Die Sonnenseite nutzen

Grünen-Aktion „Wir fürs Klima“ findet trotz Traumwetter nur wenige Zuhörer

Demon der Grünen in Murnau.
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Trotz Sonne und warmer Frühlingstemperaturen fanden sich nur wenige Zuhörer bei der „Wir fürs Klima“-Aktion der Grünen ein, um Fachtexten zu Geschwindigkeitsbegrenzung, Energie und sozialer Ungleichheit zu lauschen.
  • vonAntonia Reindl
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Murnau – Es ist nicht das erste Mal, dass sie auf dem Platz vor dem Kultur- und Tagungszentrum stehen, lesen und gehört werden wollen. Nach Wind und Kälte rezitieren Mitglieder des Grünen-Ortsverbandes Murnau und Umgebung am vergangenen Samstag aber endlich im Sonnenschein. Viele Hörer konnten sie bei ihrer Aktion im Rahmen der Reihe „Wir fürs Klima“ jedoch nicht anlocken.

Eine Handvoll Menschen zieht es vergangenen Samstagvormittag zu dem grünen Schirm, der einem Rednerpult Schatten spendet. Daneben ist ein grünes Tuch auf dem Stein des Lebensbaumes ausgebreitet und ein gleichfarbiges Werbesegel ragt in die Höhe.

Kurz nach elf Uhr ergreift Petra Daisenberger das Wort. Die Vorstandssprecherin des Grünen-Ortsverbandes Murnau und Umgebung klärt über die Corona-Einschränkungen bei dieser Zusammenkunft auf, spricht von Maskenpflicht und eine Teilnehmerbeschränkung auf 20 Personen. So viele stehen aber ohnehin nicht vor ihr. Ein Polizist streift vorbei, um die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren. Er blickt sich kurz um. „Das passt“, meint er und kündigt an, während der rund einstündigen Demo in der Nähe zu bleiben.

Bei ihren Veranstaltungen zum Thema „Wir fürs Klima“ wollen sich die Grünen aus Murnau und Umgebung klar positionieren. Denn wenn es um die Energiewende zugunsten des Klimas geht, „muss in Murnau noch viel passieren“, sagt Daisenberger wenige Minuten vor Beginn und meint etwa die Anbringung von Photovoltaikanlagen, von denen es mehr geben müsste, denn diese „sind auf jedem Dach möglich“. Im Rahmen der Reihe „Wir fürs Klima“ wollen die Grünen aus verschiedenen Perspektiven auf das Klima blicken, auf dessen Wandel hinweisen und aufmerksam machen. Man berufe sich dabei vor allem auf Fachtexte, sagt Daisenberger. Sie selbst liest an diesem Tag aus „Die zerrissene Republik“ von Christoph Butterwegge. Daisenberger gibt dabei Gedanken zu politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ungleichheit und Ungerechtigkeit zum Besten. Sie spricht von vielgesichtiger Ungleichheit, Reichen und Hyperreichen, von den Ärmeren und den Armen, von zunehmend älteren Bürgern und abnehmend jüngeren Bürgern. Keineswegs eine leichte Kost, zumal diese mit reichlich Statistiken und Zahlen gewürzt ist. Doch die wenigen Zuhörer folgen Daisenbergers beziehungsweise Butterwegges Worten geflissentlich.

Leichter verdaulich sind die Texte der anderen Referenten. Dorothea Monthofer referiert etwa über eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen. „Manche wichtige Leute versuchen sich am Thema vorbeizudrücken“, verliest sie. Die Einführung einer umfassenden Begrenzung werde „zäh und weigerlich behandelt“. Um Energie geht es dagegen in einem Artikel aus der Wochenzeitung „der Freitag“, den Birgit Hammer, neben Daisenberger Vorstandssprecherin des Grünen-Ortsverbandes Murnau und Umgebung, vorträgt. Von der einstigen Solarwirtschaft in Deutschland sei heute nicht mehr viel übrig, heißt es in dem Text „Im Osten geht die Sonne auf“, in dem dennoch die Hoffnung auf eine Energie-Renaissance mitschwingt. Man könne die Klimaziele nur mit dem konsequenten Ausbau von Photovoltaik erreichen, schließt Hammer.

Nach rund 50 Minuten legt man die Texte beiseite. Die Zuhörer ziehen langsam von dannen. Hammer und Daisenberger hoffen, dass die Resonanz bei den nächsten Aktionen, am heutigen und am kommenden Samstag, größer ist. Man wolle vielleicht noch einmal nachfragen, ob man in den Markt umziehen könne, meint Hammer in der Hoffnung, dass dort noch ein paar Passanten im Vorbeigehen an den vorgetragenen Worten rund ums Klima hängen bleiben.

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