Peißenberger Montessori-Schüler präsentierten ihre Abschlussarbeiten in der Tiefstollenhalle

Kreativ und handwerklich geschickt

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Ludwig Weidner demonstrierte seine selbstgebaute Drohne. Rechts im Bild Schulleiter Norbert Ehrich.

Peißenberg – Bei seinen Abschlussarbeiten zeigt der Nachwuchs der Peißenberger Montessori-Schüler Jahr für Jahr sein kreatives Potenzial.

Knapp 40 Schüler der achten Jahrgangsstufe präsentierten auch heuer wieder eine buntgemischte Themenpalette, die angefangen vom selbstgenähten Ballkleid über ein Marylin-Monroe-Bild als Mosaik bis hin zu einem innovativen Wertmarkensystem reichte.

Aus Platzgründen fand die öffentliche Vorstellung der Arbeiten erstmals nicht im beengten Schulhaus an der Wörther-Kirch-Straße, sondern in der Tiefstollenhalle statt. Das Ambiente im großen Veranstaltungssaal glich irgendwie dem einer professionellen Bastelausstellung oder einem „Jugend forscht“-Camp. Ludwig Weidner zum Beispiel demonstrierte den Besuchern eine selbstgebaute Drohne. Die einzelnen Komponenten hat sich der 13-jährige Peißenberger selbst beschafft und aufeinander abgestimmt: „Ich hab da nicht einfach nur einen Bausatz bei ‚Conrad‘ bestellt und den zusammenmontiert“, beteuerte Weidner. „Wenn die Drohnen noch absturzsicherer werden“, da ist sich der junge Technikfan sicher, „dann werden die das Transportmittel der Zukunft sein.“ Vielleicht wird Weidner später selbst einmal an der Entwicklung mitfeilen: „Ich will Informatiker werden“, lautet jedenfalls sein fester Berufswunsch.

Doch nicht nur technische Projekte konnten in der Tiefstollenhalle bestaunt werden. Der Montessori-Nachwuchs zeigte auch sein handwerkliches Geschick. Lukas Dreher baute zum Beispiel ein top-ausstaffiertes Kanu, Salomon Kienle zimmerte einen Billardtisch, Valerie Hänel schneiderte ein Brautkleid, Toni Geiselbrechtinger konstruierte eine Seilkamera und Lennart Kettel entwarf ein multifunktionales Trainingsgerät. „Ich hatte noch kein Thema. Und weil ich mich für Sport interessiere, hat mein Freund gesagt ‚dann bau halt ein Trainingsgerät‘“, erzählte Kettel über seine persönliche Projektstartphase. Immerhin sechs verschiedene Muskelpartien können mit der Vorrichtung gestählt werden.

Bei all dem Ideenreichtum seiner Schützlinge war auch Schulleiter Norbert Ehrich begeistert: „Die meisten Themen basieren auf den Hobbys der Kinder. Es ist jedes Jahr immer wieder spannend, welche neue Ideen da kommen.“

Die Abschlussarbeiten beinhalten neben dem praktischen Teil auch eine theoretisch-schriftliche Dokumentation. Unter Begleitung eines fachlichen Mentors arbeiten die Schüler weitestgehend autonom. Laut Ehrich zeigt sich gerade bei den Abschlussarbeiten, „dass unsere Schüler gelernt haben, wie man lernt“. Der Montessori-Nachwuchs würde bei den externen Prüfungen (zum Beispiel Quali oder Realschulabschluss) immer über dem bayerischen Durchschnitt liegen.

Von Bernhard Jepsen

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