Möglichen Bohrplatz im Auge – "Erdwärme Oberland" will Grundstück für Geothermiekraftwerk Ende Mai bekanntgeben

Markus Wiendieck: „Ab Mai bieten wir wieder Bürgersprechstunden an.“ Foto: Hofstetter

Wohin kommt die Energiezentrale für die Geothermie, wo wird gebohrt? Mit einer konkreten Aussage hält sich „Erdwärme Oberland“ noch zurück, doch fest steht: Der favorisierte Standort liegt mehrere Kilometer westlich vom Stadtgebiet, einige hundert Meter von der Wohnbebauung entfernt und „nicht auf Gut Waitzacker“, grenzte Geschäftsführer Dr. Markus Wiendieck ein. Bei der Bürgerversammlung am 24. Mai will die Betreiberfirma den möglichen Bohrplatz bekanntgeben.

„Wir nehmen die Sorgen der Bürger ernst“, reagierte Bürgermeister Markus Loth in einem Pressegespräch auf die Vorwürfe der BifO, die sich über mangelnde Transparenz und Information seitens der Stadt beklagt hatte. „Erdwärme Oberland hat die bergrechtliche Erlaubnis zum Aufsuchen von Erdwärme für den Claim Weilheim. Die Stadt ist in diesem Verfahren nicht entscheidungsbefugt“, machte Loth deutlich. Die Betreiberfirma sieht sich von den ersten Ergebnissen der seismischen 3D-Messungen bestätigt, dass Weilheim günstige Voraussetzungen für eine Geothermieanlage mitbringt. „Vor wenigen Wochen fiel der Startschuss für das Projekt“, bekräftigte Wiendieck. Im nächsten Schritt könnten beim Bergamt Südbayern die bergrechtlichen Betriebspläne für das Herrichten des Bohrplatzes und das Durchführen der Bohrarbeiten beantragt werden. Die Stadt Weilheim, unterstrich Loth, „führt weder Bohrungen durch noch ist sie Betreiberin des Geothermiekraft- werkes“. Sie sei lediglich an der Wärmeabnahme interessiert, um diese in ein Fernwärmenetz einzuspeisen. Für das Anlegen des Bohrplatzes, den Bau der Kraftwerke und Fernwärmeleitungen muss das Landratsamt im Einvernehmen mit der Stadt eine Baugenehmigung erteilen. Nach Aussage des Bürgermeister ist im Vorfeld zu klären, ob es sich um ein im Außenbereich privilegiertes Verfahren handelt oder ob für die Anlage ein Bebauungsplanverfahren durch die Stadt erforderlich ist. Den Kritikern hält Wiendieck entgegen, dass sie ihre Argumente sorgfältiger prüfen müssen. Die Behauptung, dass „Erdwärme Oberland“ 80 Prozent der Kosten zurückerstattet bekommt, sollte das Projekt nicht zum Erfolg führen, treffe nicht zu. „Wir bauen auf eigenes Risiko mit eigenem Kapital“, rechtfertigte sich Wiendieck. Schäden an Häusern – Wiendieck berichtete von „fünf bis sechs Meldungen“ über Risse – seien gutachterlich beurteilt worden. Ein Zusammenhang mit den seismischen Messungen habe sich bislang nicht ergeben.

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