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MurNow-Festival heuer wieder wie gewohnt

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Von: Antonia Reindl

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MurNow-Festival 2021 Zuschauer
Beim MurNow-Festival 2021 waren die Zuschauerplätze vor der Musikmuschel zwar gut gefüllt, doch insgesamt durften die Veranstalter nur maximal 1 000 Besucher zählen. © Archivfoto: Reindl

Murnau – Juni 2021. Nikolaus Gerold sitzt vor der Musikmuschel im Kulturpark und zeichnet mit der Spitze seines Zeigefingers eine Linie in die Luft, dort, wo ein Bauzaun aufgestellt werden soll, für das MurNow-Festival, dessen Künstlerischer Leiter er ist. Wochen später stand dann die angedeutete Absperrung, die wegen der Corona-Auflagen von Nöten war. Nun sitzt Gerold wieder vor der Musikmuschel, zeichnet aber keine Linie in die Luft. Denn heuer, heuer soll das Festival wieder ganz offen sein, im wörtlichen wie übertragenen Sinne.

Für alle zugänglich, „umsonst und draußen“, so umschreibt Gerold das MurNow-Festival, das 2017 seine Premiere feierte. Das war immer so und das soll so bleiben. Nur im vergangenen Jahr trübte ein Bauzaun das Bild der Offenheit. Die Besucherzahl musste coronabedingt eingeschränkt werden, „wir durften nur 1 000 Leute insgesamt an diesem Tag reinlassen“, sagt der Künstlerische Leiter. Die kostenlosen Eintrittskarten für Besucher und Mitwirkende waren wenige Stunden nach Festivalbeginn vergriffen. Besucher mussten abgewiesen werden, „das war schwer mitanzusehen.“ Bei der diesjährigen Ausgabe am 6. August sollen die Leute nun kommen und gehen können, wann sie wollen, betont Gerold. Das Festival, „davon gehen wir aus“, werde „genauso offen sein wie immer“, sagt er, sichtlich froh, den Bauzaun wohl nicht wiedersehen zu müssen. Denn der passt so gar nicht in das Konzept von MurNow. Das Festival biete einen „offenen Raum“, sei eine genreübergreifende und basisdemokratische Veranstaltung, so Gerold. Kein Platz für Ausgrenzung oder Menschen, die ausgrenzen. Ein Zaun scheint da die Idee zu stören, schon allein optisch.

Offen sein möchte man auch für Aktualität. „Viele Leute machen sich Sorgen, um öffentlichen Raum, um Meinungsäußerung, um den politischen Frieden“, sagt Gerold, studierter Humangeograf. Daher wolle man, das Wie steht noch nicht fest, „generell für den Frieden einstehen“, sagt er. Dabei komme es auf die Mischung an, meint Veronika Jones, MurNow-Initiatorin. Sie wolle Themen wie Frieden, Toleranz und Flucht Raum verschaffen, ohne dass dem Festival die Leichtigkeit genommen wird, vielleicht mit einem Infostand, vielleicht mit künstlerischen Beiträgen.

Auf der Suche nach Beiträgen ist man derweil ohnehin, nach Mitwirkenden aller Art, Musiker, Performer, Theaterer, Künstler. Auch Stände sollen wieder aufgebaut werden, mit Kulinarischem, Kreativem, Informativem. Dabei sollen Vereine, Organisationen und die hiesigen Schulen vertreten sein. Das Finden aber dürfte kein Problem sein. „Im Prinzip läuft alles“, meint Jones. Auch Unterstützung sei stets erwünscht, „wir haben nie etwas gegen einen Überschuss an Helfern“, sagt der Künstlerische Leiter.

Wenn Gerold die vergangene Ausgabe Revue passieren lässt, so sieht er Zusammenhalt, Gemeinschaft, Gegenseitigkeit. Er denkt an das „sehr schöne gesellschaftliche Klima“ zurück, an die Unterstützung von allen Seiten, von der Marktgemeinde, den Sponsoren, Organisationen und Vereinen, etwa dem Trachtenverein, der sich „für die Bewirtung die Haxn ausgerissen hat“, und von den rund 20 Helfern, „ohne die geht es nicht“. Doch der Künstlerische Leiter denkt freilich auch an die Acts zurück, „schon ein Erlebnis“, sagt er, das Festival sei, „von den Bands her so groß wie fast noch nie“ gewesen – und „irgendwie perfekt“.

Zu dieser Perfektion möchte Gerold zurück. Ein paar Musiker, die, wie schon in den vergangenen Jahren einen Bezug zu Murnau haben müssen, stehen auch schon fest. Gerold verrät jedoch nicht, welche, möchte mit dem Programm überraschen. „Es wird eine sehr breit gefächerte Veranstaltung“, betont Gerold aber. Und die Acts, die bereits zugesagt hätten, seien hochkarätige, „richtig gute“ Musiker, die spielen, „auch wenn nicht die große Gage winkt“. Schon jetzt ist sich der Künstlerische Leiter jedenfalls sicher, dass MurNow 2022 „mindestens so geil wird wie letztes Jahr“.

Kontakt

Musiker, Künstler, Helfer, Vereine und Organisationen, die beim diesjährigen MurNow-Festival Anfang August mitwirken wollen, auch auf Kinder ausgerichtete Angebote und Aktionen sind gefragt, können sich mit einer E-Mail an nikolaus_marcellus@

hotmail.de an Nikolaus Gerold wenden.

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