Lernen fürs Leben

Montessori-Schule: 29 Abschlussarbeiten vorgestellt

Bruno Ratcliffe (li) verwöhnte Michael Marksteiner (zweiter Stellvertreter der Landrätin), Bürgermeister Frank Zellner und Weilheims dritten Bürgermeister Alfred Honisch
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Bruno Ratcliffe (li) verwöhnte Michael Marksteiner (zweiter Stellvertreter der Landrätin), Bürgermeister Frank Zellner und Weilheims dritten Bürgermeister Alfred Honisch mit alkoholfreien Cocktails.
  • Ursula Gallmetzer
    VonUrsula Gallmetzer
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Peißenberg – Der Bürgermeister auf einem Mofa, Politiker, die an einer Cocktailbar lehnen und Lehrkräfte, die an einer Tischtennisplatte die Bälle schmettern: Ein ganz außergewöhnlicher Tag war kürzlich für die Achtklässler*innen der Montessori-Schule. In der Tiefstollenhalle durften sie ihre Abschlussarbeiten präsentieren.

Die zweite Heimat von Giulia Tonello war in den letzten Monaten ein Kellerraum im Rigi Center unter der Eisdiele ihrer Familie. „Eigentlich wollte ich ein Fahrrad herrichten, aber dann hat ein Bekannter das Mofa aus Italien gebracht“, erinnerte sie sich an die Geburt ihrer Idee. Teil für Teil wurde das „Motorino“ auseinandergebaut, hergerichtet und schließlich wieder zusammengefügt. Dass ihr Hobby für ein Mädchen eher exotisch ist, stört die 16-Jährige nicht. Sie ermutigte andere: „Wenn man etwas cool findet, soll man es machen.“ Bürgermeister Frank Zellner war von dieser Einstellung angetan und durfte sogar auf dem Mofa Probesitzen. Offiziell fahren darf Giulia ihr Gefährt noch nicht. „Ich warte mit dem Führerschein auf meinen besten Freund.“ Bis es so weit ist profitiert Mama Teresa Spadoni. „Ich bin schon gefahren und es geht super schnell“, freute sie sich über das gelungene Abschlussprojekt ihrer Tochter.

Auch Bruno Ratcliffe hat eine stolze Mama an seiner Seite, die bereits einen Platz für das neue Möbelstück des Sohnes gefunden hat. Die Cocktailbar kommt auf die Terrasse. Eigentlich wollte der 13-Jährige ein Hip Hop-Video drehen, aber Corona ließ es nicht zu. Im Italienurlaub kam dann der Einfall zur Bar. Die ist klappbar und komplett selbst gezimmert. Nach über 100 gemixten Gläsern, die bei der Präsentation gefüllt wurden, kann Bruno die Rezepte inzwischen im Schlaf. Ob Lemon Blue, Beyond Caipi oder Colada Kiss: Die alkoholfreien Getränke fanden gegen Spende reißenden Absatz.

Mia Pilschner war mit dem Verkauf ihres Fantasyromans ebenfalls zufrieden. Von 30 gedruckten Exemplaren des 348 Seiten dicken Schmökers war am Abend bereits ein Drittel verkauft. Etwas mulmig war ihr dennoch zumute. „Es ist irgendwie unangenehm, wenn andere das lesen, was ich schreibe“, gestand die 14-Jährige. Dennoch macht ihr das Schreiben schon seit jungen Jahren Spaß. Auch wenn der Titel „Als ich träumte du würdest sterben“ düster klingt, versicherte die Jungautorin: „Der Inhalt ist nicht so schlimm, wie man denkt.“ Auch Mias Lektorin hatte nicht viel auszusetzen, sodass in rund drei Monaten alles fertig war.

Alfred Honisch, der in seiner Funktion als Dritter Bürgermeister Weilheims durch die Ausstellung schlenderte, war nach eigenen Worten „schwer beeindruckt“. Er konnte sich gar nicht entscheiden, welche Arbeit ihm am besten gefiel. Besonders lobte er aber das Verhalten der Achtklässler: „Sie gehen alle sorgsam miteinander um und sind sehr höflich.“

„Es ist ein hausinterner Abschluss“, erklärte Ingo Böhm, einer der Lehrer der Achtklässler. Somit gibt es zwar keinen offiziellen staatlichen Abschluss, dennoch lernen die Jugendlichen viel dabei. „Sie haben ein dreiviertel Jahr Zeit, sich intensiv mit einem Thema zu beschäftigen“, sagte der Koordinator des Projekts. Dabei mussten die Schüler ein praktisches Werkstück mit Unterstützung eines Mentors anfertigen, eine schriftliche Arbeit mit Theorieteil erstellen und schließlich alles auf der Bühne präsentieren. Böhm ist stolz auf die 29 Jugendlichen: „Ich bin wie immer sehr zufrieden.“

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