Weilheimer Künstler und Handwerker. Doch soll künftig, wie es auch Kulturreferentin Thieler fordert, die moderne und zeitgenössische Kultur stärker gewichtet werden. Das Umsetzen des neuen Konzeptes setzt einen Umbau des Museumsgebäudes am Marienplatz voraus. „Wichtige Elemente“ sind für Güthner unter anderem ein einladendes Foyer, ein stabiles Raumklima und ein Aufzug. Güthner möchte neue mediale Möglichkeiten nutzen, eine Handbibliothek einrichten, museumspädagogische Arbeit einbinden. Dabei soll der Sonderausstellungsraum künftig kulturellen Vereinigungen für deren Ausstellungen offen stehen. Dem Stadtrat schlug der Museumsleiter vor, das städtische Bauamt mit der räumlichen Planung und Kostenschätzung zu beauftragen, während die Museumsleitung ein inhaltlich Grobkonzept erstellt. Bei der Finanzierung gelte es alle Fördermöglichkeiten auszuschöpfen. „Die überörtliche Bedeutung dieses Museums“, ist sein Leiter überzeugt, „wird das Beantragen von Zuschüssen erleichtern.“ Das Gremium nahm Güthners Pläne wohlwollend auf und war sich darin einig, den Ausbau trotz klammer Finanzlage der Stadt zu stemmen. „Es muss hier schleunigst was passieren“, forderte Dr. Claus Reindl (BfW). Auch die SPD setzt große Hoffnungen in Güthner. Ingo Remesch ist auch an einer guten Zusammenarbeit mit dem Weilheimer Kunstforum gelegen. Als „positives Beispiel“, sich nach außen zu öffnen, führte er dessen Mail-Art-Projekt (wir berichteten) an. Klaus Gast (CSU) sieht Weilheims Stadtmuseum in Konkurrenz zu anderen Museen im Umkreis. Seine Neuausrichtung sei jedoch „kein Luxus, sondern etwas, das die Besonderheit Weilheims unterstreicht“.

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