Jenseits der Kapazitätsgrenze

Murnau schafft zusätzliche Betreuungsplätze für Kleinkinder

Kinderbetreuungsplätze in Murnau
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Im Innovationsquartier sollen, wie auch im Gebäude 120 im Kemmelpark, weitere Betreuungsplätze für Kindern im Alter bis drei Jahren geschaffen werden. Dafür sind jedoch Umbaumaßnahmen von Nöten.
  • VonAntonia Reindl
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Murnau – Die Tendenz zeigte sich schon Ende vergangenen Jahres – und der Trend hält an. Die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kleinkinder bis drei Jahren ist groß, ist gewachsen. Jetzt reagiert die Marktgemeinde auf den gestiegenen Bedarf. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Marktgemeinderat nämlich, zusätzliche Betreuungsplätze zu schaffen. Hierfür müssen jedoch Umbaumaßnahmen im Innovationsquartier sowie im Gebäude 120 im Kemmelpark erfolgen.

In der Sitzungsvorlage zum entsprechenden Tagesordnungspunkt sprechen die Zahlen Bände. So ist darin zu lesen, dass in den Betreuungseinrichtungen derzeit 73 Anmeldungen vorliegen – Anmeldungen von Kindern außerhalb der Gemeinde nicht mitgerechnet. Insgesamt gibt es momentan fast 90 Plätze: 20 in der Kinderkrippe Hochried, zehn in der Großtagespflege des Vereins Frau und Beruf im Innovationsquartier, weitere zehn in der Murmel-Kinderstube sowie 46 in der SkF-Kinderkrippe. Jedoch werden von dem Gesamten zum Herbst 2022 voraussichtlich nur 35 Plätze frei. Macht also summa summarum schon einmal 38 fehlende Plätze.

Um nun kurzfristig Plätze zu schaffen, und das mit einer günstigeren Lösung als der Aufbau von Containern als Betreuungsräumlichkeiten zu werden verspräche, soll nun eine Krippengruppe im Gebäude 120, in den Räumen, in denen einst die Kämmerei untergebracht war, eingerichtet werden. „Auf Grund der räumlichen Nähe bietet sich eine Anbindung an die Evangelische Kindertagesstätte Bienenhaus an. Vom Träger wurde die Bereitschaft zur Einführung einer Krippengruppe signalisiert“, heißt in der Vorlage. Die Kosten für den krippengerechten Umbau werden dabei auf gut 120 000 Euro geschätzt.

Außerdem lässt sich eine weitere Großtagespflege mit dem Verein Frau und Beruf als Träger im Innovationsquartier einrichten. Räumlichkeiten im nördlichen Anbau stehen derzeit zumindest frei. Geschätzte Kosten für erforderliche Umbaumaßnahmen: rund 57 000 Euro.

In einer Stellungnahme von Veronika Jones (Grüne), Referentin für Kinderbetreuung, heißt es zu den Plänen: „Die hohen Anmeldezahlen entsprechen nicht nur dem Trend der durchgeführten Bedarfsanalyse“, sondern würden auch belegen, dass immer mehr Frauen früher in ihren Beruf zurückkehren möchten. Mit weiteren Betreuungsplätzen könne die Marktgemeinde einen Beitrag „zu einer größeren Chancengleichheit von Frauen am Arbeitsmarkt“ leisten.

Jones befürwortet „ausdrücklich“ die Schaffung weiterer Krippenplätze in den beiden Einrichtungen, hofft aber zugleich darauf, dass sich „auch ausreichend gut qualifiziertes Personal für die neuen Gruppen findet“.

Einstimmig votiert der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung dafür, durch Umbaumaßnahmen im ehemaligen Kämmerei-Sitz im Gebäude 120 im Kemmelpark sowie in den freistehenden Räumlichkeiten des Innovationsquartiers an der James-Loeb-Straße für das kommende Krippenjahr zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren zu schaffen.

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