Marktrat spricht sich einhellig für Konzeptidee zur Nachnutzung aus – Es gibt baurechtliche Hürden

Wird altes Juze in Peißenberg zum Kulturtreff für Künstler ?

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Moritz Hummig vor dem alten Peißenberger Jugendzentrum, das er zu einem Kulturtreff umbauen möchte.

Peißenberg – Eigentlich war das Schicksal des alten Jugendzentrums in Peißenberg schon besiegelt.

Nach dem Umzug der Einrichtung ins neue Domizil am Bahnhof sollte das marode Gebäude am St. Georgenweg abgerissen werden und einem Grill- sowie Bouleplatz weichen. Doch nun gibt es eine andere Konzeptidee: Ein vor der Gründung stehender Verein möchte das Gebäude zu einem Kulturtreff für junge Künstler umbauen.

Kopf der Initiative „Junge Künstler Peißenberg“ ist Moritz Hummig. Der 29-jährige Veranstaltungstechniker, der in der Pyrotechnik-Firma seines Vaters arbeitet, organisiert im privaten Rahmen schon seit längerem Konzerte. Auf seiner Freilichtbühne standen bereits namhafte Bands und Musiker aus dem Ausland. Das Ganze soll nun einen öffentlichen Rahmen erhalten. Hummig und seine Mitstreiter möchten im alten Juze am St. Georgenweg Probenräume für junge Bands, ein Aufnahmestudio, einen Veranstaltungssaal, Lagerräume und ein Vereinscafé einrichten. Vom Marktrat wurden die Pläne ausdrücklich goutiert. In der jüngsten Sitzung sprachen unter anderem Peter Blome (SPD) von einer „idealen Nachnutzung“ und Vize-Bürgermeisterin Sandra Rößle (CSU/Parteilose) von einer „super Sache“. 

Weniger euphorisch beurteilt jedoch Bauamtsleiter Bernhard Schregle das Projekt „Kulturtreff“. Das Problem: Der ausrangierte Jugendzentrumsbau liegt im planerischen Außenbereich. Die Nutzung war bislang allein auf soziale Zwecke beschränkt. Gewerbliche Betriebsformen sind generell ausgeschlossen – und auch bezüglich eines Kulturtreffs äußerte sich das Landratsamt zumindest vorab skeptisch: „Würde jedoch so etwas wie eine Kunst- und Kulturwerkstatt entstehen, wie beschrieben mit Bandproberäumen, Kleinwerkstatt und Lager, so ist unseres Erachtens vorbehaltlich einer genaueren Beschreibung eine Nutzungsänderung zu beantragen. Dies wäre aber wohl eher analog zu einer gewerblichen Nachnutzung ohne Bauleitplanung im Außenbereich nicht genehmigungsfähig“, führt die Behörde in einer Stellungnahme aus.

Hoffnung für Hummig dürfte wohl die Formulierung „vorbehaltlich einer genaueren Beschreibung“ bedeuten. Für Peter Guffanti (Peißenberger Liste) würde sich der Kulturtreff für junge Erwachsene nämlich im Grunde nicht wesentlich von dem bisherigen Betrieb als Jugendzentrum unterscheiden: „Das ist doch eigentlich gar keine Nutzungsänderung.“ Dem widersprach jedoch Schregle: „Die angegebene Nutzung ist eine andere als die bisherige. Und der Antrag auf Nutzungsänderung hat wenig Aussicht auf Erfolg.“

Doch aufgrund des klaren Votums im Gemeinderat für Hummigs Konzeptidee – Uli Mach (Peißenberger Liste): „Man muss dem Ganzen eine Chance geben“ – musste auch Schregle einlenken. Er signalisierte, Hummig bei den Verhandlungen mit dem Landratsamt zu unterstützen: „Wir probieren es!“, so der Bauamtschef. Wie im Marktrat nun publik wurde, gab es bezüglich der Nachnutzung von gewerblicher Seite schon mehrere Anfragen im Rathaus. Auch der benachbarte Kleingartenverein hat sein Interesse bekundet. Die Anfragen wurden jedoch aufgrund der rechtlichen Hürden und der Abbruchpläne abgeblockt. Doch im Zuge von Hummigs Konzeptvorschlag wurde der Abriss-Beschluss vorerst auf Eis gelegt.

Von Bernhard Jepsen

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