Im Staatswalddistrikt »Kerschlacher Forst« wird die Austrocknung wieder rückgängig gemacht

Pähl/Kerschlach: Hochmoor wird renaturiert

Spundwand mit Fichtenstämmen. Moorrenaturierung Kerschlacher Forst.
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Eine Spundwand mit Fichtenstämmen dient bei der Renaturierung als Verstärkung.

Pähl/Kerschlach – Moore haben viele positive Effekte für Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie speichern in ihren mächtigen Torfschichten eine große Menge an CO2 und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Der Forstbetrieb München der Bayerischen Staatsforsten AöR renaturiert zur Zeit ein ehemaliges Hochmoor im Kerschlacher Forst.

Vor rund hundert Jahren wurde die circa vier Hektar große Hochmoorfläche im Kerschlacher Forst mithilfe von Entwässerungsgräben trockengelegt. Um diese Austrocknung nun wieder rückgängig zu machen, wurden ab Februar dieses Jahres Fichten und die nicht heimischen Stroben (Weymouth-Kiefer, Anm.d.Red.) gefällt. Dies führt zu einem geringeren Wasserverbrauch des Waldes, wodurch die Fläche schneller wieder vermoort. Einige Schwarzerlen, Kiefern und Moorbirken wurden als natürliche Moor-Baumarten stehen gelassen.

Durch den Wegfall des dichten Fichtenschirmes können sich jetzt die lichtliebenden Hochmoorpflanzen, wie Torfmoose und Wollgräser, besser etablieren. Auch für verschiedene Insektenarten, wie die Kleine Moosjungfer, oder Reptilien, wie die Kreuzotter, hat die Entnahme der Bäume den Lebensraum verbessert.

Seit Herbst werden Spundwände in die größeren Entwässerungsgräben eingesetzt (siehe Foto), um den Abfluss zu stoppen. Die Spundwände sind aus unbehandelter Lärche und werden vor Ort exakt angepasst. Nach dem Einfügen der Wände werden sie noch mit Torf überdeckt. Bei den kleineren Entwässerungsgräben reicht es oft aus, gefällte Fichten in den Moorkörper einzuarbeiten und diese mit Torf zu bedecken. „Auf weitere aktive Eingriffe kann nach Abschluss verzichtet werden, da das Moor sich dann von selbst entwickelt und in sein natürliches Gleichgewicht zurückkehrt“, berichten die Bayerischen Staatsforsten in ihrer Pressemitteilung.

Intakte Moore können vom Klimawandel verursachte Wetterextreme verringern, indem sie – wie ein riesiger Schwamm – bei Starkregenereignissen Wasser aufnehmen und speichern sowie bei Trockenheit größere Wasservorräte allmählich abgeben. Des Weiteren leben zahlreiche, zum Teil sehr seltene, Tier- und Pflanzenarten im und vom Moor. Der Wert des Moores war früher nicht bekannt, sodass sie oft entwässert wurden und/oder Torf als Brennmaterial oder Einstreu abgebaut wurde. Heute können deshalb nur noch rund fünf Prozent der bayerischen Moore als intakt bezeichnet werden.

Von Kreisbote

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