Müllproblematik an der Ammer bleibt leidiges Thema – Zwei neue Rettungsreifen am PKG-Wehr

"Vandalismus ist unglaublich"

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Sie sind für Notfälle gedacht, die beiden Rettungsringe, die am PKG-Wehr an der Ammer aufgehängt wurden.

Peißenberg – Es sieht relativ harmlos aus, doch das PKG-Wehr an der Ammer bei Peißenberg birgt im Ernstfall tödliche Gefahren.

Erst vor ein paar Wochen spielten sich an der Wasserwalze zwischen der Böbinger- und Wörther Ammerbrücke dramatische Szenen ab, als ein 61-Jähriger beim Versuch, einen Hund aus den Fluten zu ziehen, von Passanten selbst gerettet und reanimiert werden musste.

Die Behörden haben auf den Vorfall reagiert: Im Auftrag des Wasserwirtschaftsamts hat der Peißenberger Bauhof vor Kurzem zwei Rettungsreifen an den Wehrbrüstungen montiert. Sie sind für Notfälle gedacht und sollen keineswegs zum Baden animieren. Das Betreten der Wehranlage bleibt selbstverständlich weiterhin strikt verboten. In der letzten Marktratssitzung vor der Sommerpause regte Ernst Frohnheiser (CSU/Parteilose) an, die Lebensretter des 61-Jährigen im Rahmen der gemeindlichen Sportlerehrung auszuzeichnen. Fraktionskollege Werner Haseidl sprach sich zudem dafür aus, die betreffenden Personen für die Verleihung der Christopher-Medaille des Freistaates vorzuschlagen. Haseidl hatte aber noch ein weiteres Anliegen, er brachte die leidige Müllproblematik aufs Tapet: „Der Vandalismus an der Ammer ist unglaublich. So kann es nicht mehr weitergehen“, fand Haseidl deutliche Worte. Barfußgehen sei an den Ammerkiesbänken längst nicht mehr möglich, überall würden kaputte Flaschen, Scherben, Grillabfälle und sonstiger Müll herumliegen: „Wir brauchen dort dringend einen Sicherheitsdienst“, lautete Haseidls Forderung.

In der nächsten Haupt- und Finanzausschusssitzung wird die Rathausverwaltung entsprechende Kostenangebote vorlegen – und zwar bezüglich des Ordnungsdienstes, den die Gemeinde ohnehin schon zum Beispiel für die Bewachung von Liegenschaften wie die Tiefstollenhalle beauftragt hat. „Der Dienst könnte auch an der Ammer vorbeischauen“, so Bürgermeisterin Manuela Vanni auf Nachfrage des Kreisboten. Doch ganz überzeugt ist die Rathauschefin von der Lösung nicht: „Die Frage ist, ob der Dienst an der Ammer mit dem Auto überall hinkommt. Und dann sind die nur zu zweit. Da ist es schwierig, für Ordnung zu sorgen. Letztlich braucht man dann doch die Polizei.“ Laut Vanni falle die Ammer grundsätzlich in den Zuständigkeitsbereich des Wasserwirtschaftsamtes. Doch als Anliegergemeinde sei man natürlich ebenfalls in der Pflicht: „Wir werden prüfen, ob der Bauhof an der Ammer eventuell öfters Müll sammeln kann.“ Zudem werde eine größere Abfalltonne aufgestellt. „Vielleicht kann man auch plakativ etwas machen – mit großen Schriftzügen wie ‚Ich bin die Ammer und kein Müllschlucker‘“, verweist Vanni auf visuelle Beispiele in österreichischen Tourismusorten.

Von Bernhard Jepsen

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