Marathon mit Rosenkranz

Maßnahmenplan zur Minderung der Treibhausgas-Emissionen

Das Kultur- und Tagungszentrum Murnau von außen.
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Ein positives Fazit aus der THG-Bilanzierung: Mit dem Fernwärmeausbau ist man gut vorangekommen. Bereits seit 2016 am Netz angeschlossen ist etwa das Kultur- und Tagungszentrum neben vielen weiteren Gebäuden im Ortszentrum.
  • vonAntonia Reindl
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Murnau – Um zu sehen, wie sich in der Gemeinde Murnau der Energieverbrauch und die Emissionen verändern, wurden für die Jahre 2012, 2015 und 2018 die Treibhausgas-Emissionen (THG) im Gemeindegebiet bilanziert. Die Ergebnisse präsentierte Philipp Zehnder, der Umweltbeauftragte der Marktgemeinde, nun in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung. Und da zeigte sich: Ein Wandel im Endenergieverbrauch lässt noch auf sich warten.

Zunächst stellte Zehnder einige Zahlen vor. Darunter etwa 7,4 Tonnen Gesamttreibhausgas-Emissionen pro Einwohner im Jahr 2018 oder auch ein Anteil von 14,4 Prozent erneuerbarer Energien im Bereich Wärme im selben Jahr. Etwas fassbarer wird die Bilanzierung, als der Umweltbeauftragte die Ergebnisse interpretiert. Was die Emissionen bei den Energieträgern Strom und Heizöl angeht, sieht es eigentlich gar nicht mal schlecht aus. Diese gingen im betrachteten Zeitraum nämlich kontinuierlich zurück. Und auch der Fernwärmeausbau ist deutlich vorangeschritten. Des Weiteren ist der Anteil der erneuerbaren Energieträger gewachsen. Doch für den ländlichen Raum ist der Anteil der erneuerbaren Energie an sich und bis jetzt noch „relativ gering“, berichtete Zehnder. Nicht sonderlich erfreulich ist auch der Endenergieverbrauch, denn der „ist nicht weniger geworden“, teilte der Umweltbeauftragte mit.

Die nächsten Schritte

Was soll man nun mit den Ergebnissen der Bilanzierung anfangen? Sie bilden die Grundlage zur Erarbeitung eines Maßnahmenplans zur Minderung der Emissionen. Ein Maßnahmenplan, dem sich die im April dieses Jahres gegründete Arbeitsgruppe Energie und Klimaschutz, Gemeinderäte, Vertreter von Bund Naturschutz und Murnau Miteinander sowie engagierte Bürger, widmen werden. Langfristige Ziele für die Gemeinde, regelmäßige Treffen und schließlich der besagte Maßnahmenkatalog mit zeitlich terminierten Zielen und Kostenschätzungen, das alles fällt in den Aufgabenbereich der AG.

Beim Blick auf die Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen im Drei-Jahres-Turnus meinte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum), dass die Energiewende „kein Kurzstreckenlauf“ sei. Im Gegenteil. Der Rathauschef sprach gar von einem Marathon. Die Aufgabe der Gemeinde sei es nun, ebendiesen Weg weiter zu gehen. Bleibt man der Metapher treu, gilt es also, Ausdauer zu zeigen. Auch Klima- und Umweltreferent Josef Raab (Grüne) bediente sich eines Bildes, wenn er davon sprach, dass das Thema den Marktgemeinderat die nächsten Jahre begleiten werde, man quasi entlang der Perlen eines Rosenkranzes beten werde. Bei der Energiewende, so betonte er, gehe es dabei nicht „um krassen Verzicht“, sondern darum, Ressourcen zu schonen. Wichtig auf dem Weg, also auf dem, wie Beuting sagte, Marathonlauf, sei in den Augen Hans Kohls (Grüne), dass es sich hierbei nicht allein um ein Thema der Grünen handelt: „Uns ist wichtig, dass der Gemeinderat aktiv mitarbeitet“.

Eine Anregung, die auch im Beschluss zu finden ist. Einstimmig nahm das Gremium die Ergebnisse der THG-Bilanzierung zur Kenntnis. Die Arbeitsgruppe Klimaschutz und Energie wird mit der Erarbeitung des Maßnahmenkatalogs beauftragt. Auf Antrag der Grünen soll der darin enthaltene Zeitplan außerdem konkret definiert werden, um aus der Unverbindlichkeit herauszukommen. Und: Neue Projekte sollen eigene Pläne erhalten. Auch werde es gemäß Beschluss begrüßt, wenn je ein Vertreter der Fraktionen im Marktgemeinderat an der Arbeitsgruppe teilnimmt.

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