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Echtzeitzählung soll Überbelastung auf Parkplätzen verhindern

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Von: Antonia Reindl

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Murnauer Bucht Parkplatz
An der Murnauer Bucht, und auch an der Ramsachstraße am Murnauer Moos, sollen Kameras installiert werden, die Autofahrern in Echtzeit die Anzahl verfügbarer Parkplätze anzeigen. © Reindl

Murnau – Zählen, um zu bezähmen. Das scheint die Devise. Mit der Pandemie hat auch der Individualverkehr in Murnau gerade bei schönem Ausflugswetter zugenommen. An gut besuchten Tagen kommt es schon einmal zu einer Überbelastung von überwiegend touristisch genutzten Parkplätzen. Mit einer Echtzeitzählung könnten Engpässe vermieden werden. Die Mehrheit des Hauptverwaltungsausschusses sprach sich in seiner jüngsten Sitzung für die Installation einer entsprechenden Kameratechnik an der Murnauer Bucht und an der Biologischen Station aus.

Die Kameras würden im Grunde genommen zwei Zwecken dienen: Parkplätze vor einer Überbelastung bewahren und Besucherströme lenken. Durch die Anbringung der Technik sollen ein- und ausfahrende Fahrzeuge gezählt werden. Nicht an allen Parkflächen im Marktgemeindegebiet, sondern an den „hauptsächlich touristisch genutzten Parkplätzen“, ist in der Sitzungsvorlage zu lesen. Zwei an der Zahl sind dabei im Visier: Die Fläche an der Murnauer Bucht, wo es viele Badegäste und Stand-up-Paddler, Wanderer und Radfahrer hinzieht, und der Parkplatz an der Ramsachstraße, an der Biologischen Station, dort, wo viele Spaziergänger ins Moos starten.

Beim Einfahren soll ein Parkplatz von der Gesamtzahl der verfügbaren Stellflächen abgezogen, beim Hinausfahren draufgerechnet werden. Diese Informationen sollen in Echtzeit auf digitalen Anzeigetafeln sichtbar gemacht werden. Aber nicht nur auf diesen und vor Ort, sondern auch „im Ausflugsticker Bayern und später in der Bayern Cloud“, heißt es in der Sitzungsvorlage. So können Gäste schon vor Ausflugsantritt sehen, wie belastet der angestrebte Parkplatz ist. Die Kosten gilt es noch zu eruieren. Jedoch: Die Maßnahme ist förderfähig, zu 75 Prozent.

„Absolut begrüßenswert“, findet das Stephanie Neumeir-Schrank (Grüne), doch sie habe „noch ein paar Gedanken im Kopf“. Gedanken macht sie sich unter anderem über die Standorte der Anzeigetafeln. Für die Murnauer Bucht könnte sie sich einen Standort gut vorstellen, aber weniger am Moos. Klar ist jedoch, das geht auch aus der Sitzungsvorlage hervor, dass die Schilder „ausreichend weit vor den Parkplätzen“ aufgestellt werden sollen. So können Parkplatzsuchende frühzeitig reagieren.

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) weist derweil darauf hin, dass diese Maßnahme Bestandteil des Parkleitsystems sein werde, welches „aus haushalterischen Gründen“ erst einmal zurückgestellt worden sei. Phillip Zoepf (Mehr Bewegen) wiederum betont, dass diese Maßnahme teuer wäre, wenn die Daten nicht in Echtzeit angezeigt werden würden. Was die Angebote online angeht, Cloud und Ticker, so ist es Zoepf ein Anliegen, dass diese beworben werden, wie generell „diese ganzen digitalen Geschichten“. Wie Neumeir-Schrank blickt auch Josef Bierling (CSU) kritisch auf die Standortsuche für die Anzeigetafeln. Seine Befürchtung, wenn die Standorte nicht günstig gewählt sind: umkehrende Fahrzeuge, „die irgendwo in der Prärie parken“.

Tourismusreferent Wolfgang Küpper (ÖDP/Bürgerforum) betont dagegen, dass es nicht allein auf die Tafeln ankomme, sondern auch darauf, auf die „mobilen Geräte zu kommen“. Autofahrer sollen nicht im Dunkeln stehen, sondern wissen, wohin es gehe. Gleiches hat Küpper auch in seine schriftliche Stellungnahme gepackt: wichtig sei, dass die „Information zu Alternativparkplätzen“ sowohl auf den Anzeigetafeln im Ort als auch „auf Navigationsgeräten, im Ausflugsticker Bayern etc.“ zu sehen sei. „Es ist auf jeden Fall was, was wir starten sollten“, findet Felix Burger (SPD), auch wenn man bei den Schildern schon genau schauen sollte, um die optimale Lösung zu finden.

Am Ende votiert das Gremium, mit einer Gegenstimme von Neumeir-Schrank, für die Erfassung der Echtzeitdaten auf den beiden besagten Parkplätzen.

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