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Murnau: Jahresempfang des Informationstechnikbataillon 293

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Von: Antonia Reindl

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Oberstleutnant Stefan Eisinger
Oberstleutnant Stefan Eisinger bei seiner Rede. © Reindl

Murnau – In den Sechzigerjahren zog das Informationstechnikbataillon 293 (ITBL 293) von Mittenwald nach Murnau. Heute zählt die Abteilung, die die Informationsversorgung der Bundeswehr in den Einsatzgebieten bewerkstelligt und Eingreifoperationen unterstützt, 650 Frauen und Männer. Traditionell geben das ITBL und die Marktgemeinde Murnau einen Neujahrsempfang, der, wegen Corona, zuletzt nicht stattfinden konnte. Dafür gab es nun, gemeinsam mit dem Deutschen Bundeswehrverband, einen Sommerempfang, bei dem Oberstleutnant Stefan Eisinger auch gleich zwei Murnauer Themen auf den Tisch beziehungsweise das Rednerpult brachte.

So traditionell der Empfang, so traditionell auch der Aufbau der Rede von Bataillonskommandeur Eisinger. Der Oberstleutnant blickte zurück und voraus. Zunächst zum Zurück. Über 160 Soldatinnen und Soldaten des Bataillons hätten seit 2019 ihren Dienst in Einsätzen und „Einsatzgleichen Verpflichtungen“ geleistet. Dabei seien über 24 000 Einsatztage zusammengekommen.

Sie leisteten aktive Hilfe bei der Schneelage und befreiten Dächer von den weißen Lasten. Zwischen November 2020 bis vergangenen März halfen zudem über 800 Kräfte aus der Marktgemeinde bei der Bewältigung der Pandemie in Kliniken, Gesundheitsämtern und Seniorenheimen. Beim Zugunglück bei Burgrain waren aus dem Bataillon Ersthelfer vor Ort und beim G7-Gipfel unterstützte man Polizeikräfte logistisch, stellte Material bereit und trug mit einer Wachverstärkung zur Sicherheitsgewährleistung bei.

Anschließend sprach Eisinger noch von der Wende in der Außen- und Sicherheitspolitik – und von einer notwendigen Re-Fokussierung auf die Landes- und Bündnispolitik, die auch Konsequenzen für das ITBL 293 hat. Immer wieder wendete sich Eisinger nun an Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Es bedürfe infrastruktureller Anpassungen in wie auch vor der Werdenfelser Kaserne. Eisinger blickte auf das Außerhalb. „Wir benötigen bezahlbaren Wohnraum“. Auch die „verkehrstechnische Anbindung“ der Kaserne beäugte der Bataillonskommandeur mit Blick auf das Verlegen großer Marschbänder und die B2 vor den Toren kritisch. „Auch hier gilt es, Herr Beuting, gemeinsam Lösungen zu finden“.

Beuting wiederum konzentrierte sich in seiner Rede zunächst auf die Themen Krieg und Frieden und die Feststellung, dass durch Ersteres Letzteres wieder als hohes Gut begriffen werde. Gewalt beschränke sich dabei längst nicht mehr allein auf Bomben, weshalb die Arbeit der ITBL so wichtig sei. Auf die Infrastruktur, die Eisinger angesprochen hatte, wollte auch Beuting eingehen und erinnerte, dass man aktuell daran arbeite, die Radweginfrastruktur um die Kaserne zu verbessern (siehe Bericht auf Seite 2).

Und was den bezahlbaren Wohnraum anbelange, so werde die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) an der Reschstraße zusätzlichen Wohnraum schaffen. Das, was auch Eisinger in seiner Rede immer wieder aufflackern ließ, betonte ebenso Beuting und „im Prinzip sind wir da gedankengleich“, so der Bürgermeister: Die Marktgemeinde und die Bundeswehr gehören zusammen.

Eine Präsentation gewährte abschließend einen Einblick in 50 Jahre Kameradschaft ERH (Ehemalige, Reservisten, Hinterbliebene) Murnau und Oberstabsfeldwebel a.D. Jürgen Schreier warb für die gelbe Solidaritätsschleife. Ein Zeichen der Verbundenheit zwischen einem Ort und der Bundeswehr, das er gerne präsent in der Marktgemeinde angebracht sähe. In kleinem Format verteilte Schreier die Schleife als Anstecknadel unter den Empfangsgästen. Aus dem Nadelkörbchen nahm sich auch Jenny Henning eine Schleife heraus. Die ITBL-Presseoffizierin verriet abseits der Reden, dass es mit der B2 vor den Toren der Kaserne, die übrigens denkmalgeschützt sind und in ihrer Größe nicht verändert werden dürfen, tatsächlich so eine Sache ist: Wenn man bei Übungen ausrücke, können die Kolonnen „den Verkehr schon aufhalten“. Und was das angesprochene Wohnungsproblem angeht, so teilte Hennig mit: bis zu einem Alter von 25 Jahre können Soldaten und Soldatinnen in der Kaserne wohnen, wenn Platz sei. Jenseits der 25 gehe es raus auf den Wohnungsmarkt.

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